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Schweiz

 - 

Deutschland

 

5:3 (2:1)

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Schweiz
Deutschland
1.
15.
30.
45.



46.
60.
75.
90.

















Schweiz besiegt Deutschland erstmals nach 56 Jahren

Derdiyok deckt deutsche Schwächen auf

Nach 56 Jahren Wartezeit durfte die Schweiz mal wieder einen Sieg gegen Deutschland bejubeln. In einem turbulenten Spiel setzten sich die Eidgenossen gegen eine nicht immer frisch wirkende deutsche Mannschaft letztlich verdient mit 5:3 durch und feierten somit ihren historischen Erfolg. Auf Joachim Löw kommt noch viel Arbeit zu, da vor allem in der Defensive bei der DFB-Auswahl noch recht wenig zusammenging.

Schmelzer, ter Stegen und Derdiyok (v.li.)
Dreifachter Torschütze: Eren Derdiyok (re.) schoss Deutschland fast im Alleingang ab.
© Getty ImagesZoomansicht

Bundestrainer Joachim Löw verzichtete gegen die Schweiz auf die Spieler des FC Bayern München, die nach dem verloren Champions-League-Finale Extra-Urlaub bekommen hatten. Im Vergleich zum 1:2 gegen Frankreich wechselte Löw munter durch: Mertesacker, Höwedes, Schmelzer, Götze, Podolski und Debütant ter Stegen (Tor) spielten für Boateng, Badstuber, Aogo, Kroos, Reus und Wiese (Tor).

Nati-Coach Ottmar Hitzfeld vertraute indes auf die Bundesliga-Spieler Benaglio (Wolfsburg), Barnetta und Derdiyok (beide Leverkusen) sowie den zukünftigen Gladbacher Xhaka. Mit dem Ex-Berliner van Bergen stand noch ein weiterer aus der Bundesliga bekannter Spieler in der Startelf der Eidgenossen.

Bei angenehmen Temperaturen im nicht ausverkauften St.-Jakob-Park ließen es beide Mannschaften zunächst eher ruhiger angehen. Deutschland war zwar direkt um Spielkontrolle bemüht, agierte dabei aber oft zu statisch und kam folglich lange Zeit nicht zu nennenswerten Einschussgelegenheiten. Phasenweise glich die Partie sogar einem "Sommerkick" - der DFB-Elf steckte aber noch das harte Trainingslager in den Knochen.

Fehlende Spritzigkeit mag entschuldbar gewesen sein, fehlende Konzentration dagegen nicht. Das Offensivspiel der DFB-Elf stockte mächtig, während die Abwehrreihe alles andere als sattelfest war. Die Schweizer, die seit 56 Jahren gegen Deutschland nicht mehr gewinnen konnten, witterten ihre Chance und schlugen dann gleich doppelt zu. Nach Ballgewinn wurde Barnetta auf der linken Seite steil geschickt. Der Noch-Leverkusener schob schließlich quer in die Mitte zu Derdiyok - 1:0 (21.). Nur zwei Minuten später stand es bereits 2:0, die Eidgenossen hatten nach dem gleichen Muster ein zweites Mal getroffen - Barnetta bediente Derdiyok, der diesmal per Kopf erfolgreich war.

Deutschland schlägt vor der Pause zu, die Schweiz danach

Die DFB-Elf schien von dem Doppelschlag sichtlich getroffen, nichts ging mehr zusammen. Zwar sauste Götzes Fernschuss knapp links vorbei (25.), doch im Gegenzug hätte Derdiyok den Hattrick perfekt machen können. Der 23-Jährige scheiterte diesmal aber im Eins-gegen-eins an ter Stegen. Etwas später sauste ein Schlenzer von Mehmedi hauchdünn am rechten Torwinkel vorbei (30.).

Marc-André ter Stegen
Musste bei seinem Debüt gleich fünfmal hinter sich greifen: Marc-André ter Stegen.
© Getty Images

Es hätte also durchaus schon 4:0 aus Sicht der Eidgenossen stehen können, das sorgte auch sichtlich für Unmut bei Löw, der seine Schützlinge von der Außenlinie teils lautstark nach vorne peitschte. Es half nur nicht viel. Die Nati hatte weitgehend leichtes Spiel, die eigene Führung zu verwalten. Aus dem berühmten Nichts fiel dann aber noch vor der Pause der Anschlusstreffer: Özil zog einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld präzise nach innen. Dort stieg Hummels hoch und verkürzte per Kopf unter Mithilfe der Latte auf 1:2 (45.).

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Löw ließ die müde wirkenden Madrilenen Khedira und Özil zum zweiten Durchgang draußen, brachte dafür Reus und Gündogan. Und Deutschland legte nun einen Zahn zu - Klose scheiterte nach einer Ecke aus elf Metern an Benaglio und vergab somit den Ausgleich (49.). Eine Minute später bediente Barnetta abermals Derdiyok, der per Kopf auf 3:1 erhöhte.

