Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?
FC Sevilla

FC Sevilla

Spanien
4
:
2

im Elfmeterschiessen
0:0 (0:0,0:0)
Benfica Lissabon

Benfica Lissabon

Portugal

FC SEVILLA
BENFICA LISSABON
15.
30.
45.


















60.
75.
90.






 
105.








120.











 

Sevilla siegt nach 2006 und 2007

Beto lässt den Geist bei Benfica weiter spuken

In der Juventus Arena begegneten sich am 14. Mai 2014 der FC Sevilla und Benfica Lissabon zum Endspiel der UEFA Europa League. Die Portugiesen wollten neben der Finalniederlage 2013 auch eine 52 Jahre alte Nadel aus der Voodoo-Puppe ziehen. Zunächst mussten beide Vereine allerdings die Extraportion Spielzeit zu sich nehmen, es ging nach einem 0:0 in die Verlängerung. Dort stieg Torwart Beto zum Helden auf und ließ die Nadel demnach stecken. Bei allem außen vor: Juventus Turin, das bereits im Halbfinale an der Mission Endspiel im eigenen Haus scheiterte.

Jorge Jesus
Sah wie sein Gegenüber Unai Emery einen ersten Durchlauf mit zahlreichen Unterbrechungen: Benfica-Coach Jorge Jesus.
© Getty ImagesZoomansicht

Der unsägliche Fluch

Sevillas Trainer Unai Emery misslang mit seinem Team am Wochenende in der Primera Division die Generalprobe, es regnete ein 0:1 in Getafe. Im Vergleich zum 1:3 im Halbfinal-Rückspiel-Krimi beim FC Valencia vertraute der Coach bis auf Fernando Navarro, der von Moreno vertreten wirde, derselben Startelf. Lissabons Übungsleiter Jorge Jesus tauschte nach dem 0:0 im Halbfinal-Rückspiel bei Juventus Turin zweimal: Sulejmani und André Gomes begannen für Markovic (Rotsperre) und Perez (3. Gelbe Karte).

Sieben verlorene Endspiele auf europäischer Ebene am Stück, darunter der späte Schock im letzten Jahr, als Chelsea-Verteidiger Ivanovic spät seinen Blues den Europa-League-Titel einbrachte (90.+3). Alles zusammengefasst in einem 52-jährigen Fluch, weil Ex-Benfica-Coach Bela Guttmann nach seinem unstimmigen Abschied 1962 dem Verein 100 Jahre ohne europäischen Titelgewinn prophezeite. Der Druck lag demnach vor dem Endspiel klar bei Lissabon, das dieses Unheil endlich vertreiben wollte.

Sevilla beginnt ordentlich, dann ebbt es ab

So starteten auch die Sevillanos besser in das Duell, generierten erste ordentliche Vorstöße. Nach einem 40-Meter-Kopfball Luisaos hatte Stürmer Bacca so freie Bahn, stand beim Abspiel jedoch im Abseits (3.). Eine Rakitic-Ecke verfehlte Fazio zudem nur knapp (7.). Mit einer Portion Härte meldeten sich die Spanier ebenfalls zu Wort: Fazio und Alberto Moreno sahen jeweils Gelb (11. und 13.). Für Benfica endete das letzte Foulspiel außerdem bitter, da Flügelflitzer Sulejmani wenig später mit Schulterproblemen ausgewechselt werden musste (25.).

Sevillas Torwart Beto und Maxi Pereira
Prüfte Sevillas Torhüter Beto kurz vor dem Pausengang: Lissabons Abwehrmann Maxi Pereira.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Partie wandelte sich fortan im negativen Sinne: Beide Teams wagten nur noch extrem wenig, fabrizierten viele Fehlpässe. Zahlreiche Nicklichkeiten unterbrachen den Spielfluss obendrein. Im Prinzip ärgerlich, da sowohl Sevilla als auch Lissabon Fußball spielen wollten. Benfica nämlich presste stets früh, während der FCS sich stets im Kurzpassspiel probierte. Am Ende der ersten 45 Minuten taute die gefrorene Spielware dann wieder etwas auf - zugunsten von Sport Lisboa Lissabon (SLB): Maxi Pereira prüfte Torhüter Beto, der gut reagierte, und Rodrigo verzog einen Abschluss (45.+1). Ferner holte Fazio im Strafraum noch Gaitan von den Beinen, spielte zuvor allerdings auch das Leder (45.+2).

Lima und Rodrigo starten das Finale

Die zweite Halbzeit startete direkt mit der stärksten Offensivaktion des gesamten Spiels: Maxi Pereira hatte Raum auf der rechten Außenbahn, fand mit einer präzisen Flanke im Zentrum den komplett freien Lima. Dieser schloss nach der Annahme ab, scheiterte jedoch auf der Linie an Akteur Pareja. Wenig später verzweifelten zudem noch Rodrigo und Lima mit weiteren abgeblockten Schüssen (48. und 49.). Auf der anderen Seite ging es weiter: Reyes ackerte sich in den Strafraum, wurde bei seinem Schuss gerade noch von Luisao gestört (53.). Kurz darauf prüfte der Angreifer zudem Torwart Oblak (55.). Beide Vereine öffneten klar ihre Visiere, drängten jeweils mit Offensivpressing und schnellen Konteransätzen auf den Führungstreffer.

