
Zenits Trainer Dick Advocaat musste nach dem 4:0 gegen den FC Bayern im Semifinale, das nach dem 1:1 in München den Weg ins Endspiel ebnete, auf Torjäger Pogrebnyak verzichten, der dabei die dritte Gelbe Karte sah. Dafür kamen zwei vorher gelbgesperrte Akteure zurück: Sirl und Arshavin standen im Vergleich zum Halbfinalrückspiel wieder in der Anfangsformation. Zudem rutschte der türkische Nationalstürmer Tekke aus dem zweiten Glied in die erste Elf.
Bei den Rangers vertraute Coach Walter Smith im Vergleich zum Halbfinalrückspiel beim AC Florenz (4:2 i.E.) auf exakt dieselbe Startformation. Glasgow hatte gegen die Italiener nach zwei Nullnummern vom Punkt das glücklichere Ende auf seiner Seite.
47.726 Zuschauer im City of Manchester Stadium, unter ihnen die Mehrzahl Schotten, beobachteten zu Beginn kein großes Taktieren der beiden Kontrahenten. Vor allem St. Petersburg nahm sofort Tempo auf und wirbelte kräftig, zunächst in Person von Arshavin, der einen Schnellangriff mit einem Schuss ans Außennetz beendete (4.).
Die taktische Ausrichtung zeigte sich schon nach wenigen Minuten: Die Rangers, die Zenit mit einem prima Angriff über mehrere Stationen fast überrascht hätten - Shirokov rettete im letzten Moment vor Thomson (7.) -, erwarteten den Gegner mit einer ersten Viererkette an der Mittellinie und vor der Abwehr sicherte Hemdani als "Sechser" zusätzlich ab.
Eine Lücke zu finden, war unter diesen Voraussetzungen schwer. Die Russen hatten zwar alsbald ein deutliches Übergewicht, testeten Glasgows Keeper Alexander in der Anfangsphase aber nur mit zwei Distanzschüssen (Tymoshchuk, 6., Sirl, 12.). Nur selten konnte der Bayern-Bezwinger noch Fahrt aufnehmen und verfing sich früher oder später im Abwehrnetz der kampfstarken Schotten. Die zeigten sich kaum in der gegnerischen Hälfte, geschweige denn vor des Gegners Tor, die einzige Spitze Darcheville stand meist auf verlorenem Posten.
Die Advocaat-Schützlinge agierten im weiteren Verlauf wenig einfallsreich, bis zur nächsten Möglichkeit dauerte es eine knappe halbe Stunde, als Anyukovs 20-Meter-Knaller Alexander auf den Plan rief (29.). Das Spiel der favorisierten Russen verlief bis zur Pause zu statisch, um die stabile Deckung der Rangers zu überlisten. Waren Tymoshchuk & Co. einmal in Schussposition, dauerte der Abschluss zu lang (Tekke, 42.). Auf der Gegenseite vergab Thomson mit einem direkten Freistoß aus 18 Metern eine der wenigen Gelegenheiten der Smith-Elf (45.), und Sekunden vor dem Ende einer überschaubaren ersten Halbzeit blieb ein unabsichtliches Handspiel von Broadfoot richtigerweise ungeahndet.
Unverändert kamen beide Teams aus der Kabine, unverändert blieb zunächst das Bild auf dem Rasen: Zenit kam, Glasgow verteidigte. Und fuhr gegen die unermüdlich anrennenden St. Petersburger einen prima Konter: Davis steil zu Darcheville, der aus halbrechter Strafraumposition Malafeev zu einer Fußabwehr zwang. Im nachfolgendem Tohuwabohu im Fünfmeterraum verhinderten der Keeper und seine Vorederleute mit Glück den Rückstand (54.).
Die Rangers waren nun deutlich besser im schneller gewordenen Spiel. Whittakers 16-Meter-Schuss wurde von Krizanac zur Ecke abgefälscht. Die mutierte freilich zum Konter für Zenit: Arsahavin übersprintete dabei den unnötigerweise herausgeeilten Alexander, doch Papac klärte gegen den Heber aus 16 Metern auf der Linie (63.).
In der nun offenen Partie gelang dann St. Petersburg der vorentscheidende Schlag: Anyukov erkämpfte in der Abwehr den Ball, und dann ging es ganz schnell nach vorne: Arshavin im Zusammenspiel mit Denisov, der im Strafraum frei vor Alexander die Nerven behielt und aus elf Metern überlegt ins rechte Eck einschoss (72.).

Die Russen standen wenig später kurz vor Treffer Nummer zwei: Arshavin erwischte einen Abpraller im Strafraum und flankte auf Zyryanov, der aus acht Metern den linken Außenpfosten anvisierte (76.).
Danach änderten sich die Vorzeichen: Glasgow kam nun, und Coach Walter Smith brachte nach und nach drei offensive Kräfte. Und tatsächlich hatte der eingewechselte Boyd eine gute Ausgleichschance, wurde aber vom zweiten Joker McCulloch dabei behindert (90.+1.).
Den Russen gelang bei einem Entlastungsangriff dagegen die endgültige Entscheidung: Tekke wurde links im Strafraum freigespielt und behielt den Überblick, passte quer auf Zyryanov, der aus drei Metern nur den Fuß hinzuhalten brauchte - der erste internationale Erfolg für St. Petersburg war perfekt (90.+4).
| Zenit St. Petersburg |
|---|
| Glasgow Rangers |

