Ein Schritt zurück in die Normalität
Podolski rettet das Remis
Nach dem 1:1 gegen Finnland veränderte Nationalcoach Joachim Löw seine Anfangsformation auf sechs Positionen: Für Adler stand zunächst Wiese im Tor, davor verteidigten Boateng und Mertesacker für Beck und Friedrich (beide Bank). Schweinsteiger, Özil und der neben Wiese zweite Startelf-Debütant Kießling ersetzten Kapitän Ballack (Reizung in der Kniefalte), Cacau und Gomez (Bank).
Bei der Elfenbeinküste standen mit Boka (VfB) und Demel (HSV) zwei Bundesliga-Profis in der Startformation, die in ihrer Viererkette auch auf den internationalen renommierten Kolo Touré (Manchester City) bauen konnten. Auch davor tummelten sich mit Zokora (FC Sevilla), Yaya Touré (FC Barcelona) und Kalou (FC Chelsea) bekannte Namen.
Noch vor den beiden Hymnen gedachten beide Teams, der Betreuerstab und die Zuschauer mit musikalischer Untermalung Robert Enke, von dem auf der Stadion-Videoleinwand Filmaufnahmen zu sehen waren.
Dann ging es munter los. Die deutsche Elf suchte sofort zielstrebig den Weg vor das gegnerische Tor. Immer wieder im Blickpunkt Kießling, der geschickt in die Lücken stieß und Gegenpart Bamba mehr beschäftigte, als ihm lieb war. Kein Zufall, dass der Leverkusener der Initiator der deutschen Führung war. Von Trochowski in den Strafraum geschickt kam der Blondschopf im Duell mit Demel zu Fall - Referee Kuipers aus den Niederlanden entschied sofort auf Elfmeter, den Podolski sicher zum 1:0 verwandelte (11.).
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Fast postwendend wäre den Ivorern, die bis dorthin offensiv kaum in Erscheinung getreten waren, der Ausgleich gelungen. Doch Eboués eleganter Lupfer nach zu kurzer Kopfball-Rückgabe von Lahm klatschte auf die Latte (13.).
Die Nationalelf blieb aber im Vorwärtsgang, lieferte eine engagierte Vorstellung ab, immer wieder garniert mit variablen Kombinationen und schönen Angriffsaktionen. Der wie Kießling sehr aktive Podolski zielte knapp vorbei (22.), gegen Westermanns Kopfball klärte Boka auf der Linie (25.), wieder Podolski (31.) sowie Özil (32.) scheiterten von der Strafraumgrenze an Zogba.
Bei der Elfenbeinküste machte sich das Fehlen von Drogba zunächst negativ bemerkbar. Zwar zeigten die technisch starken Gäste gute Ansätze. Eboué schob über die rechte Angriffsseite immer wieder an, doch zwingende Torchancen entsprangen den Aktionen der technisch herausragenden Einzelkönner bis zum Pausenpfiff nicht mehr.
Die DFB-Auswahl legte nach temporeichen 30 Minuten eine kleine Verschnaufpause ein, doch kurz vor der Pause wurde es für Kolo Touré & Co. noch einmal gefährlich, als Trochowskis Flachschuss aus 18 Metern an den rechten Pfosten klatschte (44.).
Andere Freundschaftsspiele
Wie vereinbart mit dem Schalker Keeper Neuer für Wiese startete das deutsche Team in den zweiten Durchgang. In dem spielte Boateng zweimal bei Angriffsaktionen der Ivorer mit dem Feuer: Sein etwas ungeschicktes Abwehrverhalten im Strafraum gegen Kalou (46.) und Eboué (53.) wurde vom Referee aber nicht geahndet.
In der nun ausgeglicheneren Begegnung zielte Podolski knapp vorbei (51.) und Zogba riss bei Kießlings Schrägschuss die Fäuste hoch (53.), ehe die Elfenbeinküste zum glücklichen Ausgleich kam, den eine Schalker "Co-Produktion" initiierte: Westermann spielte zu Neuer zurück, der das Leder beim versuchten scharfen Abwehrschlag Eboué an den Körper knallte. Aus 13 Metern flog der Ball am Schlussmann vorbei ins linke Eck (57.).
Nach dem 1:1 bekamen die Gäste Oberwasser. Vorne fehlten die klaren Aktionen, vor allem im Mittelfeld gingen nun viele Zweikämpfe verloren. Echte Torchancen resultierten aus dem leichten Übergewicht der Ivorer zwar zunächst nicht, aber die deutsche Abwehr hatte nun weit mehr Arbeit zu verrichten.
Offensiv ging nicht mehr viel zusammen, zu viel Kraft hatte der Tempofußball im ersten Durchgang gekostet. Die Zeit de Wechsel brach an: Beck für Boateng (65.), Gomez für Kießling (70.), auf der Gegenseite Gervinho für Cissé (68.) und Keita für Demel (72.). Keita bereitete gleich vor für Kalou, dessen Direktschuss Mertesacker zur Ecke abfälschte (76.).
In der Schlussphase suchten beide Teams die Entscheidung. Die Elfenbeinküste hatte mehr zuzusetzen und fuhr brandgefährlich Angriffe auf das deutsche Tor - Mertesacker foulte Kalou und die deutsche Elf hatte zum dritten Mal Glück, dass es keinen Strafstoß gab. Dann aber hatte Gäste-Coach Vahid Halilhodzic ein glückliches Händchen und brachte Doumbia für Kalou (83.). Keine zwei Minuten im Spiel, sorgte der Joker für das 1:2: Der Angreifer von Young Boys Bern nahm einen Pass von Gervinho mit, umkurvte in zentraler Position Lahm und netzte aus 16 Metern trocken ins rechte untere Eck ein (85.).
Deutschland gab sich nicht geschlagen und wurde in der Nachspielzeit für seine Bemühungen belohnt: Westermann schaltete sich in den Angriff ein. Sein Steilpass in den Strafraum erreichte Podolski, der sich dynamisch gegen Kolo Touré durchsetzte und aus halblinker Position per Schrägschuss flach ins rechte Eck traf.
Ihr nächstes Länderspiel bestreitet die DFB-Auswahl am 3. März 2010 in München gegen Argentinien.










