Ein Überblick über alle wichtigen Statuten

Das WM-Reglement und die Neuerungen

WM - 07.06. 13:19

Auf 80 Seiten hat die FIFA das Reglement für die Weltmeisterschaft in Russland zusammengefasst. Was ist neu beim Turnier? Was gilt es zu beachten? Wie sieht es mit Sperren aus? Ein Überblick.

Neue Technik: Das Turnier in Russland bringt Veränderungen mit sich. © imago

Vornweg schickt die FIFA den Hinweis, dass alle Spiele gemäß den vom International Football Association Board (IFAB) beschlossenen, zum Zeitpunkt der Weltmeisterschaft geltenden Spielregeln auszutragen sind. Bei unterschiedlicher Auslegung der verschiedenen Sprachversionen der Spielregeln sei der englische Wortlaut maßgebend.

Vierte Auswechslung

Die Kader der Teams umfassen bekanntlich 23 Spieler, wobei alle zwölf Akteure, die nicht in der Startaufstellung stehen, auch als Auswechselspieler zur Verfügung stehen. Die Trainer müssen 85 Minuten vor dem Spiel ihre Startelf der FIFA mitteilen. Bei den Auswechslungen greift eine erste Neuerung. Denn in der Verlängerung ist es erlaubt, wie schon aus dem DFB-Pokal bekannt, eine vierte Auswechslung vorzunehmen.

Der Videobeweis

Deutlich tiefgreifender wird die zweite Neuerung das Spiel beeinflussen: Der Videobeweis. Die Regeln für das Eingreifen des Video-Assistenten (VAR) sind dieselben wie in der abgelaufenen Bundesliga-Saison. Das Ganze soll allerdings transparenter als hierzulande ablaufen. Für die Zuschauer innerhalb und außerhalb der Stadien sollen keine Fragen offenbleiben. Wiederholungen und Grafiken werden auf den Anzeigetafeln zu sehen sein. Zudem sollen die relevanten Informationen aus den Gesprächen zwischen Schiedsrichtern und Video-Assistenten an die TV- sowie Radio-Kommentatoren weitergeleitet werden.

Die Schiedsrichter-Teams werden nach Sprachkenntnissen gebildet. Der sogenannte "Video Operations Room" in Moskau ist üppig besetzt. Pro Spiel werden neben dem Video-Assistenten ein weiterer Schiedsrichter und ein weiterer Assistent im Studio zum Einsatz kommen, Letzterer speziell für die Bewertung von Abseits-Situationen. Unterstützt wird dieses Trio außerdem von einem sogenannten "Support" - einem Offiziellen, der das Spiel im Fernsehen beobachtet und gegebenenfalls auch noch zusätzlich eingreifen kann. Aus Deutschland werden Bastian Dankert (Rostock) und Felix Zwayer (Berlin) als VAR eingesetzt.

Kommunikation via Headset

Die dritte Neuerung umfasst die direkte Kommunikation zwischen Trainerbank und Tribüne. Laut des Regelwerks dürfen "kleine, tragbare Elektro - oder Kommunikationsgeräte in der technischen Zone eingesetzt werden, sofern dies zu Taktik- oder Coachingzwecken oder zum Wohl der Spieler geschieht". Bei der deutschen Mannschaft wird Assistenztrainer Marcus Sorg von der Tribüne aus Informationen an den zweiten Assistenten Thomas Schneider auf der Bank weiterleiten. Bei der DFB-Elf wurde der Einsatz erstmals beim Testspiel in Österreich (1:2) erprobt.

Sperren

Bei den Sperren ist dagegen alles wie gewohnt. Gelbe Karten aus der Qualifikation werden gestrichen, Sperren nach Roten Karten bleiben hingegen gültig. Nach zwei Gelben Karten folgt eine Sperre für die nächste Partie. Eine Gelb-Rote Karte hat ein Spiel Sperre zur Folge. Eine Rote Karte wird mindestens mit einer Sperre von einem Spiel geahndet. Die FIFA-Disziplinarkommission entscheidet über die Länge der Sperre. Einzelne Gelbe Karten werden nach dem Viertelfinale gestrichen. Somit ist es ausgeschlossen, dass ein Spieler aufgrund der zweiten Verwarnung für das Finale gesperrt ist.

Die Gruppenphase

Doch um ins Endspiel zu kommen, müssen die Teams als ersten Schritt die Gruppenphase überstehen. Die Platzierung in den Gruppen ergibt sich in folgender Reihenfolge:
1. Anzahl der Punkte aus allen Gruppenspielen.
2. Tordifferenz aus allen Gruppenspielen.
3. Anzahl der in allen Gruppenspielen erzielten Tore.
Wenn zwei oder mehr Mannschaften aufgrund der drei erwähnten Kriterien gleich abschneiden, wird ihre Platzierung gemäß folgenden Kriterien ermittelt:
4. Anzahl der Punkte aus den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams in den Gruppenspielen.
5. Tordifferenz aus den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams in den Gruppenspielen.
6. Anzahl der in den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams in den Gruppenspielen erzielten Tore.
7. Fairplay-Wertung, ermittelt anhand der Anzahl Gelber und Roter Karten in allen Gruppenspielen.
8. Losentscheid.
Der Spielplan sorgt dafür, dass Mannschaften aus derselben Gruppe erst wieder im Finale aufeinandertreffen können.

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