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Brasilien

Brasilien

3
:
2

im Elfmeterschiessen
1:1 (1:1,1:1)
Chile

Chile


BRASILIEN
CHILE
15.
30.
45.





















60.
75.
90.
















 
105.







120.


















 

Teilweise atemberaubende Partie endet für Chile höchst bitter

Atemnot: Brasilien dankt dem Pfosten und Neymar

Mit einem turbulenten Duell zwischen den beiden südamerikanischen Teams Brasilien und Chile startete die WM 2014 in die heiße Phase. Die Frage vorab: Verbrennt sich der Gastgeber an den "feurigen Chilis"? Erst nach dem Elfmeterschießen und einer Partie mit Härte, Großchancen, eisernem Willen, Kräfteverschleiß und voller Hingabe folgte die Antwort: Nein! Die Seleçao wusste zwar erst im Elfmeterschießen den Erfolg einzutüten, doch dann fiel der Jubel riesig aus. Die Trauer in Chile ebenfalls.

Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari setzte nach dem 4:1-Erfolg gegen Kamerun am letzten Gruppenspieltag auf eine Personalveränderung: Der bislang nicht so recht im Turnier angekommene Paulinho wurde durch Fernandinho vertreten. Für den Gastgeber kam es vor allem darauf an, den gewaltigen Druck von Seiten der Fans auszuhalten, wie Kapitän Thiago Silva vorab zugegeben hatte: "Seit Monaten denke ich an nichts anderes, schon als die Saison mit PSG noch lief.

Chiles Coach Jorge Sampaoli setzte ebenfalls auf einen Tausch nach der 0:2-Niederlage gegen die Niederlande: Der vorbelastete Anführer Vidal (eine Gelbe Karte) kam zurück, Gutierrez nahm auf der Bank seinen Platz ein.

Duelle vor Anpfiff und direkt danach

Neymar
Lebte vollen Einsatz vor: Neymar sprintete den Gegenspielern davon, schlug Flanken, steckte Fouls ein und trieb Kollegen sowie Fans an.
© Getty ImagesZoomansicht

Als noch nicht einmal der WM-Ball Brazuca rollte, wurde die Intensität dieser Partie bereits spürbar: Bei den Nationalhymnen schmetterten beide Teams jeweils ohne Musik eine Extrastrophe, Pfiffe der jeweils gegensätzlichen Lager untermalten diese traurigerweise unwürdig. Mit Anpfiff setzten die Akteure schließlich auch auf dem Feld nach: Fernandinho legte Aranguiz ruppig (3.), kurz darauf legten Aranguiz und Medel bei Neymar nach (4.). Der Superstar musste daraufhin zweimal behandelt werden. Schiedsrichter Howard Webb aus England reagierte in seiner bekannten Art: mit mündlichen Ermahnungen. Fußball gab es dann auch: Marcelo setzte einen ersten Distanzschuss knapp links am Tor vorbei, dasselbe Resultat steuerte Diaz auf der anderen Seite bei - der einzige Unterschied: rechts vorbei (6.).

Kommando: Feuer frei!

Ab zirka der 10. Minute zog der Gastgeber dann das Tempo an, drückte "La Roja" hinten rein. Chancen unterstrichen dies: Erst kombinierte sich Hulk in den Strafraum, wurde gerade noch von Isla abgekocht (13.), Neymar bugsierte einen Freistoß in den Strafraum, den Torwart Bravo sicher abfing (15.), und wieder Hulk brachte einen Standard aufs Tor - Bravo reagierte wieder, lenkte das Leder zur Ecke (18.). Nach dieser Szene war der Bann aus Sicht der Seleçao aber gebrochen: Die Flanke von Neymar fand auf Höhe des Elfmeterpunkts Thiago Silva, der zum langen Pfosten verlängerte. Dort stiegen David Luiz und Gegenspieler Jara hoch, Letzterer fabrizierte ein Eigentor - 1:0 für Brasilien (18.).