Benfica-Stürmer Rodrigo
Vergab wie Kollege Lima einige gute Chancen: Benfica-Stürmer Rodrigo.
© Getty ImagesZoomansicht

Während die Iberer ihre Angriff eher über die Mitte vortrugen, starteten die Sevillanos vermehrt über den rechten Flügel durch. Wie in diesem Fall: Rakitic zu Vitolo, der im Rückraum Reyes fand. Der Angreifer schloss direkt ab, doch Torwart Oblak war bei dem halbhohen Schuss zur Stelle (61.). Gerade das kluge Stören der Andalusier funktionierte in dieser Phase bestens, Lissabon wusste sich kaum aus der Bedrängnis zu befreien. Die Führung für den FCS lag in der Luft.

Knaller entschärft

Doch zunächst meldete sich mal wieder SBL zu Wort: Pareja wusste allerdings in höchster Not vor dem durchstartenden Lima zu klären, wagte dabei die harsche Grätsche (74.). Dann packte FCS-Torwart Beto gerade noch die Hand aus, lenkte einen starken Abschluss von Lima gerade noch über die Querlatte (84.). Letztlich blieb es in einer guten zweiten Halbzeit wie nach der schwächelnden ersten beim 0:0.

Verlängerung, Teil eins: Halbzeit eins

Die ersten 15 Minuten begannen wie das Spiel selbst. Das höchste Gebot der Mannschaften dabei: Sicherheit. Lediglich Maxi Pereira für Benfica (92.) und Rakitic für Sevilla konnten etwas Gefahr erzeugen (94.). Und Bacca: Der Angreifer wurde von einem starken Pass von Rakitic in Szene gesetzt, scheiterte vor dem Tor aber mit einem knappen Außenristschuss (101.). Bemerkenswert: Marin wurde erst in der Schlussphase der 90 Minuten gebracht, nun wieder ausgewechselt (104.) - für den später noch in Erscheinung tretenden Gameiro.

Dünne Darbietung

Die letzten 15 Spielminuten verliefen nahezu höhepunktarm. Viele Fouls stoppten den Spielfluss vollkommen. Nur der für Marin gekommene Gameiro setzte einen wuchtigen Abschluss ans Außennetz (110.).

Elfmeterschießen: Beto besiegt die Verzögerer

Es ging in den Krimi - und der hatte es natürlich in sich. Benfica musste beginnen und verwandelte durch Lima. Während die Sevillanos konstant ruhig und besonnen blieben, scheiterten die nächsten beiden Benfica-Spieler im selben Modus. Sowohl Oscar Cardozo als auch Rodrigo tippelten auf dem Weg zum Ball und scheiterten jeweils an guten Paraden von FCS-Schlussmann Beto. Dieser wurde schließlich durch Gameiro (kam für Marin) zum Helden gekrönt. Der Fluch für Benfica lebt demnach weiter und hält nunmehr schon seit 52 Jahren. Sevilla hingegen feierte nach 2006 und 2007 (UEFA-Cup) den Europa-League-Triumph 2014.

Europa League, 2013/14, Finale in Turin
FC Sevilla - Benfica Lissabon 4:2
FC Sevilla - Benfica Lissabon 4:2
Vorfreude

Toller Kontrast: Strahlend blauer Himmel in Turin, wo sich die Benfica-Fans im knallroten Trikot bester Laune zeigten. Gelingt nach 52 Jahren und sieben verlorenen Finals wieder der erste Europacup-Sieg?
© Getty Images

vorheriges Bild nächstes Bild
 

Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

FC Sevilla
Aufstellung:
Beto (1,5) - 
Coke (4)    
Pareja (3) , 
Fazio (3)    
Alberto Moreno (4)    
Mbia (3) , 
Daniel Carrico (3,5) - 
J. Reyes (3,5)    
Rakitic (3)    
Vitolo (4)    
Bacca (4)

Einwechslungen:
78. Marin     für J. Reyes
104. Gameiro für Marin
110. Diogo Figueiras für Vitolo

Trainer:
Emery
Benfica Lissabon
Aufstellung:
Oblak (3) - 
Luisao (3,5)    
Garay (3) , 
Siqueira (3,5)        
Gaitan (3)    
Sulejmani    
Lima (4) , 
Rodrigo (3,5)

Einwechslungen:
25. André Almeida (3,5)     für Sulejmani
99. Cardozo für Siqueira
119. Ivan Cavaleiro für Gaitan

Trainer:
Jorge Jesus

Tore & Karten

 
Torschützen
keine
 
Elfmeterschießen
0:1
Lima (verwandelt)
1:1
Bacca (verwandelt)
1:1
Cardozo (nicht verwandelt)
2:1
Mbia (verwandelt)
2:1
Rodrigo (nicht verwandelt)
3:1
Coke (verwandelt)
3:2
Luisao (verwandelt)
4:2
Gameiro (verwandelt)
Gelbe Karten
Sevilla:
Fazio
(4. Gelbe Karte)
,
Alberto Moreno
(4.)
,
Coke
(3.)
Benfica:
Siqueira
(2. Gelbe Karte)
,
André Almeida
(2.)

Spielinfo

Anstoß:
14.05.2014 20:45 Uhr
Stadion:
Juventus Arena, Turin
Zuschauer:
33120
Spielnote:  4
taktisch lange auf gutem Niveau, die spielerische Qualität schwankte jedoch und nahm dann immer mehr ab, spannend bis zum letzten Elfmeter.
Chancenverhältnis:
3:7
Eckenverhältnis:
4:6
Schiedsrichter:
Dr. Felix Brych (München)   Note 4
nach hektischem Beginn machten es die Teams ihm leicht, der WM-Schiedsrichter lag meistens richtig, hätte allerdings nach Alberto Morenos Foul an Lima Elfmeter geben (58.) und André Almeida früher für ein taktisches Foul verwarnen müssen.
Spieler des Spiels: