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Deutschland

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Serbien

 

2:1 (0:1)

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Deutschland
Serbien
1.
15.
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75.
90.













Joker Neuville sticht

Ballack der Sieggarant

Die Generalprobe der Nationalelf vor dem ersten Gruppenspiel am 8. Juni gegen Polen ist beim Test gegen Serbien in Gelsenkirchen geglückt. Die defensivstarken Gäste nutzten ihre einzige Chance zur Pausenführung, die spielerisch verbesserte Löw-Elf dagegen vergab einige Hochkaräter. Nach der Pause brachte die bessere Physis und der größere Wille des DFB-Teams die Wende zum verdienten Erfolg.

Kapitän Ballack im Duell mit Ilic
Kapitän Ballack versucht Serbiens Tor-Vorbereiter Ilic vom Ball zu trennen.
© dpaZoomansicht

Nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Weißrussland veränderte Bundestrainer Joachim Löw seine Startaufstellung auf vier Positionen: Jansen, Fritz, Kuranyi und Gomez spielten für Hitzlsperger, Odonkor, Klose und Podolski.

Bei Serbien brachte Trainer Miroslav Djukic mit Rukavina (Dortmund) und Pantelic (Hertha) zwei Bundesliga-Profis. Sturmpartner des Berliners war mit Lazovic (Eindhoven) ein früherer Leverkusener.

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Deutschland tat sich beim letzten EM-Test gegen die technisch starken Serben zu Beginn äußerst schwer. Flüssige Kombinationen blieben eine Viertelstunde Fehlanzeige, auch weil die Gäste, die sich zunächst auf die Defensive konzentrierten, bestens organisiert waren.

Dann aber brachte ein Klasse-Angriff der Gastgeber erstmals höchste Gefahr für den Gegner: Nach einem Doppelpass zwischen Kuranyi und Gomez flankte der Stuttgarter knapp vor der Torauslinie auf Ballack, dessen Hechtkopfball Vidic von der Linie kratzte (15.).

Serbien dagegen gelang der erste ernstzunehmende Angriffszug effektiver: Ilic spielte im Mittelfeld Doppelpass mit Pantelic und dann genau im richtigen Moment durch die deutsche Innenverteidigung steil auf Jankovic. Der ließ frei vor Lehmann dem deutschen Keeper aus 14 Metern keine Abwehrchance (18.).

Kurz geschockt nahmen die Löw-Schützlinge dann ab Mitte des ersten Durchgangs richtig Fahrt auf. Ballacks Flanke auf Kuranyi geriet etwas zu hoch (25.), bei Ilics Foul an Frings im Strafraum blieb die Pfeife des gut postierten Referees Fautrel unverständlicherweise stumm (26.).

Die Djukic-Elf stand defensiv mit zwei Viererketten weiterhin sehr kompakt, offensiv fand sie nicht mehr statt. Ein Fehlpass von Pantelic brachte Vidic & Co. in große Bedrängnis: Gomez spielte Doppelpass mit Kuranyi und links raus zu Jansen, der sofort wieder in den Sechzehner passte, doch der Stuttgarter verpasste die Hereingabe am Fünfmeterraum (35.). Drei Minuten später platzierte Ballack eine Schweinsteiger-Ecke aus sechs Metern direkt auf Keeper Stojkovic.

Zwei Wechsel nahm Bundestrainer Joachim Löw zur Pause vor: Podolski kam für Lahm, dessen Position Fritz einnahm, und spielte links offensiv - Schweinsteiger wechselte auf die rechte Seite. Des Weiteren ersetzte Friedrich Mertesacker. Die Serben brachten Lazovic für Pantelic.

Festzustellen war zunächst ein Bruch im deutschen Spiel. Serbien kam zunächst kaum mehr in Bedrängnis und besser ins Spiel, stand gar dicht vor dem zweiten Tor: Rukavina passte rechts im Strafraum auf Jankovic, der aus fünf Metern nur die Querlatte traf (54.).

