Nach dem 0:0 im Freundschaftsspiel gegen Israel brachte DFB-Trainer Rainer Adrion gleich fünf Neue: Im Tor erhielt Sippel den Vorzug für Ulreich, während Langkamp, Kroos, Schmelzer und Sam an Stelle von Schwaab (Gelb-Sperre), Höwedes (Außenbandanriss), Schindler und Rudy aufliefen.
Das Wetter in Belfast war kalt, regnerisch und windig - typisch britisch eben. Diese ungemütlichen Verhältnisse könnten demnach auch eine mögliche Erklärung für den bescheidenen Start der Partie gewesen sein. Deutschland ergriff zwar rasch die Initiative, ließ es aber etwas zu ruhig angehen, so dass Torchancen zunächst nicht heraussprangen. Auf der anderen Seite erfüllten die Nordiren noch ein weiteres Klischee: Hauptsächlich operierten sie mit langen Bällen, also in bester "Kick-and-Rush"-Tradition. Dadurch kamen sie aber zur ersten nennenswerten Möglichkeit, doch Kapitän Cathcart köpfte nach einer Freistoßflanke ein gutes Stück links vorbei (9.).
Vier Minuten später gab's auch die erste Gelegenheit für den Titelverteidiger, doch Schiebers Kopfball stellte Nordirlands Schlussmann Carson nicht vor große Probleme. Kurz darauf landete auch Sams zaghafter Abschluss in den Armen des 21-Jährigen (19.). Ansonsten plätscherte die Partie weiter vor sich hin, Tempo und Spielwitz waren hüben wie drüben nicht zu sehen.
Einzig der agile Müller setzte hin und wieder Akzente, der 20-Jährige wurde aber zunächst von McGiven geblockt (32.), ehe sich Hodson in den Weg stellte (35.). Kurz vor dem Pausenpfiff konnte Schieber einen Fehler von Flynn nicht nutzen, der Stuttgarter jagte die Kugel aus 15 Metern drüber (45.). Folglich ging es mit dem leistungsgerechten Remis in die Kabinen.
Kurz nach Wiederanpfiff gab's gleich den ersten Paukenschlag: Schmelzers verunglückte Kopfballabwehr landete bei Lawrie, der Langkamp stehen ließ. Dieser nahm es dann aber zu genau und zimmerte den Ball aus 14 Metern an den Querbalken (47.). Danach legte die Adrion-Elf allerdings einen Zahn zu, gefährlich wurde sie aber nur selten. Lediglich Schieber fand sich zweimal in aussichtsreicher Position wieder, der Stuttgarter schlug jedoch zunächst über den Ball (53.), ehe er zu hoch zielte (55.).
Inzwischen regnete es in Strömen, was das Geläuf sehr tief machte und den Ball zunehmend unkontrollierbarer. Die Fehlerquote erhöhte sich noch einmal, was der Partie jedoch gut tat. Plötzlich ergaben sich Torchancen. Bei einer Doppelchance kamen Müller und Schieber nicht zum Abschluss (63.), während auf der Gegenseite McLean rechts vorbeizielte (67.). Adrion reagierte und brachte mit Choupo-Moting einen weiteren Angreifer, nur es half zunächst nichts. Der Nürnberger konnte auch keine neuen Impulse setzen.
Die Nordiren dagegen überzeugten weiterhin durch Leidenschaft und großem Kampfeswillen, am Ende wären sie aber fast noch mit leeren Händen dagestanden. In der 89. Minute nutzte Choupo-Moting eine Konfusion im nordirischen Strafraum und staubte zur Gästeführung ab. Schlecht gespielt, aber drei Punkte geholt. So hätte das Fazit aus deutscher Sicht lauten können, wäre da nicht die 94. Minute gewesen. Doch nach einer strittigen Freistoßentscheidung an der Strafraumgrenze zirkelte Norwood die Kugel präzise in den rechten Winkel zum 1:1.
Am kommenden Dienstag ist die deutsche U21 in San Marino wieder gefordert, während die Nordiren am gleichen Tag Tabellenführer Tschechien empfangen.
| Nordirland |
|---|
| Deutschland |
|
0:1
Choupo-Moting (89., Linksschuss, Schieber)
1:1
Norwood (90. + 4, direkter Freistoß, Rechtsschuss)
|
Gelbe Karten |