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17.03.2010, 23:35

Werders Fight nicht belohnt, Juventus unter Schock

Happy End für HSV und Wölfe

Nach Werders Aus gegen Valencia - ein 4:4 in einem Wahnsinnsspiel reichte nicht - schaffte Wolfsburg gegen Kasan in der Verlängerung das 2:1. Der VfL steht damit erstmals im Viertelfinale des Europapokals. Der HSV erlebte in Anderlecht eine Achterbahnfahrt der Gefühle, zog aber durch das 3:4 weiter. Die Sensation gab es in London: Fulham kegelte das dezimierte Juventus raus. Liverpool wahrte die Chance auf einen Titel - die Reds bezwangen Lille 3:0.

David Villa vom FC Valencia
Drei Chancen, drei Tore: David Villa war immer da, wenn es für Valencia brenzlig wurde.
© picture allianceZoomansicht

Der SV Werder Bremen hatte am Donnerstagabend vor dem Spiel gegen Valencia eigentlich die bessere Ausgangslage - das 1:1 im Hinspiel ließ hoffen. Doch nach 15 Minuten war das alles Makulatur, denn zu diesem Zeitpunkt lagen die Hanseaten schon 0:2 zurück. Aber die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf, der mit Hugo Almeida für Borowski schon früh auf Offensive umschaltete - arbeitete hartnäckig an einem weiteren "Wunder an der Weser". Die Bremer kämpften sich ran, schafften den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 3:3 und hätten durch Özil fast die komplette Wende geschafft - dann aber trat erneut Valencias Torjäger David Villa auf den Plan, der mit seinem dritten Tor an diesem Abend die Weichen Richtung Viertelfinale stellte. In der packenden Schlussphase machte dann zwar Pizarro das 4:4, doch der erhoffte fünfte Treffer gelang der Schaaf-Elf nicht mehr. Unter dem Strich müssen sich die Bremer vor allem wegen ihrer mageren Chancenverwertung grämen, denn Werder hatte neben der vier erzielten Tore über zehn weitere Großchancen. Für die Zuschauer war es trotz des Werder-Ausscheidens ein absolutes Highlight, beide Trainer erlebten jedoch angesichts der offenen Defensivreihen mehrere Schweißausbrüche.

Dempsey schockt die "alte Dame"

Diese Art von Spannung wollte sich Juventus Turin eigentlich ersparen. Die Italiener fuhren mit einem 3:1 im Gepäck nach London zum FC Fulham. Schon nach zwei Minuten machte Trezeguet das 1:0 für die "alte Dame" und alles schien geritzt. Doch die Engländer rappelten sich auf und drehten den Spieß um. Auch dank Gera, der doppelt traf, und einer Roten Karte für Fabio Cannavaro, der schon in der 27. Minute vom Platz flog. Beim Spielstand von 3:1 wogte die Partie einige Zeit hin und her, ehe Dempsey auf den Plan trat und drei Minuten vor dem Ende das 4:1 markierte. Juve ist damit nach dem Vorrunden-Aus in der Champions League auch in der Europa League ausgeschieden.

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Hochspannung auch in Marseille

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 19.03., 11:27 Uhr
Der HSV träumt vom Finale
Euphorie sieht anders aus. Zwar erreichte der Hamburger SV am Donnerstagabend beim RSC Anderlecht das Europa-League-Viertelfinale, doch nach der 3:4-Niederlage waren alle erleichtert. "Wir müssen mit einem Auge auch auf die negativen Dinge schauen", sagte Mladen Petric, Schütze des wichtigen dritten Treffers. Trainer Bruno Labbadia bemängelte Zweikampfverhalten und lobte die starke Moral.
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Auch in Marseille herrschte bis zum Schlusspfiff Hochspannung. Das Hinspiel zwischen Olympique und Benfica Lissabon endete 1:1 und mit diesem Ergebnis bog die Partie auch in die Zielgerade ein. In einem echten Pokalfight mit acht Gelben Karten und einem Platzverweis war es dem Brasilianer Alan Kardec vorbehalten, in der ersten Minute der Nachspielzeit das 2:1 für die Portugiesen zu erzielen. Benfica, das in der Zwischenrunde Hertha BSC (1:1, 4:0) teilweise schwindelig gespielt hatte, steht damit im Viertelfinale.

Etwas weniger turbulent verlief das Spiel in Lüttich, wo sich Standard nach dem 3:1 im Hinspiel bei Panathinaikos Athen auch im Rückspiel keine Blöße gab und 1:0 gewann - Mbokani traf unmittelbar vor der Pause zum Siegtreffer.

Petric erlöst den HSV

Der Hamburger SV strapazierte die Nerven seiner Anhänger gewaltig, ehe der Einzug ins Viertelfinale der Europa League feststand. Mit der 3:4-Niederlage gegen den RSC Anderlecht retteten die Hanseaten ihren 3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel ins Ziel, doch stand das Spiel speziell beim Spielstand von 4:2 für Anderlecht minutenlang auf des Messers Schneide.

Fußball, Europa League: Jerome Boateng erzielte in Anderlecht das 1:0, hier attackiert ihn Boussoufa.
Schöner Schlenzer: Jerome Boateng erzielte in Anderlecht das 1:0, hier attackiert ihn Boussoufa.
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Mladen Petric gab schließlich den Erlöser für die Labbadia-Elf, als er in die Drangphase der Belgier einen Konter überlegt mit dem dritten Treffer für den Bundesligisten abschloss.

Gentner belohnt Wolfsburg

Die Wolfsburger konnten nach dem 1:1 im Hinspiel beim russischen Meister Rubin Kasan das Rückspiel gelassen angehen, doch diese Ausgangslage war nach Kasaevs Führungstreffer Mitte der ersten Halbzeit dahin. Die Wolfsburger agierten überlegen, doch fehlte dem VfL in vorderster Front die Durchschlagskraft. Zudem konterten die Russen gefährlich und standen defensiv relativ geordnet. Nach knapp einer Stunde fand dann aber die Köstner-Elf doch die Lücke. Martins erzielte per Kopf den Ausgleich und fortan war der VfL dem Siegtreffer mehrfach sehr nahe. In der dritten Minute der Nachspielzeit fiel dieser dann auch, als Dzeko nach Misimovics Großchance abstaubte, doch das Tor wurde wegen Abseits aberkannt - eine bittere Fehlentscheidung. In der Verlängerung dauerte es bis zur 119. Minute, ehe sich der VfL gegen dezimierte Russen - Cesar Navas sah gelb-Rot (109.) für sein größeres Engagement belohnte. Gentner schloss den letzten Angriff des Spiels mit einem platzierten Schuss ab und hievte die Wölfe erstmals unter die letzten Acht in einem europäischen Wettbewerb.

Liverpool wahrt eine Titelchance

Der in der Liga im Titelrennen abgeschlagene FC Liverpool behielt in der Europa League die eine Titelchance im Blick. Verloren die Reds das Hinspiel beim OSC Lille noch mit 0:1 rissen die Engländer im Rückspiel das Duell noch aus dem Feuer. Gerrards frühes Elfmetertor beruhigte die Nerven, Torjäger Fernando Torres machte mit seinem Doppelpack im zweiten Abschnitt zum 3:0-Endstand das Viertelfinale perfekt.

Aguero bringt Atletico auf Kurs

Im Duell der Iberer zwischen Sporting Lissabon und Atletico Madrid hatten die Spanier nach dem 2:2 in Portugals Hauptstadt die Nase vorn. Das Hinspiel endete 0:0. Wegbereiter in die Runde der letzten Acht war der argentinische Nationalspieler Aguero, der doppelt traf.

17.03.10
 
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