Mann des Tages war RB-Mittelstürmer Daniel Frahn, der doppelt traf und sein Saisonkonto auf elf Tore aufstockte. Kazior hatte die Kieler per Elfmeter in Führung gebracht (35.), Frahn egalisierte ebenfalls vom Strafstoßpunkt aus (37.).
Das Siegtor fiel in der 60. Minute durch einen Frahn-Kopfball nach Timo-Röttger-Flanke. Leipzigs ansonsten selten geprüfter Torhüter Pascal Borel rettete fünf Minuten vor Ultimo den Dreier, als er gegen den durchgebrochenen Tim Siedschlag spektakulär hielt. "Ab und zu muss ich auch mal einen fischen", beschrieb der Routinier nüchtern seine Glanzparade.
"Das war ein Sechs-Punkte-Spiel. Danke an unsere Fans, die Stimmung war sensationell. Jetzt können wir den anderen von oben zugucken", übermittelte Frahn Grüße an die Aufstiegs-Konkurrenz aus Kiel und Halle. Holstein Trainer Thorsten Gutzeit sprach von einem Spiel auf Augenhöhe, vermisste bei den Seinen im zweiten Durchgang aber den zuvor gezeigten Mut. RB habe gegenüber der Vorsaison "eine ganz andere Qualität", sei "besser organisiert". Gutzeits Kampfansage: "Wir bleiben dran, kämpfen weiter." Um den Aufstieg.
Dass rund 40 Kieler Schlachtenbummler aus dem Block entfernt werden mussten, weil sie sich als Pyromanen betätigten, war Gutzeit nicht entgangen. "Ich würde in diesem Zusammenhang nicht von Fans sprechen und distanziere mich von diesen Leuten. Das ist eine Schande."
RB-Coach Peter Pacult lobte den "sehr spielstarken" Gegner, dem man aber wenig Raum gelassen habe. "Wir waren immer eng an den Leuten, das war der Schlüssel. Kompliment an meine Mannschaft. So einen Sieg nimmt man natürlich gerne mit." Und zwar mit in die nächste Samstags-Partie beim überraschend guten Berliner AK.
Kiel zeigte in Leipzig, warum sie stehen, wo sie stehen. Und warum sie im DFB-Pokal zwei Zweitligisten aus dem Wettbewerb kegelten. An einen wie auch immer gearteten Alleingang glaubt nach diesem Spiel niemand mehr.
Guido Schäfer