Ein Stück Zukunftsfähigkeit steht auf dem Spiel, es winken Zusatzeinnahmen und damit die Möglichkeit, die sportliche Substanz weiter zu erhöhen. "Am Donnerstag läuft etwas ganz Wichtiges", sagt Trainer Jürgen Klopp (43), "und idealerweise für den Verein etwas ganz Großes."
Mehr als fünf Millionen Euro und Bonuszahlungen von Sponsoren würde das Erreichen der Gruppenphase abwerfen, aber wie er diesen Betrag einsetzen würde, erklärt Sportdirektor Michael Zorc (43) zur geheimen Kommandosache: "Man sollte das Fell des Bären nicht schon vorher verteilen."
Dass er den längst durchaus vorzeigbaren Kader kurzfristig (bis zum Ende der Transferperiode am 31. August) und tiefgreifend noch einmal umgestaltet (wofür fünf Millionen Euro ohnehin nur das Startkapital sein könnten), gilt als unwahrscheinlich.
Ungleich realistischer ist das Szenario einer kostengünstigen Nachverpflichtung von Antonio da Silva (32, früher Karlsruhe, Stuttgart, Mainz), der sich nach Ende seines Engagements in Basel seit Anfang Juli in Dortmund fit hält und in Klopp oder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (51) prominente Fürsprecher besitzt. In den Planspielen der Bosse wird da Silva als Double von Nuri Sahin (21) gehandelt. Leidtragender einer Verpflichtung des Brasilianers wäre Markus Feulner (28), der im internen Ranking der defensiven Mittelfeldspieler derzeit noch an Position vier geführt wird.
Seinen viel höheren (offensiven) Stellenwert kann Kevin Großkreutz (22) heute Abend nachweisen: Vier Tage nach einem Faseranriss in der Bauchmuskulatur bestand er am frühen Mittwochabend einen Härtetest. Klopp kann nun doch auf die Elf zurückgreifen, die bei Wacker Burghausen einen souveränen 3:0-Pokalsieg einfuhr.
Vor dem Duell mit Qarabag Agdam aus Aserbaidschan verspürt der Trainer "Lust, Freude, Spaß und ganz wenig negativen Druck". Mit einer Kulisse von voraussichtlich nur 50 000 Zuschauern im Rücken empfiehlt er seiner Mannschaft, "reinzugehen, die Atmosphäre aufzusaugen und ihren Fußball in aller Konsequenz durchzuziehen." Nach Möglichkeit soll sie das deutlich schlauer anstellen als vor zwei Jahren gegen Udine. Damals lief Dortmund den Italienern zu Hause ins offene Messer und wurde brutal ausgekontert (0:2). "Aus diesen Fehlern haben wir gelernt", verspricht Sahin.
Thomas Hennecke
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