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24.09.2012, 16:19

Überblick: Auch Inter kann den Heimfluch nicht besiegen

Lazio verliert erstmals - Milan-Krise verschärft

Beim AC Mailand wird es für Coach Massimiliano Allegri langsam eng: Die Rossoneri kassierten in Udine am Sonntag die nächste Niederlage. Auch Inter konnte den San-Siro-Fluch nicht brechen und verlor zuhause gegen Schlusslicht Siena. Napoli musste in Catania Punkte lassen, Sampdoria verließ den Platz am Mittag erstmals nicht als Sieger. Da auch Lazio im Abendspiel überraschend gegen den CFC Genua verlor, ist Meister Juve (2:0 gegen Chievo) das einzige Team mit weißer Weste. In Cagliari gab es eine Spielabsage.

Merkel gegen Candreva
Kopf an Kopf: Alexander Merkel (l.) feierte mit dem CFC Genua einen 1:0-Erfolg im Stadio Olimpico.
© Getty Images

Zum erst zweiten Mal in seiner Geschichte startete Lazio mit drei Siegen in die Saison - das hatte es bislang nur 1974/75 gegeben. Entsprechend groß war die Euphorie um die Laziali und ihre Erfolgsgaranten Hernanes und Klose, die in der Liga beide schon dreimal getroffen hatten. Mit den beiden in der Startelf errang Lazio 16 der letzten 21 Liga-Erfolge. Vielleicht hätte Lazio-Coach Vladimir Petkovic diese Statistik für das Heimspiel gegen den CFC Genua besser beherzigen sollen. Da Klose sich nach seinem 90-minütigen Europa-League-Einsatz in Tottenham (0:0) auf der Bank wiederfand, war das Erfolgsduo gesprengt.

Der deutsche Nationalspieler kam erst in der 75. Minuten beim Stand von 0:0 auf den Platz - und hätte in seiner ersten Szene fast das Führungstor erzielt. Sein Schuss aus spitzem Winkel rauschte aber knapp am langen Eck vorbei. So jubelten im Olimpico wenig später die Gäste, bei denen Merkel zur Pause ausgewechselt wurde: Nach einem Konter traf Borriello ein wenig aus dem Nichts zum 1:0 (79.). Lazio musste danach sogar in Unterzahl agieren, weil sich Biava bei der Verfolgung Borriellos verletzte, Petkovic aber bereits dreimal ausgewechselt hatte. So setzte es die erste Pleite der Saison.

Milan-Schreck di Natale bringt Allegris Stuhl ins Wanken

Lieblingsgegner Milan: In acht Spielen gegen die Rossoneri traf di Natale zuletzt achtmal.
© Getty ImagesZoomansicht

Beim AC Mailand lagen die Nerven nach dem schwachen Saisonstart - zwei Heimniederlagen zum Auftakt hatte es bislang nur 1930/31 gegeben! - unter der Woche völlig blank: Bei einem Training der Milan-Jugend gerieten Rossoneri-Coach Massimilano Allegri und Filippo Inzaghi heftig aneinander - fast kam es zu Handgreiflichkeiten. Läuft Allegris Zeit in Mailand ab? Der Ausdruck Schicksalsspiel machte jedenfalls schon vor dem Auftritt in Udine die Runde - und der dürfte nicht gerade zur Besserung der Lage beigetragen haben.

Abgesehen von einer 15-minütigen Drangphase im ersten Durchgang lieferte Milan erneut eine schwache Vorstellung ab. Fünf Minuten vor der Pause ging Udine in Führung. Wieder einmal patzte Milan-Torhüter Abbiati, der Schwede Ranegie bedankte sich und staubte ab. Nach dem Wechsel glichen die Rossoneri durch El Shaarawy, der alle seiner drei bisherigen Serie-A-Treffer gegen Udine erzielte, zwar aus, doch dann nahm das Unheil seinen Lauf: Zapata foulte Ranegie im Sechzehner und sah Gelb-Rot, di Natale schoss die Hausherren wieder nach vorne. Gegen Milan spielt der kleine Torjäger besonders gerne, in den letzten acht Vergleichen traf er gegen die Lombarden achtmal. Kurz vor dem Ende verloren die Gäste auch noch Boateng, der ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz musste.

