Bundestrainer Joachim Löw veränderte seine Startelf nach dem 3:0 gegen Österreich in Wien auf drei Positionen: In der Abwehr kam Linksverteidiger Jansen für den diesmal nicht nominierten Manuel Friedrich zum Einsatz. Westermann rückte von rechts nach innen, Lahm auf die rechte Seite. In Mittelfeld und Angriff durften Fritz und Gomez für die formschwachen Schneider und Kuranyi ran.
Bei den Eidgenossen vertraute Trainer "Köbi" Kuhn mit Keeper Benaglio, Eggimann, Spycher, Barnetta und Frei allein fünf "Legionären", die in der Bundesliga unter Vertrag stehen. Mit dem Baseler Angreifer Derdiyok stand nur ein Akteur in der Anfangsformation, der bei einem Schweizer Klub spielt.
Die deutsche Nationalelf bestimmte das Geschehen im St. Jakob-Park zu Basel in der Anfangsphase klar. Der Ball lief flüssig durch die Reihen der Löw-Elf, deren zunächst sehr engagierter Auftritt durch Schusschancen von Schweinsteiger (2., 10.) und Ballack (9.) garniert wurde. Ein richtigerweise nicht anerkanntes Abseitstor von Frei, der eine Eggimann-Vorlage über die Linie drückte (15.), war die Initialzündung für die Gastgeber, die nun im Mittelfeld mehr Präsenz zeigten und die deutsche Deckung in so manche Verlegenheit stürzten.
Freilich ohne Folgen, dafür bestrafte das DFB-Team eine Nachlässigkeit in der Schweizer Defensive sofort: Schweinsteiger spielte halbrechts vor dem Strafraum diagonal in die Tiefe auf Gomez. Der fintierte erfolgreich gegen Spycher und flankte in den Fünfer, wo Benaglio nicht richtig rankam und den Ball zu Klose passieren ließ. Aus zwei Metern schob der Bayern-Stürmer den Ball mühelos ins leere Tor ein (23.).

Die Schweiz war geschockt, offenbarte weitere Schwächen - Hitzlsperger prüfte Benaglio mit einem 20-Meter-Knaller (27.). Bis zur Pause überzeugte die Löw-Elf weiter mit einer konzentrierten Vorstellung und aggressivem Zweikampfverhalten, gewährte dem Gegner kaum Raum zur Entfaltung. Einzige Ausnahme blieb die beste Chance der Kuhn-Schützlinge durch Frei, der aber vollkommen frei Lehmann aus fünf Metern in die Arme köpfte (30.). Auf der anderen Seite hatte Ballack nach wiederum toller Vorarbeit von Gomez das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber vom Elfmeterpunkt an Benaglios Fußabwehr (38.).
Die Hausherren wechselten nach der Pause den ehemaligen Mainzer und Hannoveraner N'Kufo für Derdiyok ein. Doch die erste echte Chance hatte das nun etwas tiefer stehende Deutschland: Lahms glänzender Sololauf brachte Gomez halblinks in Stellung. Bedrängt von Lichtsteiner schoss der Stuttgarter aus elf Metern ans linke Außennetz (53.).
Eine kleine Drangphase der Schweiz forderte erstmals das Können von Lehmann, der einen feinen Fernschuss von Gygax über die Latte lenkte (59.).
Dann aber holte sich Gomez den verdienten Lohn für seine starke Vorstellung ab: Fritz schnappte sich den Ball im Mittelfeld von Barnetta und passte am gegnerischen Strafraum zum Stuttgarter, der aus 17 Metern per Linksschuss aus halbrechter Position überlegt ins linke Eck einnetzte (61.). Benaglio glänzte wenig später gegen den Knaller des für Klose eingewechselten Podolski (63.), konnte aber vier Minuten später das dritte deutsche Tor nicht verhindern: Podolski passte aus der eigenen Hälfte auf Gomez, Eggimann hob das Abseits auf, so dass der Angreifer allein aufs gegnerische Tor zulief und Benaglio beim Abschluss keine Abwehrchance ließ.
Frühzeitig war die Partie entschieden. Viele Wechsel auf beiden Seiten hemmten in der Folge den Spielfluss. Zwar waren die Gastgeber weiterhin bemüht, konnten sich aber im Angriff harmlos gegen die Gäste-Deckung um den soliden Abwehrchef Mertesacker nicht mehr in Szene setzen. Die Löw-Elf schaltete einen Gang zurück, kontrollierte dennoch die Partie bis zum Schlusspfiff nach Belieben und setzte durch das vierte Stürmertor den Schlusspunkt: Kuranyi passte aus dem Halbfeld in den Lauf von Podolski. Benaglio kam aus dem Tor, der Münchner umkurvte den Keeper und schoss aus halbrechter Position überlegt am zurückgeeilten Spycher vorbei ins lange Eck ein (89.).
Nach der Nominierung des EM-Kaders am 16. Mai wartet auf die Nationalelf am 27. Mai in Kaiserslautern gegen Weißrussland der nächster Test.
| Schweiz |
|---|
![]() Aufstellung: Benaglio (3,5) - Lichtsteiner (3,5) , Eggimann (5) , Senderos (5) , Spycher (4,5) - Behrami (3,5) , Fernandes (5) - Barnetta (4,5) - A. Frei (4) , Derdiyok (4) Einwechslungen: 46. Nkufo (4,5) für Derdiyok 58. Gygax (3,5) für Behrami 75. von Bergen für Senderos 80. Vonlanthen für Barnetta 83. H. Yakin für A. Frei 87. Huggel für Inler Trainer:
Kuhn |
| Deutschland |
![]() Aufstellung: Lehmann (2,5) - Lahm (3) , Mertesacker (3) , Westermann (3) , Jansen (3,5) - Fritz (3) , Ballack (4) , Hitzlsperger (3,5) , Schweinsteiger (5) - Einwechslungen: 58. Podolski (2) für Klose 72. A. Friedrich für Fritz 75. Kuranyi für Gomez 79. Rolfes für Jansen 87. Trochowski für Lahm Trainer:
Löw |
