Im Vergleich zum Länderspielauftakt Anfang März gegen Argentinien (0:1) musste Bundestrainer Joachim Löw auf einige Leistungsträger verzichten. Sowohl Kapitän Ballack, der mit Chelsea das FA-Cup-Finale bestreitet, als auch die Akteure von Bayern München und Werder Bremen, die im DFB-Pokalfinale aufeinandertreffen, fehlten. So führte der Berliner Friedrich in seinem 70. Länderspiel die DFB-Auswahl als Kapitän auf das Feld. Der Hamburger Aogo feierte sein Länderspieldebüt. Im Tor stand in Abwesenheit von Butt und Wiese erwartungsgemäß der Schalker Neuer. Zudem ging Löw die Partie offensiv an: Podolski, Kießling und Cacau sollten für die nötigen Tore sorgen.
Von Beginn an entwickelte sich am Tivoli eine Partie auf ein Tor. Die DFB-Auswahl ließ den Ball schnell und direkt laufen und erarbeitete sich eine Vielzahl kleinerer Möglichkeiten. Die letzte Konsequenz ließ das spielfreudige Team von Joachim Löw aber vermissen. Nicht so in der 16. Minute, als Cacau eine gut getimte Flanke von Aogo per Kopf im Netz der Malteser versenkte. Der Bann war gebrochen, Kroos verpasste es aber, per Direktabnahme nachzulegen (22.).
Mit zunehmender Spieldauer verlor die deutsche Mannschaft etwas den Faden. Die Angriffszüge wurden nicht mehr so schwungvoll vorgetragen, Fehlpässe schlichen sich ebenso ein wie Nachlässigkeiten in der Defensive. So ergab sich für Malta die große Chance zum Ausgleich, Neuer zeigte sich aber gegen Briffa auf dem Posten (28.).
Nach diesem Schreckschuss investierte die DFB-Elf wieder etwas mehr, der zweite Treffer wollte jedoch nicht gelingen. Haber entschärfte mit einer Glanzparade einen Kießling-Kopfball (31.), Podolski und Kießling verpassten eine Trochowski-Hereingabe knapp (32.) und Kießlings Treffer fand aufgrund einer Abseitsstellung keine Anerkennung (34.).
Malta wurde in die eigene Hälfte gedrängt, löste sich aber immer wieder aus der Umklammerung. So tanzte Cohen Kroos aus und jagte den Ball knapp links vorbei. Mit zwei Großchancen der DFB-Elf durch Kießling (44.) und Kross (45.) aber ohne weiteren Treffer endete die erste Hälfte.
Mit Hummels für Tasci ging Deutschland den zweiten Durchgang an. Malta zog sich erneut weit zurück, der DFB-Auswahl fehlten gegen den dichtgestaffelten Abwehrverbund jedoch die zündenden Ideen. Die hatte der eingewechselte Großkreutz, der bei seinem Debüt die Vorarbeit zum 2:0 leistete. Den Steilpass des Dortmunders legte Podolski überlegt zurück, Cacau hatte wenig Mühe bei seinem zweiten Treffer (58.). Nur drei Minuten später war es wieder Großkreutz, der Podolski bediente. Die scharfe Hereingabe des Kölners donnerte Scicluna von der Fünfmeterlinie ins eigene Tor.
Eine Vielzahl von Wechseln hemmte den Spielfluss, dennoch ergaben sich immer wieder Chancen. Nutzen konnte die deutsche Elf aber keine mehr. So scheiterte in der Schlussminute noch Kießling aussichtsreich, eine abgefälschte Flanke von Trochowski landete am Querbalken. Es blieb beim 3:0. Am 29. Mai geht es weiter gegen Ungarn.
| Deutschland |
|---|
![]() ![]() Aufstellung: Neuer (3) - Beck (4) , A. Friedrich (3,5) , Tasci (4,5) , Aogo (3) - Khedira (4) - Trochowski (3,5) , Kroos (3) - Podolski (3) - Kießling (4) Einwechslungen: 46. Hummels (3,5) für Tasci 57. Träsch (3,5) für Beck 57. Großkreutz (2) für Kroos 72. Westermann für A. Friedrich 72. Reinartz für Khedira 79. Boateng für Aogo Reservebank: Sippel (Tor) Trainer:
Löw |
| Malta |
