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12.11.2012, 16:25

Stuttgart rätselt nach dem 2:4 gegen Hannover

VfB: Die Gründe für den Blitz-Einbruch

"Das ist brutal bitter": Der VfB Stuttgart hat es am Sonntag geschafft, binnen 16 Minuten aus einer komfortablen 2:0-Pausenführung gegen Hannover 96 noch eine herbe 2:4-Heimniederlage zu machen. Und rätselt: Wie konnte das passieren? Die Ursachen sind vielschichtig - und geben Trainer Bruno Labbadia auf schmerzliche Weise recht.

Zdravko Kuzmanovic und eine Hannoveraner Jubeltraube
Wenn plötzlich nichts mehr geht: Zdravko Kuzmanovic und der VfB Stuttgart brachen gegen Hannover ein.
© Getty ImagesZoomansicht

Ob die Spieler ihrem Trainer Folge leisteten, ist nicht überliefert. "Wir müssen uns in den Hintern beißen", schloss Bruno Labbadia nach dem Tiefschlag gegen Hannover, einer Niederlage, die, so der VfB-Coach, "schwer zu fassen ist". Nach "sensationellen" 45 Minuten, in denen seine Mannen in allen Belangen besser gewesen waren, erfolgte ein Blitz-Einbruch wie selten zuvor. Zuletzt hatten die Schwaben am 3. Dezember 1994 daheim nach einer 2:0-Führung noch verloren (2:4 gegen Gladbach). Diesmal führte die Suche nach Gründen zuallererst ins eigene Lager, genauer gesagt in die eigene...

... Psyche: Dass ein 2:0 tückisch sein kann, ist eigentlich nichts Neues. Und trotzdem wusste der VfB nach dem Anschlusstor den Schalter nicht noch einmal umzulegen. "Irgendwann bist du in der Negativspirale gefangen und kannst nichts mehr dagegen tun", beschrieb Torschütze Christian Gentner diese spielentscheidenden Minuten. "Wir waren nicht mehr zu 100 Prozent konzentriert", räumte Keeper Sven Ulreich ein. Der VfB fand plötzlich nicht mehr statt.

Wenn wir zehn bis 15 Prozent nachlassen, dann bekommen wir Probleme.Bruno Labbadia

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Und Labbadia musste sich bestätigt fühlen: "Wir haben gesehen, wenn wir 100 Prozent geben, dass wir richtig tollen Fußball spielen können. Wenn wir aber zehn bis 15 Prozent nachlassen, dann bekommen wir Probleme." Identisches hatte er schon nach dem Frankfurt-Spiel (2:1) kundgetan - damals freilich noch in Form einer Vorwarnung. Bei den Schützlingen verhallte sie am Sonntag. Ein Problem, das jedoch erst akut wurde durch...

... Hannovers Umstellungen: 96-Trainer Mirko Slomka nahm zur Pause optimale Korrekturen vor. Die Doppel-Sechs wurde zugunsten eines "Zehners" (Jan Schlaudraff) aufgelöst, später kam noch Mohammed Abdellaoue. Das Ergebnis waren drei Joker-Tore und Labbadias Erkenntnis: "Wir haben komplett unsere Linie verloren." Obwohl mit einer Reaktion von Slomka zu rechnen war, reagierte der VfB auf den umformierten Gegner überrascht. Er fand keinen Zugriff mehr, es fehlte eine ordnende Hand. Vor allem die von...

... William Kvist: Seit Labbadia in sein System zwei Achter integriert hat, war der Däne alleiniger Sechser - und kam damit hervorragend zurecht. Nun aber fehlte er mit einem Magen-Darm-Infekt, Zdravko Kuzmanovic schlüpfte erstmals von Beginn an in diese Rolle. Und bekam Probleme, als Hannover Kreativkraft Schlaudraff (kicker-Note 2, Spieler des Spiels) einwechselte, dessen Ideenreichtum der Serbe nur selten bremsen konnte. Doch längst nicht nur er leistete sich urplötzlich einfachste Ballverluste und anderweitige...

... individuelle Fehler: "Wir haben genau das gemacht, was wir nicht machen wollten: einfache Fehler, die Hannover in die Karten gespielt haben", analysierte Labbadia die zweite Hälfte. Angefangen bei Ulreich, der Artur Sobiech das 1:2 auflegte, verloren auch die Vordermänner jegliche Souveränität - der Tiefpunkt war Artur Bokas haarsträubende Grätsche, die zum zweiten 96-Elfmeter und damit zum 2:4-Endstand führte. Hannover nutzte die Aussetzer "gnadenlos", wie Sportdirektor Fredi Bobic zerknirscht feststellte. Der VfB befeuerte so die imposante Aufholjagd.

Wir müssen jetzt zeigen, dass wir stabiler sind als zu Beginn der Saison.Christian Gentner

Was am Ende blieb, war die Erkenntnis, dass beim VfB weder personell noch auf dem Platz viel passieren darf, will man einen Gegner auf vermeintlicher Augenhöhe ausstechen. Nach zuvor sieben Spielen ohne Niederlage am Stück sprach Innenverteidiger Georg Niedermeier dennoch zu Recht von einem "Ausrutscher". Man müsse jetzt zeigen, "dass wir stabiler sind als zu Beginn der Saison und uns diese Niederlage nicht umwirft", forderte Stuttgarts Bester, Gentner, der es abschließend als mutmaßlich Erster schaffte, dem jüngsten 4:4 der Nationalelf gegen Schweden etwas Positives abzugewinnen: "Deutschland hat am Ende wenigstens noch einen Punkt geholt. Wir stehen mit leeren Händen da."

12.11.12
 

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