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21.02.2012, 19:39

England: UEFA nimmt die Ermittlungen auf

Porto wehrt sich gegen Rassismus-Vorwurf

Trauriger Vorfall im Drachenstadion: Offenbar wurden die Manchester-City-Spieler Yaya Touré und Mario Balotelli beim Hinspiel der Europa-League-Zwischenrunde in Porto am Donnertagabend (2:1) von Teilen des Heim-Anhangs rassistisch beleidigt. Deshalb hat der Premier-League-Spitzenreiter eine offizielle Beschwerde bei der UEFA eingereicht, die inzwischen die Ermittlungen aufgenommen hat. Die Portugiesen wehren sich gegen die Vorwürfe gewehrt.

Mario Balotelli bei seiner Auswechslung in Porto
Nicht nur ausgepfiffen: Mario Balotelli bei seiner Auswechslung in Porto.
© Getty ImagesZoomansicht

Die UEFA hat am Dienstag ein Disziplinarverfahren wegen der Beschuldigungen eingeleitet. Porto erwartet im Falle einer Verurteilung eine harte Strafe, selbst der Ausschluss aus einem europäischen Wettbewerb wäre möglich.

Von den Anschuldigungen will der FC Porto nichts wissen. Die vermeintlichen Affengeräusche, mit denen die Porto-Anhänger die Profis Mario Balotelli und Yaya Toure geschmäht haben sollen, seien Anfeuerungsrufe für zwei andere Spieler gewesen - nämlich Hulk (Porto) und Sergio "Kun" Agüero (City) -, so Sprecher Rui Cerqueira. "Kun, Kun, Kun; Hulk, Hulk, Hulk. Das kann doch leicht als rassistisch missverstanden werden", sagte Cerqueira. Aber: Agüero stand zum fraglichen Zeitpunkt noch gar nicht auf dem Platz und wird von den City-Fans auch nicht mit "Kun, Kun, Kun" angefeuert. Manchester hat den Vorfall bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) angezeigt.

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Schon zur Pause hatten ManCity-Verantwortliche den Verdacht geäußert, dass Yaya Touré und Mario Balotelli Opfer rassistischer Schmährufe geworden seien. Als Balotelli in der Schlussphase des Spiels schließlich ausgewechselt wurde, sei einem BBC-Kommentator zufolge dann unüberhörbar gewesen, dass der italienische Stürmer längst nicht nur Pfiffe und Buhrufe der Porto-Fans ertragen musste.

Hinterher bestätigte Balotelli, Affenschreie vernommen zu haben, auch Touré erklärte, er habe definitiv etwas gehört. Gegenüber dem britischen Sender "Sky Sport News" sagte der Ivorer, der in Porto erstmals nach dem Afrika-Cup wieder für City auflief: "Vielleicht erwarten sie in anderen Ländern keine schwarzen Spieler."

Touré: "Deswegen mögen wir alle die Premier League"

Weniger verständlich seine Bemerkung, dass "wir alle darum die Premier League mögen, weil das dort nie vorkommt". Dass sich England seit Monaten in der Rassismus-Debatte befindet, die Vorfälle zwischen Spielern, aber auch vereinzelt zwischen Fans und Spielern hervorriefen, ließ Touré dabei außer Acht.

Die EL-Spiele vom Donnerstagabend

Während die Spieler die Vorkommnisse am Donnerstagabend auch bei einem Delegierten der UEFA meldeten und City inzwischen eine offizielle Beschwerde eingereicht hat, gab ihr Trainer Roberto Mancini auf der Presskonferenz zu, nichts gehört zu haben - "tut mir leid". Er habe sich auf das Spiel konzentriert. Allerdings stellte er die Leistung von Balotelli heraus und lobte vor allem, dass er "gelassen" gespielt habe.

"Ich denke, dass Provokationen in jedem Spiel vorkommen können", meinte Mancini. "Deshalb habe ich vor dem Spiel auch mit Mario gesprochen und gesagt: 'Mario, denke nur daran, was deine Aufgabe im Spiel ist. Vergiss andere Dinge.' Ich glaube, nur das ist wichtig."

21.02.12
 

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weitere Infos zu Balotelli

Vorname:Mario
Nachname:Balotelli
Nation: Italien
Verein:AC Mailand
Geboren am:12.08.1990

weitere Infos zu Yaya Touré

Vorname:Yaya
Nachname:Touré
Nation: Elfenbeinküste
Verein:Manchester City
Geboren am:13.05.1983

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