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09.09.2018, 23:32

Ein Kommentar von kicker-Redakteur Sebastian Wolff

Minimalziel erreicht, aber es bleibt viel Arbeit

Das Positive vorweg: Die Auswahl von Joachim Löw hat bei ihrem Projekt Neustart mit einer stabilen Defensivleistung gegen Frankreich und dem angestrebten und letztlich erzwungenen Sieg gegen Peru die Mindestanforderung erfüllt. Und doch offenbarte der Sonntagabend von Sinsheim, dass der Bundestrainer noch weit mehr Arbeit vor sich hat, als es Optimisten nach der Nullnummer gegen den Weltmeister gehofft hatten. Ein Kommentar von kicker-Redakteur Sebastian Wolff.

Toni Kroos
Abklatschen und skeptische Blicke nach dem 2:1 gegen Peru: Joshua Kimmich und Toni Kroos.
© imagoZoomansicht

Donnerstag in München war die Offensive der verordneten Kompaktheit zum Opfer gefallen, Verteidiger Matthias Ginter hatte in seiner Analyse die guten alten "deutschen Tugenden" reaktiviert gesehen. Löw hatte es sich und seinem Team zur Aufgabe gestellt, gegen Peru beide Elemente, Ordnung und Offensivwucht, zu vereinen - und hat diese Vorgabe trotz des Sieges nur bedingt erreicht: Deutschland griff deutlich früher und elanvoller als gegen Frankreich an, offenbarte jedoch schon beim Gegentreffer die eklatante Konteranfälligkeit, wirkte nach der Pause dann häufig ungeordnet und lieferte sich mit Peru einen Schlagabtausch wie beim Boxen - nur ohne Deckung.

Die Suche nach der richtigen Balance also geht in die nächste Runde. Natürlich war es naiv zu glauben, dass während der ersten gemeinsamen Tage seit der WM bereits alle Schwierigkeiten einfach zu beheben seien. Und doch hat insbesondere das 2:1 vom Sonntag gezeigt, dass die Probleme tatsächlich tiefer liegen. Denn: Das Bemühen war der Mannschaft in beiden Partien keineswegs abzusprechen, dennoch erscheint der Weg zurück Richtung Weltspitze mühsam. Weil es hinten weiter klemmt, wenn der Weg nach vorn eingeschlagen wird. Und dort ein Torjäger von Format fehlt, wie der Chancenwucher belegt.

"Wir haben als Team das Bedürfnis, etwas geradezurücken", hatte Toni Kroos im Vorfeld der 180 Minuten dieser Woche angekündigt. Immerhin ihm ist das ausnahmslos gelungen. Kroos paarte seine Kreativität in beiden Partien mit von ihm lange nicht gesehener Leidenschaft in der Arbeit gegen den Ball. Der Mittelfeldstar von Real Madrid hat die richtige Mischung aus Kampf und Kunst gefunden - Löw und dem Rest seines Teams steht dieser Balanceakt noch bevor.

kicker-Redakteur Sebastian Wolff
kicker-Redakteur Sebastian Wolff.
© kicker
Nationalteams Freundschaftsspiele, 2018
Deutschland - Peru 2:1
Deutschland - Peru 2:1
Es kann losgehen

Peruanische Fans vor der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim.
© picture alliance

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36 Leserkommentare

FWFF
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11.09.2018 | 14:39

Dem Löw gehen die Stürmer aus

Ja, ja, hätten sie mal nur etwas mehr auf Ihre Stürmer geachtet. Wen haben wir denn da noch verbleibend:[...]
Satchmoh
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10.09.2018 | 23:08

An alle Besserwisser hier

Was wäre denn gewesen, wenn gegen Frankreich ein Kehrer, ein Schulz, ein Petersen, ein Havertz oder [...]
rauschberg
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10.09.2018 | 21:06

Gregull 10.09.18, 16:13

Was tut man?
Man führt das Leistungsprinzip ad absurdum!
Man macht zwar "kernige" Ankündigungen -[...]
buchenhain8
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10.09.2018 | 21:04

J. Hector

Alles gut gelaufen für Jonas Hector manchmal gewinnt ma wenn man nicht spielt ,was da aufgelaufen ist [...]
VollaufdieEier
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10.09.2018 | 21:01

Warum nicht Werner?

Ich bin ueberrascht, dass Timo Werner hier im Forum keine Anhaengerschaft zu haben scheint. Der hat [...]

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