Tasci steht vor dem Debüt
Kapitän Michael Ballack, der Bremer Mittelfeldakteur Torsten Frings und dessen Teamkollege, Innenverteidiger Per Mertesacker, mussten den Test in der Noris aus Verletzungsgründen absagen. Löw machte am Dienstag in einer Pressekonferenz in Herzogenaurach deutlich, dass die Nachrücker ihre Chance suchen müssen.
"Nach der EM ist klar, dass eine neue Periode beginnt. Jeder weiß von Ballack und Frings, was sie können. Aber jeder kann sich einen Vorteil erarbeiten. Bis 2010 ist ein langer Weg. Da zählt das Leistungsprinzip - das betrifft einfach alle", stellte er fest.
Hintergrundreport
Seine Aufgabe sei es, "neue Reize" zu setzen und junge Spieler an das Team "heranzuführen und zu integrieren. Es drängen viele junge Spieler nach", so Löw.
Konkurrenzkampf ist also gefragt. Und somit rücken Spieler wie Simon Rolfes und Thomas Hitzlsperger ins Blickfeld, die bereits bei der EURO ihr Können im zentralen Mittelfeld zeigen durften und hinter Ballack und Frings lauern.
"Ich weiß, dass Michael Ballack und Torsten Frings hervorragende Spieler sind, die es gilt zu verdrängen. Ich kämpfe um meinen Platz und hoffe, dass der Zeitpunkt kommt, dass ich sie ablösen kann", sendet der Stuttgarter Kapitän Hitzlsperger somit auch klare Signale aus. Rolfes sprach seinerseits von "einem neuen Abschnitt mit neuen Zielen".
In der Innenverteidigung waren Christoph Metzelder und Per Mertesacker (derzeit verletzt) bei der EURO gesetzt, fortan soll der Stuttgarter Serdar Tasci den Etablierten Dampf machen. Er wird gegen Belgien sein Debüt feiern, entweder neben Heiko Westermann (Schalke) in der Startelf oder - sollte Metzelder beginnen - von der Bank.
"Seine Nominierung war folgerichtig und erfolgte nicht, weil auch die Türkei Interesse hat. Er ist ein hervorragender Innenverteidiger mit einer sehr guten Spielauflösung", lobte Löw den 21-Jährigen.
Robert Enke wird bekanntlich das Tor hüten, der 96er-Schlussmann ist Part eines offenen Gerangels um die Lehmann-Nachfolge.
Im Sturm hat der Bundestrainer die Qual der Wahl. Kein Angreifer hat einen Platz sicher. Gegen Belgien könnte auch der Schalker Kevin Kuranyi beginnen, bei der EM nur zweite Wahl. Lukas Podolski hat den Vorteil, auch links offensiv im Mittelfeld beginnen zu können.
Die taktische Ausrichtung wird gegen Belgien und auch in der WM-Qualifikation wieder ein klassischee 4-4-2 sein. Bei der EURO hatte Löw nach dem ernüchternden 1:2 gegen Kroatien auf ein 4-2-3-1 umgestellt: "Dies wird auch künftig eine gewisse Rolle spielen, um neue Akzente zu setzen und den Gegner zu überraschen. Grundlegend wird unser Schwerpunkt aber wieder auf dem 4-4-2 liegen - auch gegen Belgien."
Nach dem Spiel in Nürnberg (Löw: "Aufs Tempo drücken und dominant auftreten") wird es am 6. September in Liechtenstein ernst. "Wir wollen in der Qualifikation möglichst schon am Anfang viele Punkte holen. Russland ist ein starker Gegner in der Gruppe. Wir wollen den Stress der Relegation möglichst vermeiden."
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