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20.03.2013, 10:13

Mainz II: Angreifer will sich in der Regionalliga beweisen

Sliskovic wagt den Neuanfang

Petar Sliskovic trifft wieder. Für Mainz 05. Der kleine, feine Unterschied gegenüber der Saison 2010/11: Der 22-jährige stürmt nicht in der Bundesliga für den Karnevalsverein, son­dern drei Klassen tiefer in der Regionalliga. Von den Ausleihen zum FC St. Pauli und Dynamo Dresden hatte sich der hoch ta­lentierte Angreifer den Durch­bruch versprochen. Das Vorha­ben misslang. Nun wagt er einen Neuanfang in Mainz, wenn auch zunächst nur in der zweiten Mannschaft.

Petar Sliskovic (li.) im Zweikampf mit Freiburgs Mike Schulz
"Es liegt an mir": Petar Sliskovic (li.) will sich bei der U 23 für das Mainzer Profiteam beweisen.
© imagoZoomansicht

Zurück auf Start. Die Initiati­ve, dass Sliskovic die Reset-Taste drückt, hatte Manager Christian Heidel (49) in der Winterpause ergriffen: "Petar ist ein Mainzer Junge. Wir haben ihm geraten, ins gewohnte Umfeld zurückzu­kehren. Bevor er in Dresden noch ein halbes Jahr ohne Spielpraxis ist, kann er sich bei uns im Regi­onalligateam neu empfehlen. Wir lassen ihn nicht fallen."

Sliskovic, der sich weder beim FC St. Pauli noch bei Dynamo Dresden durchsetzen konnte, ist dankbar für die neue Chance. Er zeigt sich einsichtig: "Mein Fehler war, überhaupt hier wegzugehen. Ich wusste nicht zu schätzen, was ich in Mainz hatte. Wie hoch die Qualität im Training ist. Ich hätte mehr Geduld zeigen müssen."

Diese Einschätzung teilt And­re Schubert (41), der sein Trainer beim FC St.Pauli war. "Wenn jun­ge Spieler einige wenige Einsätze in der Bundesliga und oben mit­trainiert haben, dann gehen sie davon aus, dass sie auf Anhieb in der 2. Liga spielen würden. Doch die Konkurrenz ist dort, wie auch bei uns damals, groß." An Marius Ebbers (35), Ma­hir Saglik (30) oder Max Kruse (24/jetzt SC Freiburg) kam die Mainz-Leihgabe nicht vorbei. Als er spürte, dass es auch in Hamburg schwer für ihn wird zu spielen, setzte sich Sliskovic zusätzlich unter Druck.

Sein Anspruchsdenken ist sehr hoch.Andre Schubert über seinen ehemaligen Spieler

Schu­bert glaubt, dass sich der Stür­mer beim Vorankommen zum Teil selbst im Wege stand: "Petar ist ein Spieler, der unheimlich viel von sich erwartet. Sein An­spruchsdenken ist sehr hoch." Sliskovic stagnierte. Auch, weil er nicht in St. Paulis Spielsys­tem mit nur einer Spitze passte. Dazu Schubert: "Petar braucht für sein Spiel gewisse Räume. Sich mit dem Rücken zum Tor behaupten zu müssen, ist ihm schwergefallen." Und nicht sein Spiel. Trotz 1,93-Meter-Garde­maß ist er kein Stürmer, der vor­ne steht, kopfballstark ist und auf Bälle wartet. Sliskovic ist der Typ Angreifer, der sich mal fal­len lässt, 1:1-Situationen sucht, auf die Seiten ausweicht und ins Spiel eingebunden sein möchte.

Ausleihe missglückt, Rückkehr nach Mainz. Dort wollte er im Sommer 2012 bleiben. Als sich aber Anfragen von Zweitligis­ten häuften und die Chance auf Einsätze im 05er-Profiteam eher gering war, hielt man es für das Beste, einen zweiten Klubwech­sel auf Zeit zu starten.

Sliskovics Rückholaktion geht auf

Doch auch Dresden wurde für Sliskovic zum Reinfall: "Ich hatte eigentlich ein gutes Ge­fühl beim Wechsel. Bei Dynamo habe ich aber keine wirkliche Chance bekommen, nicht ein­mal von Beginn an gespielt." Mit ein Grund dafür soll gewesen sein, dass Sliskovic im Training deutlich abgefallen ist und der später beurlaubte Trainer Ralf Loose (50) deshalb lieber auf eine Spitze (Mickael Poté) statt auf zwei Stürmer setzte. Sport­chef Steffen Menze (44) sagt zur vorzeitigen Trennung: "Ich hätte mir mehr Einsatzzeiten von Pe­tar gewünscht, um ein reelleres Urteil fällen zu können.

Von der Einstellung kann man ihm nichts vorwerfen. Es fehlte ihm in ge­wissen Phasen aber das Durch­setzungsvermögen und die Über­zeugungskraft." Vor allem fehlte ihm die Rü­ckendeckung seines Trainers. "Petar braucht einen Trainer, der auf ihn baut. Und eine Man­schaft, die eine Philosophie mit viel Ballbesitz hat, von hinten heraus Fußball spielt. Mit sei­nem Talent ist er bei uns bes­ser aufgehoben als in der rauen 2. Liga", glaubt Martin Schmidt (45). Unter dem Schweizer hatte sich Sliskovic vor zwei Jahren mit zwölf Toren in 17 Regionalliga­spielen für den Sprung zu den Profis empfohlen. Zurück beim alten Trainer blüht der Stürmer erneut auf. Seine Bilanz: drei Tore in den ersten drei Spielen.

Die Rückholaktion scheint also aufzugehen. Schmidt könnte recht behalten mit der Progno­se: "Petar wird erneut angreifen und noch viel mehr Tore bei uns schießen." Worauf es ankommt, weiß der Heimkehrer: "Es liegt an mir. Wenn es gut läuft, werden sie mich im Sommer wahrscheinlich wieder nach oben in das Profi­team holen."

Uli Gerke

20.03.13
 
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weitere Infos zu Sliskovic

Vorname:Petar
Nachname:Sliskovic
Nation: Kroatien
Verein:Stuttgarter Kickers
Geboren am:21.02.1991