Allegri sieht schweren Zeiten entgegen. Noch stärkt ihm die Vereinsführung den Rücken: "Allegri steht nicht zur Debatte. Er hat das volle Vertrauen von mir und dem Präsidenten", versicherte Berlusconi-Vize Adriano Galliani nach dem Spiel. Doch die Halbwertszeit solcher Aussagen ist auch in Mailand oft nicht allzu lang. Erst Recht, wenn es am Mittwoch gegen Cagliari wieder keinen Heimsieg gibt.

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San Siro bleibt kein gutes Pflaster für Mailänder

Auch dem Mailänder Nachbarn erging es am Sonntag kaum besser. Inter kassierte gegen den AC Siena eine überraschende 0:2-Pleite. Die Nerazzurri gaben gegen die Toskaner, die in Mailand noch nie gewonnen hatten, zwar klar den Ton an, nutzten jedoch ihre Chancen nicht - und liefen in einen Konter, den Vergassola erfolgreich abschloss (73.). In der Nachspielzeit machte der eingewechselte Valiani die Überraschung perfekt. Der Heimfluch in San Siro, wo im Sommer ein neuer Rasen verlegt wurde, hält damit an. Die vereinigte Heimbilanz der beiden Mailänder Topklubs in dieser Saison ist ernüchternd: Sieben Pflichtspiele, zwei Unentschieden, fünf Niederlagen! Noch ein bemerkenswerter Fakt bei Inter: Kapitän Zanetti wurde geschont und stand damit erstmals seit Dezember 2008 (!) nicht in der Startelf.

Siena jubelt in Mailand
Auch in Mailand jubelte Schwarz-Weiß: Siena feiert die Entscheidung in der Nachspielzeit.
© Getty Images

Der SSC Neapel ließ in Catania derweil erstmals in dieser Saison Federn. Und das, obwohl die Sizilianer nach Rot gegen Alvares (2., Notbremse gegen Cavani) fast die komplette Partie über in Unterzahl agieren mussten. Doch es blieb dabei: Am Fuße des Ätna hat Napoli noch nie gewonnen. Kurz vor Schluss bewahrte die Latte die Gäste sogar vor einer Niederlage.

Die erste Trainerentlassung sah die Serie-A-Saison schon nach drei Spieltagen. Dass sie in Palermo über die Bühne ging, versteht sich fast schon von selbst. Giuseppe Sannino war nach einem Punkt und 1:7 Toren das neueste Opfer von "Trainer-Killer" Maurizio Zamparini. Nachfolger Gian Piero Gasperini, in der vergangenen Saison erfolglos bei Inter, begann seine Amtszeit in Bergamo - und kam mit einem 0:1 zurück. Kein guter Start in die Beziehung mit den Rosanero. Zamparini wird bestimmt schon unruhig.

Stadio Is Arenas - die Debatte nimmt kein Ende

Stadio Is Arenas in Cagliari
Erstligatauglich - oder doch nicht? In Cagliari gehen die Meinungen über das Stadio Stadio Is Arenas auseinander.
© imago

Das Spiel der Roma in Cagliari wurde von den Behörden kurzfristig in der Nacht abgesagt. Die Administration entschied sich gemeinsam mit der Polizei nach einem Krisengespräch hierzu. Hintergrund: Eigentlich hätte die Partie im Stadion Is Arenas hinter verschlossenen Türen stattfinden sollen, das trotz Umbaumaßnahmen immer noch nicht erstligatauglich ist. Nach Querelen mit der Kommune über die eigentliche Spielstätte, das Stadio Sant'Elia, war Cagliari in der vergangenen Saison häufiger sogar ins mehrere hundert Kilometer entfernte Triest umgezogen.

