Bundestrainer Joachim Löw schickte seine Elf im 4-2-3-1 aufs Feld. Boateng verteidigte hinten rechts, Tasci zusammen mit Mertesacker in der Mitte. Vor der Doppelsechs um Kapitän Ballack und Schweinsteiger begann Debütant Müller zusammen mit Özil und Podolski. Klose agierte als einzige Spitze. Jansen (Virusinfektion) fehlte erkrankt, Ersatzkeeper Wiese (Muskelfaserriss) verletzt.
Auf argentinischer Seite vertraute Coach Diego Maradona, der seine zweimonatige Sperre abgesessen hatte, auf eine Vielzahl wohlklingender Namen. Inters Samuel bildete mit Demichelis die Innenverteidigung. Im Mittelfeld tummelten sich unter anderem Oldie Veron und Liverpools Mascherano. Für Tore sollten Barças Superstar Messi und Reals Higuain sorgen.
Vor vollem Haus in München entwickelte sich der Klassiker von Beginn an zu einer von Taktik geprägten Partie. Deutschland und Argentinien agierten defensiv höchst diszipliniert, störten früh und ließen so kaum Platz für flüssige Aktionen. Fast eine Viertelstunde lang bekamen die Zuschauer kaum mehr als ein engagiert geführtes Mittelfeldduell zu sehen, ehe Messis Geistesblitz für einen ersten Aufreger sorgte. Das Gespann um Referee Martin Atkinson hatte di Maria beim Pass des Barça-Stars allerdings im Abseits gesehen, so dass aus einer ersten guten Chance im Spiel nichts wurde (14.).
Am Geschehen änderte dies nichts. Beide Abwehrreihen ließen fast nichts zu. Messi versuchte es hin und wieder erfolglos mit Standards, Lahm zielte aus 18 Metern halblinker Position deutlich vorbei (22.). Bot sich einem Team einmal die Konterchance, erstickten Schweinsteiger (28.) und Demichelis (31.) die Angriffe auf Kosten einer Gelben Karte im Keim.
Erst gegen Ende des weitestgehend ausgeglichenen ersten Durchgangs wurde es auch in Tornähe interessant - allerdings nur vor Adler. Di Maria tanzte Tasci und Boateng sehenswert aus, stand plötzlich frei vor dem Leverkusener Schlussmann und zog mit links trocken ab. Die deutsche Nummer eins reagierte glänzend und lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen gerade noch an die Latte (38.). Kurz vor der Pause war es dann aber soweit. Nach einem abgewehrten Angriff der DFB-Elf schickte di Maria Higuain mit einem weiten Pass auf die Reise. Adler stürmte aus seinem Tor, konnte den Madrilenen aber nicht aufhalten, und Higuain traf aus großer Distanz zum 0:1 ins leere Tor (45.).
Löw brachte zur Pause Gomez für Klose, Maradona musste kurz nach Wiederbeginn zweimal verletzungsbedingt wechseln. Heinze (47.) und Demichelis (57.) - von Ballacks Knie im Gesicht getroffen - wurden durch Rodriguez und Burdisso ersetzt. Auf dem Platz stand zunächst wieder Adler im Blickpunkt. Ein missglückter Befreiungsschlag des Schlussmannes landete genau bei Veron, der vom Mittelkreis aus sofort abzog und die Kugel in hohem Bogen nicht weit über die Latte setzte (51.).
Deutschland war bemüht, am Resultat etwas zu ändern, sah sich gegen weiterhin aggressiv attackierende Südamerikaner jedoch nicht im Stande, Gefahr zu entfachen. Löw reagierte und brachte mit Cacau und Debütant Kroos für Özil und Müller noch einmal frisches Offensivpersonal (67.). Merklich besser wurde das Spiel der DFB-Elf dadurch aber auch nicht. Einzig Lahm brachte die Kugel vielversprechend in den Sechzehner, wo Ballack der Kopfball allerdings missglückte (73.).
Deutschland brachte kaum nennenswerte Kombinationen über mehrere Stationen zustande und kam nach 77 Minuten lediglich zu seiner bis dahin besten Möglichkeit, weil Cacau aus der zweiten Reihe selbstbewusst abzog. Der Stuttgarter erwies sich in der Tat als belebendes Element im deutschen Angriff, war damit jedoch alleine auf weiter Flur. Von Gomez bedient, setzte der VfB-Stürmer einen Volley-Versuch über den Querbalken (83.). Mehr Qualität hatte da auch in der Schlussphase die Offensive der Seleccion zu bieten. Nach Verons Freistoß von rechts hatte Adler großes Glück, dass Burdisso am kurzen Pfosten nicht auf 0:2 erhöhen konnte (86.). So blieb es letztlich beim 0:1, weil die DFB-Elf auch in den Schlussminuten nicht mehr zulegen konnte.
Deutschland bestreitet vor der Weltmeisterschaft in Südafrika noch drei Freundschaftsspiele. Am 13. Mai geht es gegen Malta, bevor man in Budapest auf Ungarn trifft (29. Mai). Bosnien-Herzegowina gastiert am 3. Juni auf deutschem Boden. Zehn Tage später steht dann das erste WM-Spiel gegen Australien auf dem Programm.
| Deutschland |
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![]() ![]() Aufstellung: Adler (5) - Boateng (4) , Mertesacker (5) , Tasci (5) , Lahm (4) - Ballack (4) , T. Müller (5) , Özil (5) , Podolski (5) - Klose (4) Einwechslungen: 46. Gomez (5) für Klose 67. Cacau für Özil 67. Kroos für T. Müller 76. Khedira für Schweinsteiger Reservebank: Neuer (Tor) , A. Friedrich, Gentner, Hitzlsperger, Hunt, Marin, M. Schäfer, Träsch, Trochowski, KießlingTrainer:
Löw |
| Argentinien |
Gelbe Karten |
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Deutschland: Schweinsteiger(1. Gelbe Karte) , Lahm(1.) , Cacau(1.) Argentinien: Demichelis(1. Gelbe Karte) , Samuel(1.) , Messi(1.) |
