Hamburg: Trainer stellt sich der Kritik
Bei Bayer galt das Verhältnis zwischen Team und Trainer am Ende als arg belastet. So weit ist es an der Elbe (noch) nicht. Das Murren aber ist schwer überhörbar. Labbadia betont selbst, sein Wirken am Rhein reflektiert zu haben. Obwohl er jüngst Dennis Aogo und Piotr Trochowski ihre überraschende Nicht-Berücksichtigung nicht vorher mitteilte, urteilte Kapitän David Jarolim vorige Woche im kicker: "Unser Trainer ist sehr kommunikativ."
Kritik entzündet sich derzeit in erster Linie an den Trainingsinhalten, speziell an Übungsunterbrechungen, in denen er korrigiert und lange erklärt. Zu lange? Teamintern sind die Pausen auf dem Platz bei Minusgraden ein Thema, Labbadia aber verteidigt sein Tun. "Wir alle waren froh, dass die Mannschaft den Fußball, den wir vorgeben, im Sommer schnell angenommen hat. Aber um das zu stabilisieren, gehört eben auch dazu, immer wieder kontinuierlich und beharrlich daran zu arbeiten. Auch in Monaten, in denen es nicht so viel Spaß macht. Wie jetzt, im Winter."
Der öffentlichen Kritik nach dem dünnen 1:0 gegen Hertha BSC und der vorangegangenen mageren Punkteausbeute begegnet Labbadia ebenfalls offen. Er spricht vom "Fluch der guten Tat. Aufgrund unserer Spielweise zu Beginn sind die Erwartungen gestiegen. Andere Mannschaften gewinnen ihre Spiele schon die ganze Saison so wie wir gegen Berlin." Und stehen, wie der FC Schalke, aktuell acht Punkte vor dem HSV. Labbadia rät: "Wir müssen uns unabhängig von der Öffentlichkeit machen."
Wir müssen jetzt auf Ergebnisse gehen. Bruno Labbadia
Diese Woche könnte er zum großen Befreiungsschlag nutzen. Am heutigen Donnerstag kommt Anderlecht in der Europa League, Sonntag in Leverkusen ließe sich mit einem Sieg der Rückstand auf einen Champions-League-Platz auf vier Zähler verkürzen. Sein Credo ist klar: "Wir müssen die Mannschaft stärken in Phasen, in denen sie Probleme hat."
Gelingt die Trendwende gegen den belgischen Spitzenreiter und dann ausgerechnet beim Ex-Klub? "Wir müssen jetzt auf Ergebnisse gehen", weiß der Coach. Gelingt das nicht, wird das Murren lauter. Nicht nur extern, sondern auch intern. Labbadia wirkt gefestigt trotz aller Misstöne. In der Europa League und beim anschließenden Treffen mit der Vergangenheit will er nicht von der Vergangenheit eingeholt werden.
Sebastian Wolff
| Zeit | Sender | Sendung |
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| 01:30 | SKYS1 | Fußball: FIFA WM 2010 |
| 02:00 | SKYBU | Fußball: Bundesliga |
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