Benaglio und ter Stegen rücken ins Rampenlicht

Die DFB-Elf ließ sich von dem erneuten Rückschlag nicht abschrecken und drängte nun verstärkt nach vorne. Höwedes (55.), Götze (57.), der agile Reus (59.) sowie der ebenfalls eingewechselte Draxler (64.) hatten noch kein Abschlussglück. Danach rückten die Torhüter ins Rampenlicht - allerdings nicht durch Glanzparaden! Zuerst sah Benaglio bei Schürrles Distanzschuss unglücklich aus - 3:2 (64.), dann flog ter Stegen am Ball vorbei, sodass Lichtsteiner unbedrängt auf 4:2 stellen konnte (67.). Damit nicht genug, denn nur fünf Minuten später ließ Benaglio Draxlers satten Schuss nur nach vorne prallen. Reus setzte nach und staubte aus elf Metern ab.

Deutschland war wieder dran, wurde dann aber erneut abgeduscht! Bei einer Freistoßvariante wurde Ziegler im Sechzehner freigespielt, der 26-Jährige scheiterte noch am rechten Pfosten, doch Mehmedi staubte mit ein wenig Glück ab - 5:3 (76.). Damit war der Widerstand der deutschen Mannschaft endgültig gebrochen, die Schweiz hätte den Sieg sogar noch höher schrauben können. Allerdings klatschte Fernandes' Kopfball an den Querbalken (88.), sodass keine weiteren Treffer fielen.

Die Schweiz bestreitet am kommenden Mittwoch ihr nächstes Freundschaftsspiel gegen Rumänien. Deutschland hat am folgenden Donnerstag die EM-Generalprobe gegen Israel vor der Brust.

Fotostrecke zum Test-Länderspiel in der Schweiz
Hitzfelds Nati schenkt ter Stegen gleich fünf Stück ein
Joachim Löw
Ungläubig

Bundestrainer Joachim Löw hatte vermutlich mit viel gerechnet, aber dass seine Schützlinge in der Schweiz mit 3:5 baden gehen, dürfte auch dem 52-Jährigen sauer aufgestoßen sein.
© Getty Images

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26.05.12
 
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Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Schweiz
Aufstellung:
Benaglio (5,5) - 
Lichtsteiner (2,5)    
Senderos (3,5) , 
von Bergen (4) , 
Ziegler (3,5) - 
Inler (1,5)        
Fernandes (3)    
Mehmedi (2,5)    
G. Xhaka (3)    
Barnetta (1,5)    
Derdiyok (1)            

Einwechslungen:
78. Stocker für Barnetta
90. Wiss für G. Xhaka
90. + 2 Djourou für Fernandes

Trainer:
Hitzfeld
Deutschland
Aufstellung:
ter Stegen (5,5) - 
Höwedes (4,5)    
Mertesacker (5,5) , 
Hummels (4,5)        
Schmelzer (5,5) - 
M. Götze (5)    
Khedira (5)    
Schürrle (3,5)    
Özil (5)    
Podolski (5)    
Klose (4,5)        

Einwechslungen:
46. Reus (2,5)     für Özil
46. Gündogan (4,5) für Khedira
62. Draxler für Podolski
78. S. Bender für Höwedes
78. Cacau für Klose
78. L. Bender für M. Götze

Trainer:
Löw

Tore & Karten

 
Torschützen
1:0
Derdiyok (21., Rechtsschuss, Barnetta)
2:0
Derdiyok (23., Kopfball, Barnetta)
2:1
Hummels (45., Kopfball, Özil)
3:1
Derdiyok (50., Kopfball, Barnetta)
3:2
Schürrle (64., Rechtsschuss)
4:2
Lichtsteiner (67., Kopfball, Inler)
4:3
Reus (72., Rechtsschuss, Draxler)
5:3
Mehmedi (76., Rechtsschuss, Ziegler)
Gelbe Karten
Schweiz:
Inler
(2. Gelbe Karte)
Deutschland:
Hummels
(1. Gelbe Karte)

Spielinfo

Anstoß:
26.05.2012 18:00 Uhr
Stadion:
St.-Jakob-Park, Basel
Zuschauer:
27381
Spielnote:  2
kein hochklassiger Fußball, aber dank der vielen Tore mit hohem Unterhaltungswert.
Chancenverhältnis:
8:7
Eckenverhältnis:
3:10
Schiedsrichter:
Antony Gautier (Frankreich)   Note 2
großzügige Linie in einem leicht zu leitenden Spiel, gute Zweikampfbeurteilung.
Spieler des Spiels:
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