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07.10.2008, 18:46

21.500 Fans beim Training - Ballack, Bierhoff und kein Ende

Löw genervt: Nur Russland zählt

21.500 kamen zum Fan-Fest, aber nicht nur beim öffentlichen Training vor dem Ernstfall gegen Russland stand Michael Ballack schon wieder im Mittelpunkt.

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Joachim Löw
Blickt mürrisch drein und fordert volle Konzentration auf Russland: Joachim Löw.
© dpa Zoomansicht

"Ich will kein Thema Bierhoff/Ballack haben. Es geht nur um die beiden Spiele gegen Russland und Wales", sagte Löw sehr bestimmt nach der Zusammenkunft seines Kaders, der nach dem Ausfall von Abwehrspieler Marcell Jansen (Muskelfaserriss) noch 21 Akteure umfasst.

Nachdem Ballack Unverständnis über die seit der EM fehlenden Spielernamen auf den DFB-Trikots geäußert hatte, sorgte Bierhoff für Aufklärung: "Das Thema hat Michael verspätet angesprochen. Es ist längst geklärt." Am Samstag werden beim WM-Qualifikationsspiel gegen den EM-Halbfinalisten Russland wieder die Namen von Ballack & Co. auf den Trikots stehen. Im Gepäck des Verbandes befindet sich extra eine 25 Kilogramm schwere Beflockungs-Maschine, mit der noch bis kurz vor dem Anpfiff die Beschriftung der Trikots vorgenommen werden kann.

"Es wird und darf überhaupt keine Ablenkung geben in dieser Woche, sondern einzig und allein die Konzentration auf den Samstag." Joachim Löw

Auf den Dauer-Konflikt Bierhoff/Ballack, der mit dem Trikot-Thema den Beginn der Vorbereitung auf die "eminent wichtigen Spiele" (DFB- Generalsekretär Wolfgang Niersbach) überlagerte, reagierte Löw leicht gereizt. "Es wird und darf überhaupt keine Ablenkung geben in dieser Woche, sondern einzig und allein die Konzentration auf den Samstag", forderte der 48-Jährige nochmals. Löw erwartet, dass die jüngsten Aussprachen zwischen Manager und Kapitän gefruchtet haben.

"Führungsstil der Trainer" oder "Führungsstil als Kapitän"

Michael Ballack
DFB-Kapitän im Blickpunkt: Michael Ballack.
© dpa Zoomansicht

Der 87-malige Nationalspieler, der nach einer Fußverletzung erstmals seit der EM wieder zum Team gehört, hatte zudem angekündigt, dass er seinen Führungsstil als Kapitän "nicht ändern" wolle. Dazu stellte Löw fest: "Wir haben hier einen Führungsstil der Trainer, die natürlich die Regeln vorgeben. Die Spieler haben sich diesen Regeln anzupassen und zu unterwerfen." Ballack sei zudem nicht der einzige Führungsspieler. "Einer alleine wäre zu wenig. Ich verlange von mehreren Spielern, dass sie vor allem auf dem Platz Verantwortung übernehmen", erläuterte Löw. Bierhoff ergänzte, dass "nicht Michael Ballack Vize-Europameister geworden ist, sondern die ganze Mannschaft". Ballack sei aber "ein ganz wichtiger Spieler". Ein Ballack in Bestform wird gegen Russland dringend gebraucht.

"Wichtig ist, dass er die Mannschaft auf dem Feld führt, und ich bin überzeugt, dass er es tun wird", äußerte Bierhoff. Löw ist froh, dass er nach der Rückkehr weiterer erfahrener Kräfte wie Torsten Frings, Per Mertesacker und Arne Friedrich wieder über mehr Qualität und eine größere Auswahl an Spielern verfügt. "Ohne Konkurrenzkampf wäre es relativ langweilig", meinte Löw. Auf eine Nachnominierung für den verletzten Jansen verzichtete der Bundestrainer zunächst.

Beim aufgebauschten Trikot-Thema hatte Ballack moniert, dass der Namenszug "wichtig für die Identifikation der Fans mit uns ist". Der Einwurf des Kapitäns war auch als neue Stichelei gegen Bierhoffinterpretiert worden. Entstanden ist die Problematik durch die FIFA, die neuerdings bei Länderspielen eine Nummerierung von 1 bis 18 vorschreibt, die feste Nummernvergabe an Spieler ist damit vorbei. "Wir haben gemeinsam mit anderen Nationen noch einmal bei der FIFA protestiert. Es ist nicht einfach, wenn man einen größeren Kader hat und erst spät festlegen will, wer spielt. Aber wir werden es irgendwie schaffen", sagte Bierhoff. Löw muss erst 90 Minuten vor dem Anpfiff entscheiden, welche 18 seiner 21 Akteure er nominiert.

Kuranyi freut sich üner die Fan-Nähe

Tag der offenen Tür beim DFB
Tag der offenen Tür beim DFB
© dpa Zoomansicht

Der Kampf um die Plätze in der Startelf gegen Russland begann am Dienstagabend vor Publikum. Die erste öffentliche Übungseinheit seit langer Zeit, bei der der Trainings-Rekord von 44.000 Besuchern aus dem WM-Jahr 2006 nicht übertroffen werden konnte, wurde von den Nationalspielern gut geheißen. "Wir freuen uns, dass wir uns den Fans wieder einmal zeigen können. Das ist schön", sagte der Schalker Kevin Kuranyi. "Wir wollen uns öffnen, den Fans zeigen", bemerkte Löw: "Wir haben ihnen einiges zu verdanken."

07.10.08
 
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