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20.09.2018, 23:10

SGE schlägt den Vorjahresfinalisten im eigenen Stadion

"Unfassbar": Frankfurts Paukenschlag im Geisterspiel

Ausnahmsweise hörte man die Pfeife von Schiedsrichter Jug nicht im menschenleeren Stadion nachhallen. Der Schlusspfiff des slowenischen Unparteiischen ging unter im lautstarken Jubel der Frankfurter, der kurzzeitig vergessen ließ, dass die 90 Minuten zuvor ohne Zuschauer stattgefunden hatten. Die Emotionen waren auf Seiten der Eintracht trotz fehlender Kulisse nach Abpfiff ungebrochen.

Eintracht Frankfurt bejubelt den Siegtreffer kurz vor Schluss
Euphorie vor Geisterkulisse: Eintracht Frankfurt bejubelt den Siegtreffer durch Luka Jovic.
© imagoZoomansicht

"Dass wir das Spiel gewinnen, ist unfassbar, es tut einfach nur gut", freute sich Schlussmann Kevin Trapp. "Das zeigt den Charakter der Mannschaft." Den hatte sein Team tatsächlich bewiesen in einem Spiel, in dem zunächst eigentlich viel gegen die Eintracht gelaufen war. Früh waren die Hessen durch ein Tor von Ocampos in Rückstand geraten, hatten sich auch im Anschluss gegen agile Südfranzosen immer wieder durch Unzulänglichkeiten selbst in die Bredouille gebracht und waren mit dem 0:1 zur Pause schließlich noch gut bedient.

Und auch nach dem Ausgleich kurz nach dem Seitenwechsel durch Torro schien vieles gegen Frankfurt zu sprechen, nachdem sich Jetro Willems einen überflüssigen Platzverweis eingehandelt hatte. Doch ausgerechnet in Unterzahl besann sich Hütters Team auf seine Stärken, verteidigte nun zwar extrem tiefstehend, dafür aber taktisch diszipliniert und ganz im Gegensatz zum ersten Durchgang ohne eigene Aussetzer. Marseilles Offensive, die vor dem Halbzeitpfiff noch viel Spielfreude versprüht hatte, fand nun gar keinen Weg mehr durch den Frankfurter Abwehrverbund und kam im gesamten zweiten Durchgang zu keiner einzigen nennenswerten Möglichkeit mehr.

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Geisterspiel als Vorteil? Da Costa fand es "unheimlich"

Anders die SGE, die einzelne gefährliche Konter fuhr und einen davon kurz vor Schluss durch eine Joker-Kombination zum Siegtreffer nutzte: Der eingewechselte Falette fand den eingewechselten Jovic im Strafraum, der Stürmer jagte den Ball zum 2:1 in die Maschen und sorgte für einen Sturm der Euphorie im menschenleeren Stade Velodrome. Verteidiger Danny da Costa sah den Lucky Punch durch Jovic als mögliche Initialzündung für die restliche Spielzeit. "Das ist das, was uns durch die Saison tragen soll", so der 25-Jährige, einer der auffälligsten Akteure auf Seiten der Eintracht - obwohl er sich anfangs aufgrund der Kulisse gar nicht wohl gefühlt hatte.

Am Ende kann man sagen, dass es uns geholfen hat.Frankfurts Trainer Adi Hütter über die Geisterkulisse

Aufgrund von Verfehlungen der Marseille-Fans in der Vergangenheit waren keine Zuschauer zum Spiel zugelassen worden. "Es war richtig unheimlich, schon beim Einlaufen", berichtete da Costa. "Nochmal muss ich das nicht erleben." Sein Coach Adi Hütter hingegen sah durch das Geisterspiel aber sogar einen Vorteil für sein Team: "Am Ende kann man sagen, dass es uns geholfen hat", befand der SGE-Trainer. "Man versteht gewisse Dinge auf dem Platz einfach besser."

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Frankfurt mit Moral, Glück und Trapp

Letztlich war es aber nicht nur die Geisterkulisse, die den Hessen in die Karten spielte. Beim überraschenden Erfolg gegen den Vorjahresfinalisten profitierte die SGE auch von der schwachen Chancenverwertung der Franzosen im ersten Durchgang, dem gut aufgelegten Schlussmann Trapp und der Entscheidung des Unparteiischen bei zwei kniffligen Szenen im eigenen Strafraum, bei denen Schiedsrichter Jug Marseille in der Schlussphase zweimal einen Elfmeterpfiff verweigerte, der durchaus möglich gewesen wäre.

Am Ende war das den Frankfurtern aber herzlich egal. "Die Mannschaft hat sehr viel von dem umgesetzt, was wir besprochen haben", befand Hütter. "Ich sehe, dass wir auf einem guten Weg sind." Den will Frankfurt nun am Sonntag beim Spiel gegen RB Leipzig (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de) fortsetzen - und den Rückenwind aus dem Last-Minute-Sieg in Marseille nutzen, wie Trapp zu Protokoll gab: "Das müssen wir jetzt mitnehmen".

mib

Europa League, 2018/19, Gruppenphase, 1. Spieltag
Olympique Marseille - Eintracht Frankfurt 1:2
Olympique Marseille - Eintracht Frankfurt 1:2
Ganz leer...

...präsentierte sich das Stade Velodrome nicht nur vor dem Spiel.
© picture alliance

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weitere Infos zu Trapp

Vorname:Kevin
Nachname:Trapp
Nation: Deutschland
Verein:Eintracht Frankfurt
Geboren am:08.07.1990

weitere Infos zu da Costa

Vorname:Danny
Nachname:da Costa
Nation: Deutschland
Verein:Eintracht Frankfurt
Geboren am:13.07.1993

weitere Infos zu Hütter

Vorname:Adolf
Nachname:Hütter
Nation: Österreich
Verein:Eintracht Frankfurt


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