Diese Linie ist eng mit der Arbeit von Rodolfo Cardoso verbunden, der die Mannschaft im Januar 2009 auf einem Abstiegsplatz übernahm und nun in den Dunstkreis der 3. Liga führte. Für den Aufstieg fehlen "nur" noch die Leitwölfe, nämlich zwei Spieler, die älter als 23 sind. So sind die beiden Niederlagen gegen die Mitkonkurrenten Kiel und Halle zu erklären, zumal mit Boris Leschinski (Mittelfußbruch) der einzige Oldie lange ausfällt. Doch auf Routiniers wurde bei der Kaderplanung bewusst verzichtet, denn der Aufstieg hat keine Priorität beim HSV.
Mit dem 5:2 in Meppen, dem fünften Auswärtssieg hintereinander, untermauerten die Hamburger dennoch die Ambitionen, auf Dauer oben mitzuspielen. Aber auch unter dem neuen Trainer Soner Uysal steht die Nachwuchsförderung im Vordergrund. So stellte er in Meppen im Vergleich zur Vorwoche sechs neue Akteure auf, insgesamt kamen nun schon 25 Spieler in den acht Partien zum Einsatz.
Uysal, der Cardoso schon seit März in den letzten zwölf Spielen der vergangenen Saison vertrat, kann sich wohl auf ein längeres Engagement als Coach einstellen. "Richard Golz und ich führen die Arbeit in Rodolfos Sinne fort. Wir haben engen Kontakt", sagt der 34-Jährige, der einst selbst 13 Bundesligaspiele für den HSV absolvierte, aber vor zehn Jahren verletzungsbedingt seine Profilaufbahn beenden musste. 2005 schlug der gebürtige Rheinländer beim HSV im Jugendbereich seine Trainerlaufbahn ein.
Harald Borchardt