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05.09.2018, 09:51

Nationaltrainer Enrique verändert die Formation

Spanischer Umbruch: Wer ersetzt Iniesta, Silva und Piqué?

Beim Test gegen Deutschland im März überzeugte "La Furia Roja" noch, nach dem Achtelfinal-Aus bei der WM wurde 2018 - wie schon 2014 und 2016 - wegen eines verpatzten Großereignisses ein Jahr zum Vergessen. Es könnte aber auch ein Jahr des Umbruchs werden, vielleicht muss es das sogar. Weil mit Andres Iniesta, David Silva und Gerard Piqué verdiente Leistungsträger aus der Nationalmannschaft zurückgetreten sind.

Sergio Ramos
Nach Piqués Rücktritt: Sergio Ramos (r.) sucht einen neuen Partner für die spanische Innenverteidigung.
© imagoZoomansicht

Auch für Spanien stehen die ersten Auftritte in der UEFA Nations League an. Zum Auftakt trifft der dreimalige Europameister auf England (Samstag 8. September, 20.45 Uhr), am 2. Spieltag auf Vizeweltmeister Kroatien (Dienstag, 11. September, 20.45 Uhr, beide Spiele LIVE! bei kicker und im Stream bei DAZN). Die Statistik spricht zunächst für die Iberer: Von den letzten sechs Spielen gegen England konnte Spanien vier gewinnen, nur eine Partie ging verloren. Doch Euphorie, Optimismus und der eingeleitete Umbruch sprechen für die Insulaner. Eine Richtung, die auch die in der letzten Dekade erfolgsverwöhnten Spanier einschlagen müssen.

Barcelonas Alba außen vor

Die Ära von Julen Lopetegui, der kurzfristig bei Champions-League-Sieger Real Madrid anheuerte, endete abrupt, auch "Aushilfe" Fernando Hierro ist bereits Vergangenheit. Der 61-fache spanische Nationalspieler Luis Enrique soll wie sein englisches Pendant Gareth Southgate endlich für neuen Schwung sorgen. Eine erste personelle Maßnahme des 48-Jährigen, der auch einen Verjüngungsprozess vorantreiben will, überraschte: Linksverteidiger Jordi Alba, Teil der Barça-Mannschaft, mit der Enrique diverse Erfolge feierte, steht zu seiner eigenen Verwunderung nicht einmal im Kader. Zudem verzichtet Enrique auf Mittelfeld-Stratege Koke (Atletico Madrid) und Außenstürmer Lucas Vazquez (Real Madrid), die zuletzt regelmäßig ergänzende Rollen einnahmen.

Sie scheinen es also nicht zu sein, die in große Fußstapfen treten sollen. Denn drei wahre fußballerische Instanzen stehen dem WM-Achtelfinalisten in Zukunft nicht mehr zur Verfügung. Sowohl Andres Iniesta als auch David Silva und Gerard Piqué haben ihre Karrieren in der Nationalmannschaft beendet. Und damit große Lücken auf essenziellen Positionen hinterlassen. Wer wird an der Seite von Sergio Ramos für Stabilität und den Spielaufbau sorgen; wer lässt den Ball zirkulieren und spielt die richtigen Pässe zur richtigen Zeit - wie es Iniesta und Silva nahezu in Perfektion beherrschten?

Kein junger Innenverteidiger

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Für die Innenverteidigung bietet sich Allzweckwaffe Nacho Fernandez an, der auch im Verein gelegentlich an Ramos' Seite spielt. Doch er ist bereits 28 Jahre alt. Im Kader stehen außerdem Cesar Azpilicueta (29, Chelsea), Inigo Martinez (27, Bilbao) und Raul Albiol (34, Neapel). 25-jährig ist immerhin Diego Llorente (San Sebastian), es ist aber fraglich, ob für ihn ein Stammplatz vorgesehen ist. Iniestas Kreativplatz könnte endgültig von Bayerns Thiago übernommen werden, neben Busquets dürfte Enrique den 23-jährigen Saul Niguez (Atletico) eingliedern. Neben einer Mittelstürmer-Variante (Costa, Morata, Rodrigo,...) könnte Marco Asensio (22) die Silva-Position übernehmen und - wie aktuell bei Real Madrid - zum Stammspieler avancieren. Die andere Offensiv-Seite wird wohl weiterhin von Isco (26, Real) bespielt werden. Alternativen sind Iago Aspas (31, Vigo) und Suso (24, Milan).

Wechsel zwischen den Pfosten?

Als Alba-Ersatz wurden Marcos Alonso (Chelsea) und José Gaya (Valencia) nominiert, die beide nicht für die WM berücksichtigt worden waren. Gaya könnte wie Keeper Pau Lopez (Betis Sevilla) und "Achter" Dani Ceballos (Real) zu seinem A-Länderspiel-Debüt kommen. Sturmbulle Diego Costa, der bei der WM auftrumpfte und Atletico Madrid in der noch jungen Saison bereits zum europäischen Supercup schoss, sagte für beide Spiele ab, Aspas nimmt seinen Platz ein. Ob Enrique zwischen den Pfosten auf den bei der WM enttäuschenden David De Gea (Manchester United) setzt, oder Chelseas Rekord-Einkauf Kepa Arrizabalaga eine Chance gibt, könnte sich schon gegen England zeigen.

Wir vergleichen uns nur mit Mannschaften, auf die wir treffen werden. Und da sehe ich keine Mannschaft, der wir unterlegen sind.Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique

Das 4-2-3-1-System seiner Vorgänger wird Enrique definitiv nicht beibehalten. "Ich werde 4-3-3 spielen, das ist das System, das ich mag". erklärte der 48-Jährige. "Unser Stil wird der gleiche bleiben, wir wollen die Spiele diktieren. Aber wir werden hier und da ein paar Dinge anders machen", fuhr der einstige Offensivspieler auf einer Pressekonferenz fort. "Wir werden uns nicht mit den erfolgreichen spanischen Mannschaften vergangener Tage vergleichen, aber wir werden uns mit den Mannschaften vergleichen, auf die wir treffen werden. Und da sehe ich keine Mannschaft, der wir unterlegen sind", kündigte Enrique kampfeslustig an. Und er trifft in den nächsten Tagen immerhin auf zwei WM-Halbfinalisten.

nba

 
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