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01.10.2013, 12:47

Leipzig: Nur ein Punkt aus acht Spielen

Hoffen auf Klub-Idol Scholz

Der Trainer ist weg. Und die Finanznöte sind groß. Nun soll es bei Lok Leipzig ein Ex-Spieler richten. Die schwarze Serie des 1. FC Lok Leipzig ist auch in Jena nicht gerissen. Interimscoach Eric Eiselt (35) wertete die siebte Saisonniederlage (bei einem Remis) dennoch als kleinen Lichtblick. "Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen , sie hat stark gekämpft und letztlich unglücklich verloren", betonte der bisherige Assistenzcoach, der am vergangenen Montag das Traineramt vom beurlaubten Carsten Hänsel (30, Vertrag bis 2015) übernommen hatte.

Heiko Scholz
In Gesprächen bei Lok Leipzig: Heiko Scholz.
© imagoZoomansicht

"Die sportliche Situation ließ uns keine andere Wahl", erklärte Präsident Heiko Spauke, "es hat einfach nicht mehr gepasst, auch nicht zwischen Trainer und Team." Hänsel hatte nach der Fast-Insolvenz in der vergangenen Saison mit halbiertem Spieleretat einen personellen Umbruch vornehmen müssen. Der vom HFC II gekommene Trainer verzichtete dabei bewusst auf routinierte Akteure wie Kapitän Jens Werner oder Felix Bachmann, setzte vorwiegend auf junge Neuzugänge aus der Oberliga, die aber nur teilweise die nötige Qualität mitbrachten. Lok entwickelte zu wenig Durchschlagskraft, litt unter gravierender Abschluss-Schwäche und verlor durch haarsträubende individuelle Fehler selbst überlegen geführte Partien. Dass Hänsel kaum auf Vorschläge erfahrener Leistungsträger einging, trug zum Scheitern bei. "Die Stimmung war nicht mehr gut", betonte Stürmer Steve Rolleder.

Ein möglicher Nachfolger saß am Sonntag sowohl vor als auch nach dem Spiel mit dem Vorstand der Leipziger zusammen: Heiko Scholz (47), bis November Trainer bei Viktoria Köln. "Es war ein sehr gutes, konstruktives Gespräch", ließ sich Spauke entlocken. Und auch das ehemalige Klub-Idol Scholz machte keinen Hehl daraus, dass "Lok eine reizvolle Aufgabe wäre." Der langjährige Bundesligaprofi (159 Einsätze, 11 Tore für Dresden, Leverkusen, Bremen), der einst in Leipzig-Probstheida zum Nationalspieler (7 für den DFV, 1 für den DFB) wurde und 1987 im Finale des Europapokals der Pokalsieger gegen Ajax Amsterdam stand, stellte jedoch klar, dass er "eine Perspektive braucht, die Chance, etwas bewegen zu können. Ohne Verstärkungen im Winter ist der Klassenerhalt kaum zu schaffen."

Beide Parteien hoffen auf eine schnelle Lösung. Scholz, der einen Vertrag bis Saisonende erhalten soll, wäre es am liebsten, "wenn es bis Mittwoch oder Donnerstag über die Bühne geht".

Doch das könnte an der Finanznot scheitern. Lok müsste für Scholz und seine Vorstellungen zusätzliches, externes Geld auftreiben. "Wir arbeiten daran", versicherte Spauke, "aber die wirtschaftliche Konsolidierung hat Priorität." Lok, das im Frühjahr 618 000 Euro Verbindlichkeiten hatte, will bis 2015 schuldenfrei sein. Der Klub einigte sich mit den Gläubigern auf eine Quote, muss monatlich eine höhere vierstellige Summe aufbringen. Ein Trikot-Sponsor ist derweil nicht in Sicht. Die Verlosung der Jersey-Brust wurde wegen mäßigen Interesses - nur knapp 40 Unternehmen erwarben Lose zu 1000 Euro - auf das Rathenow-Heimspiel am 6. Oktober verschoben.

Steffen Enigk

 
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Vereinsdaten

Vereinsname:1. FC Lok Leipzig
Gründungsdatum:10.12.2003
Vereinsfarben:Blau-Gelb
Anschrift:1.FC Lokomotive Leipzig
Connewitzer Straße 21
04289 Leipzig
Telefon: (03 41) 86 99 90
Telefax: (03 41) 86 99 911
Internet:http://www.lok-leipzig.com/