Atleticos Trainer Quique Sánchez Flores schonte am vergangenen Wochenende beim 1:1 in Gijon in der Primera Division neun Mann. Lediglich die Stammkräfte Alvaro Dominguez und Antonio Lopez standen in der Startelf. Im Vergleich zum 1:2 nach Verlängerung in Liverpool im Europa-League-Halbfinale gab es lediglich eine Änderung. Ujfalusi verteidigte anstelle von Valera.
Beim FC Fulham hatte Englands Trainer des Jahres, Roy Hodgson, am letzten Wochenende die gleiche Idee wie sein spanischer Kollege und gönnte beim 0:4 in Arsenal lediglich Keeper Schwarzer und Baird keine Pause. Verglichen mit dem 2:1 gegen Hamburg im Halbfinalrückspiel wechselte er ebenfalls nur einmal. Baird kehrte nach abgesessener Gelbsperre für Paintsil ins Team zurück. Zamora (Achillessehne) und Duff (Wade) wurden rechtzeitig fit und konnten ebenfalls auflaufen.
Beiden Teams war in den Anfangsminuten der Respekt vor der Kulisse und der Bedeutung der Begegnung deutlich anzumerken. Ohne jegliches Risiko einzugehen, lieferten sich die Kontrahenten ein Mittelfeldduell ohne große Höhepunkte, in dem Fulham das passivere Team stellte. Atletico kam zunächst über leichte Feldvorteilen aber nicht hinaus.
Das änderte sich nach zwölf Minuten, weil die Madrilenen sicherer wurden, während sich die Londoner noch immer nicht richtig akklimatisiert hatten. Murphys schlimmer Fehlpass brachte Aguero im Mittelfeld in Ballbesitz. Der Argentinier nahm Fahrt auf und passte auf Forlan, der aus 15 Metern halblinker Position nur den rechten Pfosten traf. Vier Minuten später schlenzte Reyes einen 19-Meter-Freistoß brandgefährlich auf den linken Winkel, Schwarzer war aber rechtezeitig zur Stelle und klärte (16.).
Erst jetzt machten auch die Cottagers offensiv auf sich aufmerksam. Mehr als harmlose Versuche aus der zweiten Reihe durch Gera (17.) und Davies (20.) waren allerdings nicht drin. Anders die Rojiblancos, die weiter die Schlagzahl vorgaben und in Aguero einen ständigen Unruheherd besaßen. Insbesondere wenn der Argentinier über links kam, hatte die Abwehr der Engländer massive Probleme.
Nach einer guten halben Stunde klingelte es schließlich. Reyes machte rechts Tempo, behauptete sich gegen mehrere Londoner und fand 20 Meter vor dem Tor Simao, der den Ball sofort zu Aguero weiterleitete. Der Schussversuch des Gauchos landete etwas glücklich genau bei Forlan, der zehn Meter vor dem Tor aus leicht abseitsverdächtiger Position abgebrüht zum 1:0 einschob (32.). Während Atletico weiter nach vorne spielte, zeigte Fulham zunächst keine Reaktion. Umso überraschender, dass die Hodgson-Elf plötzlich zurückschlug. Zamora bot sich halblinks im Sechzehner die dicke Chance, der sechsfache EL-Torschütze legte sich aber den Ball zu weit vor. Dennoch kam Duff an das Spielgerät und bediente rechts Gera, dessen maßgenaue Flanke Davies sechs Meter vor dem Tor volley zum 1:1 ins linke Eck drosch (37.).
Madrid suchte in der Folge noch vor dem Pausenpfiff die erneute Führung und setzte sich in der Hälfte der Londoner fest. Mehr als eine Serie von Eckbällen war für die Rojiblancos aber nicht drin.
Fulham hatte sich in der Kabine offensichtlich Einiges vorgenommen. Die Briten waren plötzlich deutlich aktiver, zwangen Madrid in die Defensive und hatten die große Möglichkeit zur Führung. Gera war nach einem langen Pass alleine durch, legte sich das Leder aber einen Tick zu weit vor und kam gegen den herausstürzenden de Gea zu spät (52.).
Für den angeschlagenen Zamora war die Partie wenig später beendet - Dempsey wurde dadurch der erste US-Amerikaner in einem Europapokalfinale (55.). Die nächste Gelegenheit gehörte aber auch ohne ihren Top-Angreifer den Londonern. Eine unzureichend abgewehrte Gera-Flanke landete bei Davies, der aus 14 Metern hart abzog, jedoch im glänzend reagierenden de Gea seinen Meister fand (60.).
Die Partie gestalte sich in der Folge völlig offen, verflachte aber mit zunehmender Spieldauer. Sowohl Atletico als auch Fulham kamen fortan über vereinzelte Halbchancen nicht mehr hinaus. Die Angst, in der Schlussphase der regulären Spielzeit den Knockout zu kassieren, lähmte die Offensivbemühungen der Kontrahenten. So plätscherte das Match unspektakulär dem Ende der zweiten Hälfte entgegen. Wenn überhaupt, dann schien Madrid an einer vorzeitigen Entscheidung etwas mehr interessiert, zwingend wurden die Spanier aber auch nicht mehr.
Auch die Verlängerung hatte erst einmal wenig Ansehnliches zu bieten - bis zur 105. Minute. Forlan lief Baird davon, zog zur Grundlinie und legte den Ball zurück in den Fünfer. Dort erwischte der eingewechselte Salvio den Ball nicht richtig, bugsierte die Kugel aber zu Aguero, der aus kurzer Distanz das Außennetz traf.
Forlan auf Aguero klappte nicht, Aguero auf Forlan dafür schon. Vier Minuten vor dem Ende der Zusatzschicht passte Aguero von links an den Fünfmeterraum, wo Forlan technisch versiert in den Ball sprang und die Kugel Richtung Tor lenkte. Hangeland fälschte noch leicht ab, und das Leder überquerte zum alles entscheidenden 2:1 die Linie (116.).
Atletico Madrid trifft am Samstag im letzten Ligaspiel zu Hause auf den FC Getafe, ehe am kommenden Mittwoch das Finale der Copa del Rey gegen den FC Sevilla im Camp Nou ansteht. Für den FC Fulham ist die Saison beendet.
| Atletico Madrid |
|---|
![]() ![]() Aufstellung: de Gea (2,5) - Ujfalusi (3,5) , L. Perea (3) , Alvaro Dominguez (4,5) , Antonio Lopez (4) - Paulo Assuncao (3,5) , Raul Garcia (4) - Reyes (3) , Simao (4) - Aguero (2) Trainer:
Quique Flores |
| FC Fulham |