EM-Test gegen Serbien
Bilder zur Generalprobe
Angela Merkel
Spielbeobachter

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ sich auch von einer jungen Autogrammjägerin nicht vom Blick auf das Geschehen auf dem grünen Rasen abhalten.
© dpa

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Nach einem kurzen Zwischenspurt - Podolski vergab aus halblinker Position im Strafraum (58.), Vidic war im Strafraum ein harter Widersacher für den fleißigen, aber glücklosen Gomez (59.) - gab es erneut viel Leerlauf im deutschen Spiel. Einfallslos und oft zu langsam kamen Ballack & Co. lange Zeit nicht mehr richtig an, geschweige denn in den gegnerischen Strafraum, den nach wie vor fast alle Serben wie ihren Augapfel hüteten.

Mit Rolfes und Neuville für Frings und Kuranyi brachte Löw noch zwei Neue. Mit Erfolg: Jansen setzte sich nach Vorlage des stark auftrumpfenden Ballack links im Strafraum gegen Rukavina durch und passte in Höhe des Fünfmeterraums quer. Neuville stand richtig und vollendete zum Ausgleich - der Lohn für das unermüdliche, wenn auch nicht immer effektive Anrennen des WM-Dritten (74.).

Deutschlands Linksverteidiger stand auch wenig später wieder im Blickpunkt, als Ivanovic sein Solo nur mit einem Foul kurz vor dem Strafraum bremsen konnte und die einzige Gelbe Karte der fairen Partie sah. Der Freistoß geriet zur Chefsache: Rolfes stoppte das Leder für Ballack, der durch die Mauer aus leicht halblinker Position flach ins linke Eck einschoss (82.).

Kollektiver Jubel: Ballack hat soeben zum 2:1 getroffen
Kollektiver Jubel: Ballack hat soeben zum 2:1 getroffen.
© dpa

Serbien wurde in der Endphase wieder etwas aktiver, doch der eingewechselte Tosic vergab in der Nachspielzeit in aussichtsreicher Position.

Für das deutsche Team wird es am 8. Juni ernst, wenn das erste EM-Gruppenspiel gegen Polen in Klagenfurt auf dem Programm steht.

31.05.08
 

Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Deutschland
Aufstellung:
Lehmann (3) - 
Lahm (3,5)   
Mertesacker (3,5)   
Metzelder (5) , 
Jansen (2,5)   
Frings (4)   
Ballack (2)    
Fritz (4,5) , 
Schweinsteiger (5)   
Kuranyi (5)   
Gomez (5)

Einwechslungen:
46. Podolski (3) für Lahm
46. A. Friedrich (4) für Mertesacker
70. Rolfes für Frings
70. Neuville     für Kuranyi
79. Odonkor für Schweinsteiger
84. Westermann für Jansen

Trainer:
Löw
Serbien
Aufstellung:
Stojkovic (4) - 
Rukavina (3,5) , 
Ivanovic (4)   
Vidic (2) , 
Dragutinovic (3,5) - 
Smiljanic (5) - 
Kuzmanovic (5) - 
Babovic (4) , 
S. Ilic (3)   
Jankovic (3)       
Pantelic (5)   

Einwechslungen:
46. Lazovic (5) für Pantelic
73. Milovanovic für S. Ilic
82. Tosic für Jankovic

Trainer:
Djukic

Tore & Karten

 
Torschützen
0:1
Jankovic (18., Rechtsschuss, S. Ilic)
1:1
Neuville (74., Rechtsschuss, Jansen)
2:1
Ballack (82., Rechtsschuss)
Gelbe Karten
Deutschland:
-
Serbien:
Ivanovic
(1. Gelbe Karte)

Spielinfo

Anstoß:
31.05.2008 17:30 Uhr
Stadion:
Veltins-Arena
Zuschauer:
53951 (ausverkauft)
Spielnote:  3,5
kämpferisch gute Partie, das spielerische Niveau hielt sich über weite Strecken in Grenzen. Einseitige Partie, da sich Serbien weitestgehend auf die Defensive beschränkte.
Chancenverhältnis:
5:2
Eckenverhältnis:
8:0
Schiedsrichter:
Fredy Fautrel (Frankreich)   Note 4,5
unauffällige, weitgehend ordentliche Spielleitung, aber mit einem gravierenden Fehler: Hätte nach Ilics Foul an Frings Elfmeter geben müssen (26.).
Spieler des Spiels:
Michael Ballack
Das Großhirn dieser Mannschaft. Er gab ihr Halt, inspirierte sie in allen Belangen, übernahm Verantwortung und wirkte tief in die Dramaturgie der Partie ein.
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