
Der Trainer warnt: "Das wird noch ein heißer Tanz." Bruno Labbadia (46) traut dem Braten noch nicht. Nur scheinbar sicher ist das 2:0 aus dem Hinspiel vom letzten Mittwoch. Denn der VfB Stuttgart hat natürlich den Derbysieg Dynamos mitbekommen. Den neuen Mut nach dem Trainerwechsel.
"Die Moskauer Mannschaft wird noch mal alles reinlegen", vermutet Fredi Bobic (40). Der Sportdirektor weiß um "eine sehr gute Ausgangslage", sagt aber auch: "Wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen."
Labbadia hat am Sonntagmorgen nur 15 Minuten lang öffentlich trainieren lassen. Danach unter Ausschluss von Zuschauern. Man darf gespannt sein, wie er sein Team in der 18 000 Zuschauer fassenden Arena Khimki ausrichtet. Erwartet wird, dass links vorne der defensiv besser mitarbeitende Japaner Shinji Okazaki (26) beginnen wird.
"Wir werden mehr Räume bekommen", sagt Bobic, "die müssen wir nutzen und ein Tor machen." Also wird Labbadia der zu erwartenden Anfangsoffensive der Russen mit einer stabilen Defensivarbeit begegnen und seinem Team eintrichtern, dass es bei Balleroberung schnell umschalten und gezielt auf ein Tor gehen soll. Denn bei einem VfB-Treffer braucht Dynamo schon vier. Europacup-Arithmetik.
Die Stuttgarter Mannschaft will unbedingt in die Gruppenphase einziehen, auch wenn das für die nächsten Wochen erhöhten Aufwand nach sich zieht. "Bis Weihnachten haben wir Nationalspieler dann zwar stets englische Wochen, aber die Mehrbelastung ist egal. Wir hoffen alle, dass wir die Gruppenphase erreichen", sagt zum Beispiel William Kvist (27). Der Däne ist strategisch gefordert, er muss dirigieren und zupacken, um die Dynamo-Angriffe abzufedern. Kvist sagt: "Wir führen 2:0 zur Halbzeit. Es wird interessant."
Auch Vedad Ibisevic (28) rät aufzupassen. "Die haben gewonnen, wir haben verloren", stellt er die Tatsachen vom Wochenende gegenüber und schließt daraus: "Es wird nicht einfach, aber die müssen sich mehr Kopf machen."
Martin Messerer