kicker: Herr Köstner, der Saisonstart ist durchwachsen, oder?
Lorenz-Günther Köstner: Das stimmt. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir zum jetzigen Zeitpunkt fünf Zähler weniger. Die Punkte zuletzt bei der Niederlage in Hannover und beim Unentschieden gegen Havelse fehlen, dann hätten wir ebenso wie 2010 jetzt 16 Punkte.
kicker: Wo liegen die Ursachen?
Köstner: Wir hatten auch in diesem Jahr einen großen Umbruch, viele junge Spieler sind aus der Jugend dazugekommen. Außerdem sind uns mit Kapitän Sebastian Schindzielorz sowie mit Rico Schlimpert und Sebastian Polter drei wichtige Spieler durch Verletzungen ausgefallen.
kicker: Ist das der alleinige Grund?
Köstner: Nein, sicher nicht. Viele der jungen Spieler, von denen ja einige Deutscher Meister geworden sind, haben noch nicht die richtige Leidenschaft für ihre neue Mannschaft gefunden.
kicker: Das heißt?
Köstner: Es haben ja einige, wie Tolga Cigerci, schon bei den Profis gespielt, andere wie zum Beispiel Kevin Scheidhauer regelmäßig bei Felix Magath mittrainiert. Wenn sie dann bei uns, also drei Klassen tiefer, sind, fehlt es ihnen öfter an der richtigen Einstellung zur Mannschaft.
kicker: Wie können Sie das ändern?
Köstner: Wir reden viel mit diesen Spielern, machen ihnen klar, dass sie in der Reserve Spielpraxis sammeln können, um sich für oben zu empfehlen. Diese Notwendigkeit müssen sie einsehen.
kicker: Was wohl nicht immer der Fall ist.
Köstner: So ist es bei jungen Leuten. Manche denken darüber nach, sich schnell ausleihen zu lassen, anstatt sich durchzukämpfen.
kicker: Beispiele?
Köstner: Denken Sie an Cigerci, der sich an Gladbach ausleihen lassen wollte, weil er bei den Profis den Anschluss ein wenig verpasst hat.
kicker: Was muss ein junger Spieler tun, um nach oben zu kommen?
Köstner: Viel trainieren, hart an sich arbeiten. Es gibt Spieler bei uns, die nach den normalen Trainingseinheiten Sonderschichten einlegen, um sich zu verbessern.
kicker: Wie geht es in nächsten Wochen weiter?
Köstner: Wenn alle sich zur aktuellen Mannschaft bekennen, mit Leidenschaft dabei sind, ist mir nicht bange.
Interview: Dieter Kracht
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