Kassel: Entwarnung bei Werne
Hock entsetzt über Anfeindungen
Am Freitagabend gewann Hessen Kassel 1:0 über das Süd-Schlusslicht SC Pfullendorf. Doch der Sport rückte im Ausstadion aus mehreren Gründen in den Hintergrund. Zum einen wegen des Zusammenbruchs von Pfullendorfs Werne, bei dem es mittlerweile eine erste Entwarnung gab. Zum anderen wegen der Reaktionen besonders der Kasseler "Fans".

Entsetzt über die Gewaltanwendungen und -drohungen der eigenen "Fans": Kassels Trainer Christian Hock.
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Bereits während der Partie machten etliche der Kasseler Fans mit Schmähgesängen negative Stimmung gegen die eigene Mannschaft. Nach dem Abpfiff eskalierte die Situation. Die Sicherheitskräfte mussten die Spieler vor den eigenen Anhängern schützen, es flogen Böller, Flaschen und andere Gegenstände. Einige Anhänger leisteten sich Scharmützel mit der Polizei. Aber auch die mitgereisten Pfullendorfer Fans machten ihrem Unmut Luft, die Polizei hatte alle Hände voll zu tun.
Damit aber nicht genug. Wie KSV-Trainer Christian Hock anschließend berichtete, soll es unter der Woche eine anonyme Morddrohung gegen ihn gegeben haben. Auch den Spielern sei physische Gewalt angedroht worden.
"Jetzt ist es so weit gekommen, dass Spieler Schläge angedroht kriegen und zum Höhepunkt der Trainer Morddrohungen bekommt. Ich werde alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, damit diese Leute so schnell wie möglich gefunden und zur Verantwortung gezogen werden", sagte der sichtlich geschockte Hock am Freitagabend.
Zu allem Überfluss brach Pfullendorfs Timo-Peter Werne kurz vor Spielende mit Herzproblemen zusammen. Der Puls des Mittelfeldspielers soll einen Wert von 200 gehabt haben. Werne wurde nach der Partie mit einem Krankenwagen in ein Kasseler Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde er über Nacht auf der Intensivstation betreut. Am Samstag konnte er die Klinik allerdings bereits wieder verlassen und am Nachmittag nach Pfullendorf zurückkehren. Dort sollen weitere Untersuchungen folgen.
Nach dem 10. Spieltag liegen die Nordhessen mit nunmehr 14 Zählern im Mittelfeld der Tabelle. Pfullendorf dagegen hat weiterhin die Rote Laterne inne und wartet noch auf den ersten Sieg.