Hulk passt nicht auf, die Bestrafung folgt

Großer Jubel
Der gefeierte Mann: Alexis Sanchez (Mitte).
© Getty ImagesZoomansicht

Das Team vom Zuckerhut feierte den Treffer natürlich ausgelassen, hielt außerdem auch in den Folgeminuten die Konzentration hoch - bis zur 32. Minute: Nach einem Einwurf tief in der eigenen Hälfte vertändelte Hulk den Ball gegen Vargas. Der schaltete blitzschnell um und spielte von der rechten Strafraumkante in den Sechzehner flach zu Sanchez. Der Angreifer vom FC Barcelona vollendete aus elf Metern zentraler Position knochentrocken mit einem Flachschuss ins linke Eck (32.). Der Ausgleich kam insgesamt etwas glücklich, weil die Chilenen im Prinzip lange nicht ihr gewohntes Überfallkonzept auf den Platz bringen konnten. Zu sehr schnürte die Seleçao den Außenseiter ein, erspielte sich außerdem zahlreiche Möglichkeiten. Neymar verbuchte davon die vielversprechendste: Oscar flankte brandgefährlich von rechts nach innen und fand die Nummer zehn. Der folgende Kopfball aber wurde gerade noch von Silva knapp neben den rechten Pfosten abgefälscht (36.).

Das war es allerdings noch lange nicht in Durchgang Nummer eins: Erst verzeichnete Neymar nach einer butterzarten Flanke von Oscar von rechts die Großchance per Kopf, scheiterte dabei aber am rettenden Silva (36.), dann schlug auch "La Roja" noch fast zu. Sanchez steckte für Aranguiz durch, der im spitzem Winkel rechts vor dem Tor auftauchte. David Luiz und Fernandinho warfen sich als Baumstamm dazwischen verhinderten so den Abschluss (45.+1).

Hulk löst Jubel und Enttäuschung aus

Ohne personelle Veränderungen ging es in die zweiten 45 Minuten - und mit einem ersten Warnzeichen von Fernandinho: Der Mittelfeldmann von Manchester City bekam das Leder rund 25 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse, zog wuchtig ab. Das Spielgerät schnellte links vorbei (49.). Wenig später fiel dann auch das verdiente 2:1 für Brasilien - allein es zählte nicht: Einen hohen Pass stoppte Hulk im Strafraum nämlich mit Hilfe des rechten Oberarms herunter, erzielte kurz darauf mit links den irregulären Treffer. Gelb gab's obendrein (55.). Nach einigen Zeigerumdrehungen, in denen sich beide Nationalmannschaften mal so etwas wie eine Verschnaufpause gönnten, zündeten schließlich die Chilenen eine neuerliche Offensivrakete - und was für eine: Von der Grundlinie legte Vidal scharf zurück auf Aranguiz, der aus zehn Metern sofort abzog und die rechte Ecke anvisierte. Julio Cesar rettete mit einer spektakulären Parade (64.).

Urplötzlich wurde das Geschehen dann allerdings komplett ruhig: Alle 20 südamerikanischen Feldspieler hielten eher die Ordnung, schlossen Lücken, wagten wenig in der Offensive. Vom lange Zeit gesehenen wilden Anrennen oder aggressiv geführten Zweikämpfen war schier nichts mehr zu sehen.

Die Angst regiert

WM-Tabellenrechner

Die Schlussphase begann - und zwar mit einer starken Flanke von Hulk, der über die linke Seite marschierte und im Zentrum Jo fand. Der Joker, der für den unauffälligen Fred kam (64.), brauchte letztlich nur noch den Fuß reinhalten, verfehlte den Ball jedoch völlig (74.). In Minute 81 folgte der nächste Hochkaräter: Dani Alves zog die rechte Außenbahn entlang, fand mit seiner folgenden Flanke im Zentrum Neymar. Dessen Kopfball fiel jedoch zu zentral auf Torwart Bravo aus. Alles in allem bestanden die letzten Minuten aber nur aus Angst und Kräftehaushalt: Die Furcht vor dem entscheidenden Fehler regierte, außerdem musste der Reservetank noch für 30 Minuten Verlängerung herhalten. Für Chile war der Traum vom Viertelfinale dann allerdings doch fast noch vor der regulären Spielzeit beendet: Hulk tankte sich in den Strafraum und zog aus rechter Position ab. Bravo kratzte den Schuss sehenswert mit einer Parade aus dem linken Eck heraus (84.). Das war's dann aber - nach 90 Minuten stand es 1:1.

