Vize-Weltmeister geht in Spanien mit 0:6 unter

Kroatien als "Witz" verspottet - Modric schwer angefressen

Nations League - 12.09. 13:50

Die kroatische Nationalmannschaft ist in Russland als große Überraschung gefeiert worden, spätestens am Dienstagabend hat sie die beinharte Realität wieder. Nach dem 0:6 gegen Spanien wurde mit Kritik nicht gespart.

Er wollte am Ende gar nicht mehr hinsehen: Kroatiens Kapitän Luka Modric. © imago

Für Luka Modric war es ein besonders bitterer Abend. Der Spanien-Legionär starrte nach Schlusspfiff konsterniert in den Abendhimmel von Elche, die Enttäuschung war "Europas Fußballer des Jahres" deutlich anzusehen. "Das ist inakzeptabel, dass wir uns so verkaufen", so der Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft, die am Montag nach ihrem traumhaften WM-Sommer ein böses Erwachen erlebte. Das 0:6 (0:3) in der Nations League in Spanien bedeutete die höchste Niederlage in der Verbandshistorie .

"Albtraum in Elche", schrieb die Sportzeitung "Sportske novosti" nach dem "furiosen Schachmatt". Die "Slobodna Dalmacija" sah "erniedrigte" Vize-Weltmeister, von denen nur "ein Witz" übriggeblieben sei. Trainer Zlatko Dalic sparte zwar auch nicht mit Selbstkritik, der 51-Jährige richtete den Blick aber sofort wieder nach vorne und wollte nicht auf seine Mannschaft einprügeln.

"Wir haben gar nichts gezeigt und waren nicht einmal ein Schatten des Teams, das wir noch vor Kurzem waren", so seine Einschätzung: "So ist das Leben, das müssen wir akzeptieren. Nach großer Euphorie kommt manchmal eine Tragöde. Aber wir dürfen hier nicht herumsitzen und weinen, sondern müssen uns auf das vorbereiten, was als nächstes kommt."

"Wir dürfen das so nicht geschehen lassen"

Am 12. Oktober treten die Kroaten zu Hause gegen England und drei Tage später im Rückspiel gegen Spanien an. Weil England auch gegen Spanien verloren hatte ( 1:2 ), muss Kroatien zwar noch nicht den Abstieg fürchten - in der derzeitigen Form ist der "goldenen Generation" des Vize-Weltmeisters, bei der einige Stützen fehlten, aber nicht viel zuzutrauen.

"Wir dürfen das so nicht geschehen lassen", polterte Modric, der nach seinen Glanzleistungen in Russland gute Chancen hat, Ende des Monats auch zum Weltfußballer gekürt zu werden: "Aber wir sollten positiv bleiben und unsere Lehren daraus ziehen. Ich glaube, dass das nie wieder passieren wird."

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msc/sid

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