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12.06.2018, 22:30

WM-Helden: Pelé, Brasilien

Pelé - Genie, Legende, unerreicht

Es ist eigentlich müßig, über Pelé viele Worte zu verlieren. Ein Großteil der Fußballfans rund um den Globus nennt den brasilianischen Ausnahmefußballer, wenn es darum geht, die Frage nach dem besten Spieler aller Zeiten zu beantworten.

"O Rei" ("Der König") auf den Schultern seiner Untertanen: Pelé nach dem Finalsieg 1970.
"O Rei" ("Der König") auf den Schultern seiner Untertanen: Pelé nach dem Finalsieg 1970.
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Der am 23. Oktober 1940 in Tres Corações zur Welt gekommene Ballzauberer prägte vor allem zwei Weltmeisterschaften - die Titelkämpfe 1958 in Schweden und 1970 in Mexiko. Frühzeitig hatten sich seine herausragenden Fähigkeiten am Leder abgezeichnet, bereits als Elfjähriger fiel Edson Arantes Do Nascimento, wie Pelé mit vollem Namen heißt, dem damaligen Nationalspieler Waldemar de Brito auf. Pelé war gerade 15, als ihn der FC Santos verpflichtete, und bereits im September 1956 erzielte das Ausnahmetalent sein erstes Pflichtspieltor für "seinen" Verein im Spiel gegen Corinthians.

Pelé macht die Welt auf sich aufmerksam

Kein Wunder, dass der brasilianische Verband den Jungstar für die WM in Schweden nominierte. Die Welt wurde aufmerksam auf einen Teenager, der überragende Dribbelkünste, geniale Übersicht und exaktes Passspiel vereinte, vor dem Tor jedoch auch gnadenloser "Knipser" war. In der Vorrunde verletzte sich Pelé, doch die Mannschaft bestand darauf, dass ihr "Küken" auch angeschlagen weiter stürmen sollte. Schließlich bildete Pelé zusammen mit Garrincha und Vava ein kongeniales Trio.

Die Folge? Ein Tor im Viertelfinale gegen Wales, drei im Semifinale gegen Frankreich. Im Endspiel wartete die Auswahl der Gastgeber. Doch auch die Schweden konnten die "Selecao" nicht aufhalten. Zwei Treffer steuerte auch Pelé zum 5:2-Triumph gegen die Skandinavier bei - eins per Volleyschuss zum 3:1 (55.), eins mit dem Kopf in der Schlussminute zum Endstand. "Beim fünften Tor hätte ich am liebsten applaudiert", sagte Schwedens Verteidiger Sigge Parling nach dem Match im Rasunda-Stadion in Stockholm.

Dem triumphalen ersten WM-Turnier seiner Laufbahn folgten zwei ernüchternde. Vier Jahre später in Chile verletzte sich Pelé in der Vorrunde so schwer, dass er die folgenden Partien seines Landes von der Tribüne aus betrachten musste, einschließlich des 3:1-Finalerfolgs gegen die Tschechoslowakei. Kaum anders erging es dem dann 25-Jährigen 1966 in England. Im Mutterland des Fußballs war für ihn im dritten Vorrundenspiel gegen Portugal nach einer rüden Attacke Schluss, die "Selecao" musste zugleich nach dem 1:3 frühzeitig die Heimreise antreten.

Tarcisio Burgnich: "Ich habe mich geirrt!"

Erst im Jahre 1970 präsentierte sich ein gesunder Pelé in einer bärenstarken Auswahl um die Weltklassefußballer Tostao, Jairzinho, Carlos Alberto und Rivelino wieder in blendender Verfassung. Die "Selecao" um ihre überragende Nummer 10 war bei ihrem Siegeszug nicht aufzuhalten. Sechs Spiele, sechs Siege - der finale Erfolg gelang am 21. Juni 1970 vor über 105.000 Zuschauern im Azteken-Stadion von Mexiko-Stadt gegen Italien. Die Squadra Azzurra dominierte in diesem Spiel zunächst, und Pelé "erfreute" sich einer Sonderbewachung durch "Kettenhund" Tarcisio Burgnich ("Ich habe mir vor dem Spiel immer wieder eingeredet, dass auch er nur aus Fleisch und Blut besteht - aber ich hatte mich geirrt.").

Umso überraschender köpfte "O Rei" ("Der König") nach 18 Minuten eine Flanke von Rivelinho unhaltbar ins Netz - es war das 100. WM-Tor Brasiliens, das den Weg zum dritten Titel ebnete. Nach Italiens Ausgleich durch Boninsegna traf Gerson in der 66. Minute zum 2:1. Den dritten und vierten Treffer der Brasilianer, die nach dem Spiel den Jules-Rimet-Pokal als dreimaliger Sieger für immer mit nach Hause nahmen, bereitete Pelé mustergültig vor.

Pelé ist unerreicht

Seine Mannschaftskameraden trugen den sichtlich gerührten Pelé nach dem Spiel auf den Schultern vom Feld. Es sollte ein Abgang für immer sein von der WM-Bühne. 1974 erklärte Pelé nach 92 Länderspielen seine Laufbahn zunächst für beendet, um dann noch einmal für zwei Jahre als "Fußball-Missionar" für New York Cosmos zu spielen. 1977 war dann endgültig Schluss für den Ballzauberer, der in 1363 Spielen unerreichte 1281 Tore erzielt hatte.

Seither tritt Pelé als Botschafter des Sports auf und vertritt hierbei nicht nur sein Heimatland, sondern auch die UN und UNICEF. "Jedes Kind der Welt will beim Fußball sein wie Pelé - daher trage ich die Verantwortung, ihnen zu zeigen, wie man ein guter Fußballer wird, aber auch, wie man ein guter Mann wird", so Brasiliens Fußball-Gott.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wählte ihn 1999 zum Sportler des vergangenen Jahrhunderts.

Für viele der Beste aller Zeiten
WM-Held Pelé
Hoffnungsfroh
Hoffnungsfroh

Pelé, der Weltmeister von 1958, zeigt vor dem Turnier 1970 in Mexiko das Maskottchen "Juanito". Bei den beiden vorangegangenen Turnieren in Chile und England erlebte der Brasilianer die Schattenseite des Fußballs, weil er sich 1962 und 1966 jeweils verletzte.
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