Extraschicht: Nur Hulk zeigt sich

Brasilien
Lockern und der Ansprache von Trainer Luiz Felipe Scolari lauschen: die brasilianischen Spieler.
© Getty ImagesZoomansicht

Nach einer etwas ausgedehnten Pause, in denen sich beide Mannschaften erholen konnten (Wasser, Müsliriegel und Co.), rollte Brazuca dann wieder. Los ging es mit einem Vollsprint von Hulk, der am Ende auf der linken Seite einen Freistoß generierte. Diesen brachte Neymar aber nicht aufs Tor (92.). Eine Minute später eilte ein Schreck durchs Rund: Jo setzte mit durchgestrecktem Bein gegen Torhüter Bravo nach - Gelbe Karte (93.). Bis zur ersten Pause plätscherte das Spiel aber vor sich hin: wenig Höhepunkte, viele Querpässe. Immerhin verschaffte sich noch einmal Hulk mit seinen Kraftreserven Platz, flankte von rechts stark zu Oscar. Dessen Kopfball stellte für Schlussmann Bravo jedoch kein Problem dar (102.). Eine Minute später war es wieder der Stürmer von St. Petersburg, der seinen Körper wuchtig durchs Feld führte: Das Kraftpaket zog letztlich aus 30 Metern ab, Bravo parierte den Aufsetzer bravourös.

Die letzten 15: Pinillas Hammer

Das bitterste Szenario deutete sich immer mehr an - das Elfmeterschießen. Beide Nationalmannschaften befanden sich von der Energie her längst im knallroten Bereich, Fehlpässe und Unaufmerksamkeiten waren an der Tagesordnung. Bei Chile musste zwischenzeitlich gar Medel mit der Trage (!) vom Feld getragen werden, weil er einfach nicht mehr laufen konnte. Es kam Rojas (108.). Auf dem Feld aber folgte wahrlich nichts mehr, zwar war "La Roja" noch kaputter als die Seleçao, doch zu Großchancen führte das nicht mehr - es ging ins alles entscheidende Wettschießen. Doch nicht ohne eine Schrecksekunde für Brasilien: In der 120. Minute setzte sich Joker Pinilla quasi aus dem Nichts noch einmal an der Strafraumkante durch, nagelte den Spielball an die Querlatte.

Elfmeterschießen: Der lässige Neymar, der arme Jara

Alexis Sanchez
Zweimal am Aluminium gescheitert, zweimal von der Fassungslosigkeit eingeholt: Alexis Sanchez trauert für sich allein.
© Getty ImagesZoomansicht

Brasilien musste beginnen und als erster Schütze traute sich David Luiz: Der Innenverteidiger lief lang an und vollendete ins linke Eck - 1:0. Chile war direkt gefragt, der Lattenschütze Pinilla zeigte Nerven: Sein Schuss war zu zentral und damit kein Problem für Torwart Julio Cesar. Willian konnte nun nachlegen, setzte seinen Rechtsschuss jedoch links am Gehäuse vorbei (!) - es blieb beim 1:0. Wieder hatte "La Roja" die Ausgleichschance, doch wieder parierte Julio Cesar, der den Schuss von Alexis Sanchez aus seiner rechten unteren Ecke kratzte. Marcelo kam nun, hatte mit seinem Elfmeter Glück, dass Bravo nicht mehr ganz mit der Hand heran reichte - 2:0. Wieder Chile: Aranguiz kam angetrabt, blickte und hämmerte das Leder humorlos oben rechts ins Netz - 2:1. Kraftpaket Hulk war nun gefragt, scheiterte mit einem ungenauen Flachschuss an einer Fußparade von Bravo. Diaz war nun an der Reihe und vollendete mit kurzer Verzögerung strikt in die Mitte - 2:2. Der nächste Spieler: Neymar. Tippelnd, lässig und mit eiskalten Nerven vollendete der Superstar aber vollkommen humorlos - 3:2. Eigentorschütze Jara hatte nun die Pflicht zu treffen, von Scheitern kann man hier aber nicht mehr sprechen: Sein fulminanter Abschluss krachte an den rechten Innenpfosten und von dort heraus. Brasilien stand damit im Viertelfinale, aufs Bitterste geschockte Chilenen lagen sich in den Armen wie überglückliche Brasilianer.

Die Seleçao trifft im Viertelfinale am Freitag (22 Uhr MESZ, LIVE! bei kicker.de) auf den Sieger der Partie Kolumbien gegen Uruguay. Außerdem bereits sicher: ein südamerikanisches Team wird definitiv das Halbfinale erreichen.

