Leipzig: Auswärts sind die Leipziger noch ohne jeglichen Punktverlust, gewannen alle sechs Spiele. Das Stadion wird am Sonntag - wie schon bei den sensationellen Pokalspielen gegen Wolfsburg und Augsburg - fest in Leipziger Hand sein.
Vor großen Kulissen fühlen sich die mit namhaften Profis bestückten Rasenballer besonders wohl, haben immer gut gespielt. Die Männer der letzten Woche heißen Danie Frahn und Timo Röttger. Frahn ist mit neun Punktspieltoren und drei Pokaltreffern eine Tormaschine. Röttger ist das Schwungrad auf rechts, gewinnt die wichtigen Offensive-Duelle.
Kiel: Ganz eindeutig die Heimstärke (optimale 18 Punkte) und die Offensive. Nicht zuletzt dank des Kreativ-Quartetts Jaroslaw Lindner (7 Treffer), Marc Heider, Fiete Sykora (beide 6) und Rafael Kazior (4) steht die Torfabrik der Liga in Kiel. Bis auf Titelkonkurrent Leipzig hat keine Mannschaft in Heimund Auswärtsspielen zusammen mehr Tore erzielt als die "Störche" allein bei ihren sechs Auftritten im Holstein-Stadion (26). Dabei entwickelt das kombinationsfreudige Team von Cheftrainer Thorsten Gutzeit aus der variantenreichen 4-2-3-1-Grundordnung sowohl aus dem Spiel heraus als auch bei Standards Gefahr für den Gegner.
Leipzig: Die Roten Bullen sind der Meinung, beim ansprechenden 4:0-Sieg gegen Hannover gleich zwei Gegner besiegt zu haben: Die jungen 96er und die bis dato kolportierte Heimschwäche. Zuvor gelang ihnen lediglich ein Sieg auf eigenem Platz, zudem blieben sie noch nie ohne Gegentreffer in der RB-Arena. Für Pacult war das Thema Heim-Misere eh zu hoch aufgehängt: "Da hatte man zu viel hineininterpretiert. Wir haben auch daheim gute Spiele gemacht."
Kiel: Die mangelnde Souveränität in Auswärtspartien speziell bei Ost-Clubs (drei Spiele, ein Punkt). Das liegt, so paradox es zunächst klingen mag, auch an zum Teil fehlender Effektivität in der Chancenverwertung. Und an der Defensive. Oder präziser formuliert: an der mitunter fehlenden Konzentration im kollektiven Rückwärtsgang. Durch die offensive Ausrichtung klaffen bisweilen Lücken zwischen den jeweiligen Mannschaftsteilen. Nur zweimal spielten die "Störche" im Viertliga-Alltag zu null. Wie es besser funktionieren kann, zeigten dagegen die Pokal-Galas gegen die Zweitligisten Cottbus (3:0) und Duisburg (2:0). Hier standen die Kieler "naturgemäß" tiefer gestaffelt und damit kompakter.
Leipzig: Borel - Müller, Ernst, Franke, Kocin - Röttger, Schulz, Rost, Rockenbach - Kutschke, Frahn - Es fehlen: Watzka (Knie-Operation), Hoffmann (Zerrung), Lagerblohm (Fersensporn), Rosin (instabiles Kniegelenk)
Kiel: Jensen - Herrmann, Steil, Berzel, Poggenberg - Kazior, Toksöz - Siedschlag, Sykora, Lindner - Heider - Es fehlen: Jürgensen (rekonvaleszent nach Bänderriss im Sprunggelenk), Meyer (Schulter-Operation)
Guido Schäfer/ Andreas Geidel
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