Schalke und Hannover peilen Platz 1 an
0:0: Für 96 verboten, für S04 erlaubt
In der Bundesliga hatten beide Vereine in dieser Saison schon bessere Phasen. Schalke leckt sich die Wunden nach der Pleite im Revierderby, Hannover 96 wartet schon länger auf einen Dreier im Alltagsgeschäft. Auf der europäischen Bühne kann das Duo in dieser Woche aber den entscheidenden Schritt machen, um auch im neuen Jahr noch international dabei zu sein.

Will mit Hannover auf Platz 1 landen: 96-Trainer Mirko Slomka.
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In der Bundesliga läuft es derzeit nicht allzu rund für die Hannoveraner. Seit vier Spieltagen warten die Niedersachsen dort auf einen Dreier. Der letzte Erfolg stammt vom 10. Spieltag, als die Slomka-Elf den FC Bayern 2:1 besiegte - 96 ist auf Platz 8 "abgerutscht", um es mal dramatisch zu formulieren.
Gänzlich undramatisch hingegen stellt sich die Lage für Hannover in der Europa League dar, dem jüngsten 2:1-Sieg in Kopenhagen sei Dank. Mit den drei Punkten aus der dänischen Hauptstadt, den damals rund 10.000 Hannover-Fans live vor Ort bejubelten, rangiert der Bundesligist zwei Spieltage vor dem Ende der Gruppenphase auf Platz zwei, punktgleich mit Standard Lüttich. Die beiden Führenden, die vor dem drittplatzierten FC Kopenhagen vier Punkte Vorsprung haben, treffen sich am Mittwoch in Belgien und werden aller Voraussicht nach den Gewinner der Gruppe B ermitteln.
Das Hinspiel in Hannover endete 0:0, insofern hätte jedes Unentschieden mit Toren die Folge, dass Hannover in die Zwischenrunde einziehen würde. Nur bei einem 0:0 und einer Niederlage müsste man verstärkt den Rechenschieber bemühen. Hannovers Trainer Mirko Slomka weiß um die nicht ganz einfache Konstellation, insofern fordert er seine Mannschaft auf, in Lüttich auf Sieg zu spielen.
Sollte Hannover jedoch verlieren, ist das Überwintern in der Europa League dennoch sehr wahrscheinlich, denn am letzten Spieltag empfangen die 96er das bisherige Schlusslicht Poltawa aus der Ukraine. "Was uns reicht, ist ein weiterer Sieg in zwei verbleibenden Spielen", versucht Slomka auf der einen Seite den Druck nicht zu hochzuschrauben und gegebenenfalls die Spannung bis zum Poltawa-Spiel hochzuhalten.
Fakt ist aber auch, dass Platz 1 perspektivisch wesentlich besser ist, denn: "Damit würden wir in der Auslosung den vermeintlich leichteren Gegner bekommen", schaut Slomka voraus. Als Gruppenzweiter warten die jeweiligen Dritten der Champions-League-Gruppenphase - aktuell wären das Gegner wie zum Beispiel Chelsea, Manchester City, FC Porto oder Olympique Lyon. Auch das Rückspiel in der Zwischenrunde würde bei Gruppensieg in Hannover stattfinden.
Schalke startet den zweiten Anlauf

Über Bukarest und Haifa auf Platz 1: Schalkes Coach Huub Stevens.
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Der FC Schalke hätte bereits am vergangenen Spieltag einen großen Schritt Richtung Zwischenrunde machen können. Mit einem Sieg gegen den zyprischen Vertreter Larnaka hätten sich die Königsblauen mit vier Punkten Abstand zu Platz zwei schon sehr sicher fühlen dürfen. Doch gegen den Gruppenletzten sprang in der heimischen Arena nur ein maues 0:0 heraus, auf Zypern schoss die Stevens-Elf noch einen glatten 5:0-Sieg heraus.
Für die Schalker, die in der Liga das doppelt schmachvolle 0:2 beim Revierrivalen Borussia Dortmund zu verdauen haben, geht es am Donnerstag gegen das drittplatzierte Steaua Bukarest. Das Hinspiel gegen die Rumänen endete 0:0. Insofern sollten die Schalker mindestens wieder ein torloses Remis anstreben, denn sollten sie gegen Steaua nur ein Remis mit Toren erzielen, wäre der direkte Vergleich mit Steaua verloren - sollte dies in der Endabrechnung von Bedeutung werden.
Natürlich sind das Rechenspiele. Wahrscheinlicher ist, dass auf die Schalker ein mögliches Endspiel um Platz 1 am letzten Spieltag in Haifa ansteht. Noch haben die Israelis zwei Punkte Rückstand, allerdings dürften sie am Donnerstag bei Larnaka einen Dreier einfahren. Das Hinspiel der Schalker gegen Haifa endete 3:1 für die Knappen.
So sieht es in den anderen Gruppen aus ...
In den anderen zehn Gruppen sind bislang schon fünf Vereine sicher für die Zwischenrunde qualifiziert. In der Gruppe C haben am vergangenen Spieltag die PSV Eindhoven und Legia Warschau das Ticket gelöst und streiten sich am 5. Spieltag um Platz 1. Die Niederländer gewannen das Hinspiel mit 1:0 und haben in der Tabelle einen Zähler Vorsprung vor den Polen.
In der Gruppe F ist Athletic Bilbao durch, das aktuell zweitplatzierte Paris St. Germain und RB Salzburg streiten sich aktuell noch um Platz zwei, wobei den Franzosen angesichts des 3:1-Erfolgs im Hinspiel nun ein Remis in der Mozartstadt reicht.
In der Gruppe G setzte sich Twente Enschede durch. Sollte der zweitplatzierte Londoner Klub FC Fulham am Donnerstag bei den Niederländern gewinnen, steht auch der Finalist von 2010 in der Zwischenrunde.
In der Gruppe L steht der RSC Anderlecht bereits als Zwischenrunden-Teilnehmer fest. Lokomotive Moskau spielt am Donnerstag gegen Sturm Graz, das die Russen noch abfangen könnte. Allerdings reicht Lok ein Punkt oder eine "bessere Niederlage" als aus dem Hinspiel - dieses endete 2:1 für Moskau.
Spannung in A, H und I
In den Staffeln A, H und I geht es noch extrem spannend zu. Hier liegen die drei erstplatzierten Teams entweder zwei oder einen Punkt auseinander oder sind gar wie in der Gruppe H punktgleich.
In der Gruppe D hat Sporting Lissabon trotz der jüngsten Niederlage beim FC Vaslui aus Rumänien beste Chancen auf die Zwischenrunde. In der Gruppe G trifft dies auf Charkiw zu. Die Ukrainer können am Mittwoch gegen Austria Wien den Sack zumachen.
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