Jens Lehmann bleibt wegen mangelnder Spielpraxis ein Risiko. Nur wie groß es ist, lässt sich schwer prognostizieren. Zu wenige Aufschlüsse brachte der abschließende Test gegen Serbien. Klar ist: Noch befindet sich der Keeper nicht in der Lage, eigene Souveränität auf die Vorderleute zu übertragen, vielmehr muss er selbst aufgebaut werden. "Wir müssen den Ball vom eigenen Tor weghalten", empfiehlt Per Mertesacker. "Spätestens dann gibt es keine Diskussionen mehr."
Die Innenverteidigung bleibt Problemzone, speziell wegen Christoph Metzelder, der weiter gegen die Zeit kämpft. Dass sein Fitnesszustand dramatischer ist als bisher bekannt, räumte Metzelder am Samstag ein: Noch gegen Weißrussland vor knapp einer Woche plagten ihn Schmerzen am operierten linken Fuß. Diese, versichert Metzelder, seien nun aber überwunden. Anders als die Abstimmungsprobleme mit Per Mertesacker, die weiterer Feinarbeit bedürfen. Beruhigend immerhin, dass sich auf Außen die "Münchner Lösung" mit Philipp Lahm und Marcell Jansen bewährt hat.
Michael Ballack, schon fast in Top-Form, und Torsten Frings sind als zentrales Gespann über alle Debatten erhaben, auch wenn dem Bremer nach dem Trainingslager noch die Explosivität fehlt. Sorgen bereiten dagegen die beiden Außenpositionen, auf denen sich die Top-Kandidaten bislang nicht empfohlen haben. Bastian Schweinsteiger mangelt es an Esprit, Clemens Fritz wirkte rechts als Vertreter des verletzten Bernd Schneider beinahe noch wie ein Fremdkörper. Alternativen drängen sich indes nicht auf: Lukas Podolski überzeugte am Samstag links offensiv, doch spricht sein Defensivverhalten gegen ihn. Zudem wird er aktuell im Angriff benötigt. Piotr Trochowski gefiel beim Kurzeinsatz gegen Weißrussland - doch fragwürdig wäre es allemal, den Hamburger vom Streichkandidaten gleich zur Stammkraft zu befördern. Im Turnier winkt auf rechts also Tim Borowski die große Chance, sobald er seinen krankheitsbedingten Rückstand wettgemacht hat.

Wer passt zu wem? Diese Frage beschäftigte vor den Testspielen alle. Antwort: Der WM-Sturm Miro Klose/Lukas Podolski ist wieder erste Wahl. Klose (Sprunggelenkprobleme) pausierte am Samstag, soll am Dienstag wieder voll einsteigen. Anders als das gut abgestimmte Tandem Klose/Podolski gegen Weißrussland enttäuschten Mario Gomez/Kevin Kuranyi gegen Serbien. Kuranyis individuelle Klasse reicht kaum für einen Startplatz, Gomez wirkte nach Wadenblessur nicht fit. Der Gewinner: Oliver Neuville, der sich den Status als erster Joker und somit faktisch als Stürmer Nummer drei erarbeitete.
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Deutschland nun klar vor Italien.
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