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27.05.2018, 20:22

Chaoten provozieren Spielabbruch in Mannheim

Beister stellt den Modus infrage

Hustende Spieler, Spielerfrauen und Offizielle. Kurz nachdem das Relegationsrückspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem KFC Uerdingen beim Stand von 1:2 abgebrochen werden musste, dringt Reizgas in die Katakomben des Stadions. "Das ist wirklich traurig", findet Bernhard Trares.

Maximilian Beister
Zeigte auch Mitgefühl: Maximilian Beister.
© imagoZoomansicht

Der Trainer der Kurpfälzer, die nun zum dritten Mal in Serie in der Relegation zur 3. Liga gescheitert sind, ist einfach nur enttäuscht. Nicht nur wegen der Niederlage. Sondern eben auch, weil das Duell vor gut 24.000 Zuschauern nach zwei Unterbrechungen kurz vor Schlusspfiff abgebrochen werden muss. Massenhaft Böller und Pyrotechnik fliegen aus dem Mannheimer Block auf den Rasen. Eine Fortsetzung? Undenkbar. Trares findet differenzierte Worte: "Die Fans haben uns diese Saison super, super unterstützt. Ich finde es schade, dass die heute, wie soll ich sagen, mit Kriegswaffen teilweise reingekommen sind. Im Grunde waren wir die ganze Saison stolz auf diese Leute, die nun so einen Unfug getrieben haben. Das ist nicht zu entschuldigen."

Im Grunde vereint die hitzige Partie beide Extreme. Das Positive, denn tatsächlich war es unglaublich laut im Carl-Benz-Stadion. Euphorisierend, elektrisierend. Mit einer eindrucksvollen Choreo vor dem Anstoß (jedoch auch unter dem Einsatz von Rauchtöpfen). Aber leider eben einmal mehr auch das Negative. Angefangen mit einer Schlägerei nach dem Mannheimer Ausgleich vor der Westtribüne, die vor allem von Gästeanhängern besetzt war, die sich in Sachen Böllern ebenfalls "schadlos" hielten. Dann eben gegen Ende der zweiten Hälfte, als Schiedsrichter Patrick Ittrich wegen der Böllerwürfe ein zweites Mal unterbrechen muss und die Akteure in die Katakomben bittet. Und eben, als die Protagonisten das Feld wieder betreten, weil sich die Lage beruhigt hat - nur kurz. Denn danach feuern einige Chaoten weiter, so dass der Unparteiische eine Fortsetzung nicht mehr gewährleisten will.

Von Verbandsseite muss sich keiner wundern, dass die Leute ausrasten, wenn du dreimal in so eine Scheiß-Relegation musst und dreimal scheiterst.Maximilian Beister

Offenbar wurde in diesem Zeitraum auch Reizgas von der Polizei versprüht. Zahlreiche Spieler und Funktionäre kommen mit roten Augen und hustend in die Katakomben, wo das Atmen weiter schwerfällt. "Das sind Dinge, die man in einem Fußballstadion nicht sehen will", findet SVW-Geschäftsführer Markus Kompp. Maxi Beister von der siegreichen Krefelder Seite pflichtet ihm bei: "Dass es so extrem ist, kann man dann nur bedingt gutheißen." Allerdings geiselt der Offensivmann auch den Aufstiegsmodus: "Wenn du dreimal in die Relegation musst als Meister oder Vize-Meister und es dreimal nicht packst, dann ist die Enttäuschung, dann ist der Frust da. Von Verbandsseite muss sich keiner wundern, dass die Leute ausrasten, wenn du dreimal in so eine Scheiß-Relegation musst und dreimal scheiterst."

Gerechteres System soll ausgearbeitet werden

Die fünf Regionalligameister steigen nicht direkt auf, sondern spielen - nun zum letzten Mal - aufgestockt mit dem Zweiten der Südweststaffel im K.-o.-Modus drei Aufstiegsplätze aus. Im Dezember 2017 änderte der DFB-Bundestag das System, für die nächsten beiden Spielzeiten kommt ein vierter Aufstiegsplatz in die 3. Liga dazu, was die Meisterproblematik jedoch nur entschärft. Bis zur Runde 2020/21 soll ein gerechteres System ausgearbeitet werden, wofür der Verband eine Ad-hoc-Kommission zusammengestellt hat. Sie tagt an diesem Montag erstmals. Die Bilder von Mannheim dürften dort gewiss auch diskutiert werden.

Benni Hofmann

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weitere Infos zu Beister

Vorname:Maximilian
Nachname:Beister
Nation: Deutschland
Verein:KFC Uerdingen 05
Geboren am:06.09.1990


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