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04.07.2018, 08:21

Trainer Pekerman lässt Zukunft offen

Kolumbien: Nach den Tränen die Selbstkritik

Tränen, überall Tränen: Für Kolumbien ist die WM vorbei - doch das lag nicht nur am Pech im Elfmeterschießen gegen England. Meint zumindest Kapitän Falcao.


Aus Moskau berichtet Jörg Wolfrum


David Ospina
Untröstlich: Kolumbiens Keeper David Ospina nach dem WM-Aus gegen England.
© Getty ImagesZoomansicht

"Si se puede", hallte es durch das Spartak-Stadion, "Ja, wir schaffen das": Die Fans der Kolumbianer veranstalteten eine Heimspiel-Atmosphäre am Dienstagabend im Viertelfinale von Moskau gegen England. Allein: Am Ende konnten die Cafeteros auf dem Platz doch nicht, zumindest nicht im Elfmeterschießen.

Yerry Mina hatte mit dem letzten Aufbäumen in der Nachspielzeit mit seinem dritten Tor bei dieser WM zum 1:1 den Rückstand nach dem Elfmetertor durch Harry Kane ausgeglichen. Die Verlängerung: torlos. Das Elfmeterschießen musste entscheiden, und selbst Kolumbiens Trainer José Pekerman konnte nicht hingucken bei so manchem Schuss. "Ich war sehr emotional, ja", so der Argentinier, dessen Zeit als Coach Kolumbiens nach zwei WM-Turnieren nun wohl abläuft. Wenngleich er sagt: "Ich glaube nicht, dass wir jetzt über anderes als das Spiel reden sollten."

Cuadrado wie erstarrt, James einsam auf der Bank

David Ospina konnte zunächst gar nicht reden, er weinte hemmungslos. Zuvor hatte der Torwart vom FC Arsenal im Elfmeterschießen den dritten Schuss der Engländer pariert, den von Jordan Henderson. Da sah Kolumbien fast schon aus wie der Sieger und Viertelfinalist aus. Doch dann traf Mateus Uribe nur die Unterkante der Latte, und Carlos Bacca scheiterte an Jordan Pickford und dessen tollem Reflex - dann kam nochmal Kolumbiens Keeper Ospina ins Spiel. Beim allerletzten Schuss von Eric Dier hatte er noch die Fingerspitzen dran, doch es half nichts aus Sicht der Südamerikaner. Der Ball schlug ein, Kolumbien war raus, Ospina brach in Tränen aus.

Juan Cuadrado, der zum zwischenzeitlichen 2:1 im Shoot-out getroffen hatte, stand noch Minuten nach dem verlorenen Elfmeterschießen wie zur Salzsäule erstarrt allein auf dem Rasen, wollte sich von niemandem trösten lassen. Der an der Fußsohle verletzte Regisseur James vom FC Bayern saß mittlerweile einsam und mit feuchten Augen auf der Ersatzbank, auf der er während des Spiels nicht hatte Platz nehmen dürfen.

"Wir hätten gerade vor der Pause besser spielen müssen"

Als letzter ging Kapitän Falcao vom Platz, der Stürmer, mit dem der Aufschwung der Tri in den letzten Jahren verbunden ist, noch viel mehr als mit James, dem WM-Helden von 2014. Falcao hatte das Turnier vor vier Jahren in Brasilien verpasst, nun war er dabei, verwandelte gleich den ersten Elfmeter. Aber er gab später auch selbstkritisch zu: "Wir hätten gerade vor der Pause besser spielen müssen", so der Monaco-Stürmer.

In der Tat hatte sein Team lange keinerlei Mittel gefunden gegen die Three Lions. Erst in der zweiten Halbzeit wurde dies mit der Hereinnahme etwa von Carlos Bacca besser, machten die Südamerikaner mehr Druck und kamen durch Minas Kopfball-Aufsetzer zum Ausgleich. Viel zu wenig für die eigenen Ansprüche, gab auch Falcao zu: "Wir hatten uns mehr erwartet. Im Elfmeterschießen auszuscheiden, tut besonders weh."

 

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