Nun schickte der Gastgeber aber dennoch eine Einladung ans Publikum heraus. Cagliari-Präsident Massimo Cellino veröffentlichte ein entsprechendes Statement auf der Website des Klubs. Dauerkarteninhaber seien willkommen, hieß es da. Aus seiner Sicht sei die Spielstätte sehr wohl für ein Serie-A-Spiel geeignet. Die Mitteilung rief dann die Behörden auf den Plan - mit der Absage des Spiels als Folge. Am Montag sprach das Sportgericht des italienischen Verbandes der Roma am grünen Tisch einen 3:0-Sieg zu.

Der "Toro" klaut Sampdoria spät die ersten Zähler

Konterkarierte Sampdorias Überlegenheit mit seinem Elfmeter zum 1:0 (Endstand 1:1: Torinos Rolando Bianchi.
Konterkarierte Sampdorias Überlegenheit mit seinem Elfmeter zum 1:0 (Endstand 1:1: Torinos Rolando Bianchi.
© Getty Images

Auftakt am Sonntagmittag war in Genua. Sampdoria duellierte sich mit Mitaufsteiger Torino - und gab erstmals Punkte auf dem Rasen ab. Nach zwei Elfmetertoren durch Bianchi für die Gäste (gegen Pescara hatte er noch verschossen) und den eingewechselten Pozzi für die überlegenen Ligurier hieß es am Ende 1:1. "Samp" war mit einem Minuspunkt in die Saison gestartet und hatte dann die ersten drei Partien gewonnen.

Jovetic scheitert vom Punkt, Valdes nutzt den zweiten Versuch

Verschoss kurz vor Schluss einen Elfmeter: Der Florentiner Jovetic (re.), hier gegen Parmas Galloppa.
Verschoss kurz vor Schluss einen Elfmeter: Der Florentiner Jovetic (re.), hier gegen Parmas Galloppa.
© Getty ImagesZoomansicht

Vor fünf Jahren hatte Luca Toni den AC Florenz Richtung München verlassen. Am vergangenen Sonntag kehrte er mit einem Treffer gegen Catania zurück. Beim Gastspiel der Fiorentina am frühen Samstagabend in Parma saß der ehemalige Bayern-Spieler zunächst auf der Bank und konnte von dort die Führung für seine Toskaner bestaunen - Roncaglia brachte die Mannschaft von Vincenzo Montella in der 20. Minute in Front. Diesen Vorsprung verteidigte Florenz bis in die Schlussphase hinein - Toni wurde in der 69. Minute eingewechselt. In der 88. Minute flog Parmas Rosi nach einer Notbremse vom Platz und Jovetic hätte mit dem fälligen Elfmeter alles klarmachen können, doch der Montenegriner scheiterte vom Punkt. Schlimmer noch: In der zweiten Minute der Nachspielzeit machte Parma dank Valdes den Ausgleich - ebenfalls per Elfmeter, den Toni per Handspiel verursachte. Es war der dritte Elfmeter in diesem Spiel, da Fiorentinas Keeper Viviano schon den Foulelfmeter von Valdes in der 56. Minute pariert hatte.

Juventus braucht Geduld gegen Chievo - und Quagliarella

Auch der Meister war am Samstagabend gefordert. In der Champions League lieferte Juventus bei Titelverteidiger Chelsea eine tolle Leistung ab (2:2), gegen Chievo Verona brauchten die Turiner über eine Stunde Anlaufzeit. Dann brachte der italienische Nationalspieler Quagliarella, der schon an der Stamford Bridge getroffen hatte, die Juve mit einem Doppelschlag binnen fünf Minuten (63., 68.) auf die Siegerstraße. Der ehemalige Leverkusener Vidal wurde in der 52. Minute eingewechselt. Durch den Erfolg ist der Rekordmeister auch im 43. Liga-Spiel in Folge ungeschlagen geblieben und jagt damit weiter den unglaublichen Rekord des AC Mailand, der zwischen 1991 und 1993 58-mal in Serie den Platz nicht als Verlierer verließ. Mit dem vierten Sieg im vierten Ligaspiel führt die alte Dame das Tableau an und ist nach den Ergebnissen vom Sonntag als einziges Team noch verlustpunktfrei.

24.09.12
 

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