Bremens Trainer Thomas Schaaf, der seinen 48. Geburtstag feierte, wechselte nach dem 3:2 gegen Bochum viermal. Die zuletzt geschonten Fritz, Boenisch, Özil und Pizarro kehrten für Prödl, Tosic, Niemeyer und Rosenberg in die Startelf zurück. Nicht im Kader standen Pasanen, dem der Nagel am großen Zeh entfernt wurde, und Ersatzkeeper Vander (Knie).
Auf Hamburger Seite hatte Coach Martin Jol bei der 0:2-Niederlage in Dortmund ebenfalls einigen Akteuren eine Verschnaufpause gegönnt. Demel, Alex Silva und Olic rotierten wieder in die Mannschaft. Boateng, der international nicht einsatzberechtigte Tavares und Benjamin rutschten dafür aus der Anfangsformation. Nicht dabei waren die verletzten Jansen (Rippenprellung) und Petric (Schienbein).
Ohne langes Abtasten ging es im Weserstadion munter los. Bereits nach einer guten Minute setzte Pitroipa Olic hervorragend in Szene, frei vor Wiese scheiterte der Kroate aus etwas ungünstigem Winkel aber am Keeper (2.). Auf der Gegenseite hatte Rost wenige Sekunden später mit einem Diego-Schuss aus der zweiten Reihe leichte Probleme. Der HSV agierte selbstbewusst, wartete nicht ab und spielte nach vorne. Großchancen verbuchte die Jol-Elf vorerst zwar nicht mehr, dennoch hatten die Gäste in der Anfangsviertelstunde leichte optische Vorteile.
Bremen startete in der Folge zwar immer wieder eigene Angriffe, bis zu Rost kam die Schaaf-Elf aber nicht durch. Hamburg ging durchdachter zu Werke und kam zu Möglichkeiten. Nach einem abgeblockten Trochowski-Versuch bot sich Guerrero aus 16 Metern die Chance, Werder-Schlussmann Wiese reagierte jedoch hervorragend und lenkte den Flachschuss zur Ecke (22.). Sechs Minuten später war es aber soweit. Von Pitroipa eingesetzt, flankte Demel von rechts mustergültig nach innen, wo Trochowski von Fritz viel zu viele Freiheiten bekam und gegen Wieses Laufrichtung in den rechten Winkel köpfte - 0:1 (28.).
Bremen suchte danach die Antwort, fand sie aber nicht. Die Hausherren fanden kaum Mittel, die HSV-Defensive in Bedrängnis zu bringen. Auf der anderen Seite ging Hamburg bei Kontern zu fahrlässig um. Bei eigener Überzahl agierte Guerrero zu eigensinnig und suchte selbst den Abschluss, statt seine besser postierten Kollegen zu bedienen (39.). Kur vor dem Wechsel bot sich Pizarro nach einer Diego-Flanke die beste Gelegenheit für die Schaaf-Elf, der Peruaner köpfte aus aussichtsreicher Position aber weit vorbei (44.).
Nach dem Wechsel und einer kurz darauf folgenden kleinen Unterbrechung wegen starker Rauchentwicklung im Gäste-Block traf Aogo aus 17 Metern das Außennetz, ehe Bremen die Initiative übernahm. Werder marschierte energisch nach vorne, während Hamburg nun tiefer stand und auf Konter lauerte. Hugo Almeida scheiterte nach einem Rost-Fehler per Kopfball am Keeper (51.), Boenisch zielte aus der zweiten Reihe knapp vorbei (60.), ehe erneut der Portugiese einen langen Diego-Pass nicht verwerten konnte (61.).
Es ging nun hin und her. Olic scheiterte wie schon vor der Pause nach einem Alleingang an Wiese (65.), Pitroipa spitzelte die Kugel knapp am Tor vorbei (66.). Auf der anderen Seite vergaben Mertesacker nach einem Rost-Fehler (66.) und Rosenberg freistehend aus zehn Metern beste Ausgleichschancen (71.).
Bremen investierte viel und wollte das 1:1 erzwingen, der HSV stemmte sich aber mit Leidenschaft gegen das drohende 1:1 und verhinderte bis auf wenige Ausnahmen Großchancen. Wenn sich die Gelegenheit doch bot, dann schloss Werder zu unplatziert ab. So hatte Pizarro nach einem Patzer von Gravgaard die Möglichkeit, der Peruaner jagte das Leder aber über Rosts Kasten (77.).
Der Schaaf-Elf rannte die Zeit davon. Bremen drängte auf den Ausgleich, schnürte den HSV in den letzten zehn Minuten phasenweise ein, fand aber nicht den Weg zum Ziel. Pausenlos segelten Flanken in den Hamburger Strafraum, Pizarro (84.) und der eingewechselte Prödl (86.) hatten aber ebenso wenig Erfolg wie Naldo per Fernschuss (88.). Weil Pizarro das Leder in der Nachspielzeit selbst aus kürzester Distanz nicht an Rost vorbeibrachte, blieb es letztlich beim 0:1, das Hamburg beste Chancen auf den Finaleinzug beschert.
Bremen gastiert am nächsten Sonntag in Köln, der HSV empfängt zeitgleich im Spitzenspiel die Hertha aus Berlin. Das Rückspiel in Hamburg findet am kommenden Donnerstag statt. Dem HSV wird dann Guerrero Gelb-gesperrt fehlen.
| Werder Bremen |
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| Hamburger SV |
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0:1
Trochowski (28., Kopfball, Demel)
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Gelbe Karten |
