
| Vorname: | Jupp |
| Nachname: | Heynckes |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Bayern München |
Die Leverkusener Nummer 1, René Adler, konnte am Dienstagabend nur 20 Minuten mit den Kollegen trainieren. Um 18 Uhr begann die Einheit, um kurz vor 18.30 trabte der Nationaltorwart mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz und hielt sich dabei den Rücken. Bei einem Schussversuch hatte er sich einen Hexenschuss im Lendenwirbel zugezogen. Ob Adler spielen kann, entscheidet sich erst m Mittwoch.
Über die Sturmhauben, sprich die Anti-Kälte-Masken für das Gesicht, die einige norwegische Zeitungen als Schutzmaßnahme ins Spiel brachten, kann Bayer-Trainer Jupp Heynckes nur lächeln. Er stößt den neben ihm sitzenden Sami Hyypiä an und beide sind sich einig: Sturmhauben werden eher nicht zur Ausrüstung gehören. Der Finne erklärt: "Wir sind Profis. Und wir werden mit den Bedingungen zurecht kommen." Nein, an die Kälte sei auch er nicht gewohnt, obwohl er Finne sei: "Aber ich lebe seit 15 Jahren nicht mehr da." Immerhin kramt er in der Erinnerung und findet noch ein Spiel "vor 20 Jahren oder mehr, es war ein Freundschaftsspiel, da hatten wir minus 20 Grad in Finnland." Wie es damals ausging, weiß Hyypiä nicht mehr, "aber wir sind rumgelaufen wie die Eskimos."
Das wollen sie morgen nicht, denn Bayer kann etwas erreichen in diesem Kälte-Spiel am 1. Dezember, dem kältesten in Trondheim seit 200 Jahren. "Wir haben ein Ziel", sagt Hyypiä, "wir können die K.o.-Runde schaffen. Das macht dieses Spiel so wichtig." Auch Heynckes glaubt nicht, dass sich die Spieler von den Minusgraden beeinflussen lassen: "Die Jungs haben immer eine gute Mentalität gezeigt. Und jetzt wollen wir im europäischen Wettbewerb überwintern."
Ein Erfolg in Trondheim, und diese Zwischenstation wäre erreicht. Den Gegner klar einzuschätzen, damit tut man sich allerdings einigermaßen schwer bei Bayer. Da ist das deklassierende 4:0 aus dem Hinspiel, da ist der Fakt, dass der norwegische Meister längst die nationale Pflichtspielsaison beendet hat und sich seit dem 7. November quasi im Sparring befindet. Da gab es zuletzt beim 0:4 gegen den belgischen Erstligisten KV Mechelen einen bösen Niederschlag. Heynckes ließ den Gegner in dieser Partie beobachten und hat nun alle Hände voll zu tun, der Öffentlichkeit klar zu machen, dass die Norweger stärker sind als es den Anschein macht: "Sie sind auf jeden Fall besser als vor ein paar Wochen als sie bei uns spielten. Rosenborg ist läuferisch stark, gut organisiert."
Und noch eine besondere Motivation machte Heynckes aus: "Nils Arne Eggen absolviert sein letztes Spiel als Trainer hier. Sie werden ihn sicherlich mit einem Sieg verabschieden wollen." Eggen holte mit dem norwegischen Rekordmeister elf Titel, gilt als lebende Legende der Stadt und des Vereins.
Mit welcher Startelf Bayer ins Rennen geht, ließ Heynckes offen. Kapitän Simon Rolfes blieb zuhause, soll aktiv regenerieren. Eren Derdiyok (Fleischwunde am Knie) signaliserte zwar Bereitschaft, wird aber wohl durch Patrick Helmes ersetzt. Balitsch dürfte links für den angeschlagenen Barnetta spielen, der ebenfalls nicht mitreiste. Im Kader steht Arturo Vidal, ob er zum Einsatz kommt, ist fraglich. Der Chilene erlitt in Hoffenheim eine leichte Wadenverletzung, soll für das Derby gegen Köln am kommenden Sonntag geschont werden.
Frank Lußem