
"Wir können nicht auf Teufel-komm-raus nach vorne spielen", warnt Pander, der 2008 einmal Schalke in der Champions-League-Quali zu einem 1:0-Sieg über Atletico schoss, vor Übermut. "Wichtig ist, dass wir gegen Atletico das Spiel nicht so verschlafen wie im Hinspiel. Wir dürfen kein frühes Gegentor bekommen." Ein Zu-Null-Resultat wäre schon die halbe Miete, das klappte in den letzten neun Pflichtspielen allerdings nur einmal (4:0 gegen Lüttich).
Der entscheidende Faktor soll der rote Anhang werden, in Windeseile gingen am Montag die letzten Resttickets über den Ladentisch. 96 meldet mal wieder ausverkauft. "Ich glaube, dass wir mit der Unterstützung unserer Fans die Möglichkeit haben, das Spiel zu drehen", sagte Trainer Mirko Slomka denn auch auf der Pressekonferenz am Mittwoch. "Wir brauchen eine Top-Mannschaft auf dem Platz und Fans im Rücken, die uns von Beginn an frenetisch unterstützen."
„Atletico sollte Respekt haben.“Christian Schulz
Bei vier Siegen und zwei Remis ist seine Truppe international in der laufenden Saison noch ungeschlagen. "Atletico sollte Respekt haben", folgert Christian Schulz daraus. Und Defensivkollege Emanuel Pogatetz fügt an: "Wir können mit breiter Brust in das Spiel gegen Madrid gehen."
Druck gibt es für die Hannoveraner kaum, eine Halbfinalteilnahme wäre für den unerfahrensten Viertelfinalisten des Wettbewerbs nur ein Bonus - auch finanziell. Präsident Martin Kind freut sich schon jetzt über die in "sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht erfolgreichste Saison, die 96 je hatte".
Euphorische Fans, eine traumhafte Heimbilanz, Gelbsperren für drei Atletico-Schlüsselspieler aus dem Hinspiel (Juanfran, Arda Turan, Gabi) - bei wie viel Prozent liegen also Hannovers Chancen aufs Halbfinale? "Ich bin zwar Mathematiklehrer", lächelt Slomka am Tag vor dem Showdown, "aber Prozentrechnen war nie mein Fall."