Donezk-Coach Mircea Lucescu wechselte im Vergleich zum 2:1-Sieg im Uefa-Cup-Halbfinalrückspiel gegen Dynamo Kiew auf drei Positionen: Für Ischenko, Gai und Hübschmann (Gelb-Sperre) rutschten Kucher, Lewandowski und Willian in die Startelf.
Bremens Trainer Thomas Schaaf plagten dagegen große Personalsorgen. Superstar Diego und Hugo Almeida waren gesperrt, Mertesacker verletzt. Bei dem bedeutungslosen 1:3 gegen Karlsruhe in der Bundesliga wurde zahlreiche Stammkräfte geschont, nun durften sie wieder ran. Fritz, Boenisch, Naldo, Niemeyer, Özil, Rosenberg und Pizarro spielten an Stelle von Pasanen, Tosic, Tziolis, Vranjes, Harnik, Diego und Hugo Almeida.
Nach kurzer Abtastphase nahm die Partie an Fahrt auf, beide Mannschaften spielten auf Augenhöhe, wobei Schachtjor die reifere Spielanlage an den Tag legte und folglich auch das erste deutliche Ausrufezeichen setzte: Fernandinho steckte durch zu Luiz Adriano, der allerdings unbedrängt links vorbei schoss (6.).
Mit zunehmender Spieldauer stellten sich die Hanseaten auf die Spielweise der Ukrainer besser ein und hatten das Geschehen im Griff, nur fanden sie kein Mittel gegen die gut organisierte Deckung der "Knappen". Wie aus dem Nichts fiel dann doch das Tor für Schachtjor: Rat passte aus der eigenen Hälfte nach vorne, wo sich Fritz verschätze und Luiz Adriano ans Leder kam. Der Brasilianer setzte sich gegen Naldo durch und spitzelte den Ball mit dem rechten Außenrist über Wiese hinweg ins Tor (25.).
Donezk hatte nun Oberwasser, Werder zeigte verunsichert und lief nun Gefahr, ausgekontert zu werden. Vor allem über den starken Jadson, der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive der Ukrainer war, setzte die Lucescu-Elf immer wieder Nadelstiche. Doch Luiz Adriano schoss drüber (28.), und Willian zog gegen Bremens Schlussmann Wiese den Kürzeren.

In der 35. Minuten schlugen die Norddeutschen unter gütiger Mithilfe von Donezk-Keeper Pyatov zurück: Naldo hämmerte einen 30-Meter-Freistoß direkt aufs Tor. Pyatov stand zwar richtig, faustete sich den Ball aber selbst ins Tor. Die Schaaf-Elf hatte ausgeglichen und setzte nun nach, konnte sich aber aus dem Spiel heraus nicht entscheidend durchsetzen. Kurz vor der Halbzeit legte Schachtjor noch einmal einen Gang zu und tauchte durch Lewandowski (42.) und Ilsinho (45.+2) gefährlich auf, so dass es mit dem 1:1 in die Kabinen ging.
Auch im zweiten Durchgang sah sich der Bundesligist zunächst in die Defensive gedrängt. Wiese musste gleich zweimal eingreifen, zuerst gegen Srna (49.), dann gegen Jadson (51.), die es beide mit direkten Freistößen probiert hatten. Die Begegnung wurde intensiver und umkämpfter mit zunehmend dominanten "Knappen". Donezk war klar tonangebend, agierte aber nicht zielstrebig genug.
Es dauerte bis zur 78. Minute, ehe es wieder aufregend wurde: Eine Freistoßflanke aus dem rechten Halbfeld köpfte Pizarro direkt aufs linke Eck. Diesmal war Pyatov jedoch auf seinem Posten und rettete mit einer glänzenden Parade. Den Abpraller klärte Kucher vor dem Sekunden zuvor eingewechselten Hunt. Das war's dann aber auch schon wieder an gelungenen Angriffen. In der Folge hatte hüben wie drüber Fehlervermeidung höchste Priorität. Folglich ging es in die Verlängerung.
In dieser blieb zunächst alles unverändert. Donezk hatte mehr Spielanteile, war aber nicht zwingend. Bremen stand solide und lauerte auf Fehler des Gegners. Doch in 97. Minute setzte sich der agile Srna auf der rechten Seite durch und passte in die Mitte zu Jadson, der aus elf Metern direkt ins linke untere Eck verwandelte. Wiese war zwar dran, konnte aber nicht parieren.
Werder musste nun reagieren, doch Donezk ließ das lange nicht zu. Die Ukrainer hielten den Ball lange in den eigenen Reihen und ließen so die Uhr ablaufen. Mit fortschreitender Spieldauer riskierte Bremen mehr, drängte vehement auf den Ausgleich und nach 111 Minuten kam der eingewechselte Tziolis zum Abschluss, der Grieche schoss aber um Haaresbreite am rechten Pfosten vorbei. In der Schlussminute brachte Pizarro den Ball doch noch im Netz unter, doch laut Schiedsrichter Medina Cantalejo hatte der Peruaner zuvor Foul gespielt. Der Spanier erkannte den Treffer nicht an, so dass die Norddeutschen am Ende mit leeren Händen die Heimreise antreten mussten.
Für beide Mannschaften geht es kommenden Samstag mit dem Ligaalltag weiter. Donezk empfängt Tavrija Simferopol in einem Spiel um die "goldene Ananas", da es für beide Teams in der Meisterschaft um nichts mehr geht. Bremen kann dagegen ebenfalls samstags in Wolfsburg das Zünglein an der Waage in der Meisterfrage werden.
| Schachtar Donezk |
|---|
![]() ![]() Aufstellung: Pyatov (4,5) - Srna (2) , Kucher (3) , Chygrynskyy (3) , Rat (3) - Fernandinho (2,5) , Lewandowski (3) - Willian (3,5) - Trainer:
Lucescu |
| Werder Bremen |