Weltmeisterschaft, 2014, Achtelfinale
Brasilien - Chile 3:2 i.E.
Brasilien - Chile 3:2 i.E.
Party

Der Gastgeber zeigte sich wieder - und mit ihm die Fans, die mit Trommeln schon vorab für Stimmung sorgten.
© Getty Images

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Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Brasilien
Aufstellung:
Julio Cesar (1,5) - 
Dani Alves (4)    
Thiago Silva (3)    
David Luiz (3) , 
Marcelo (3) - 
Luiz Gustavo (3)    
Fernandinho (3,5)    
Oscar (5)    
Neymar (2,5) , 
Hulk (4)    
Fred (5)    

Einwechslungen:
64. Jo (5)     für Fred
72. Ramires (4) für Fernandinho
106. Willian für Oscar

Trainer:
Scolari
Chile
Aufstellung:
Bravo (1)    
Silva (3)    
Medel (3)    
Jara (4) - 
Isla (3) , 
Mena (4)    
Aranguiz (2,5) , 
M. Diaz (4) - 
Vidal (3)    
A. Sanchez (2,5)    
E. Vargas (4)    

Einwechslungen:
57. Gutierrez (4) für E. Vargas
87. Pinilla (4,5)     für Vidal
108. Rojas für Medel

Trainer:
Sampaoli

Tore & Karten

 
Torschützen
1:0
Jara (18., Eigentor, Rechtsschuss, Thiago Silva)
1:1
A. Sanchez (32., Rechtsschuss, E. Vargas)
 
Elfmeterschießen
1:0
David Luiz (verwandelt)
1:0
Pinilla (nicht verwandelt)
1:0
Willian (nicht verwandelt)
1:0
A. Sanchez (nicht verwandelt)
2:0
Marcelo (verwandelt)
2:1
Aranguiz (verwandelt)
2:1
Hulk (nicht verwandelt)
2:2
M. Diaz (verwandelt)
3:2
Neymar (verwandelt)
3:2
Jara (nicht verwandelt)
Gelbe Karten
Brasilien:
Hulk
(1. Gelbe Karte)
,
Luiz Gustavo
(2.)
,
Jo
(1.)
,
Dani Alves
(1.)
Chile:
Mena
(2. Gelbe Karte)
,
Silva
(2.)
,
Pinilla
(1.)

Spieldaten

Brasilien       Chile
Tore 1 : 1 Tore
 
Torschüsse 23 : 13 Torschüsse
 
gespielte Pässe 424 : 474 gespielte Pässe
 
angekommene Pässe 310 : 361 angekommene Pässe
 
Fehlpässe 114 : 113 Fehlpässe
 
Passquote 73% : 76% Passquote
 
Ballbesitz 48% : 52% Ballbesitz
 
Zweikampfquote 53% : 47% Zweikampfquote
 
Foul/Hand gespielt 28 : 23 Foul/Hand gespielt
 
Gefoult worden 21 : 27 Gefoult worden
 
Abseits 2 : 3 Abseits
 
Ecken 9 : 5 Ecken
 

Spielinfo

Anstoß:
28.06.2014 18:00 Uhr
Stadion:
Estadio Mineirao, Belo Horizonte
Zuschauer:
57714
Spielnote:  1,5
tolle Dramaturgie, ein bis auf einige Durchhänger in der Verlängerung jederzeit packendes Spiel mit vielen Torszenen, gekennzeichnet aber auch vom Unvermögen der Selecao, das Chancenplus zu verwerten. Leidenschaft auf beiden Seiten, dazu lange Zeit eine taktisch hervorragende Roja.
Chancenverhältnis:
12:4
Eckenverhältnis:
9:5
Schiedsrichter:
Howard Webb (England)   Note 1,5
korrekt in der Bewertung der persönlichen Strafen, richtig, keinen Elfer bei Isla gegen Hulk (13.) zu geben und Hulks Treffer (55.) wegen Handspiels abzuerkennen. Unmissverständlich in der Ansprache, vermied in der hitzigen und kämpferischen Partie geschickt eine Gelbflut.
Spieler des Spiels:
Claudio Bravo
Der Keeper hielt die Roja angesichts eines drückenden Chancenplus der Selecao im Rennen, reagierte mehrfach exzellent, auch unter Druck absolut souverän, brachte mit einer Parade im Shoot-out sein Team kurzzeitig wieder zurück, ein wahrer Kapitän.

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