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27.03.2013, 12:15

Nürnberg: Klagen über den Rasen

Pfiffe statt Ständchen für Geburtstagskind Neuer

Die deutsche Nationalelf gastiert eigentlich gern in Nürnberg, das Frankenstadion ist ein gutes Pflaster für die DFB-Elf. Nur zwei von 19 Partien gingen verloren. Und bei der letzten Niederlage, dem 2:3 gegen Brasilien im Confed-Cup 2005, wurde das Team mit Standig Ovations verabschiedet, was als ein Auslöser für das Sommermärchen 2006 gilt. Beim 4:1 über Kasachstan aber offenbarten sich kleinere Risse in der Beziehung. Verantwortlich dafür waren Teile des Publikums sowie der Rasen.

Manuel Neuer gegen Baurzhan Dzholchiev
Neuer verliert den Ball gegen Dzholchiev, anschließend erzielt Schmidtgal das 1:3 für Kasachstan.
© imagoZoomansicht

Manuel Neuer musste sich beim letztendlich standesgemäßen 4:1 in der WM-Qualifikation gegen Kasachstan am Dienstagabend lange Zeit aktiv nach einer Beschäftigung umsehen. Und so fing er bereits in der ersten Hälfte einen Ball knapp hinter der Mittellinie ab.

Sein zweiter Ausflug als "letzter Mann" endete dann aber mit dem Ehrentreffer für Kasachstan. Nach einem Rückpass von Mertesacker wollte der Bayern-Keeper sofort auf Spieleröffnung umschalten, was allerdings gründlich misslang. Dzholchiev knöpfte ihm die Kugel ab, die Schmidtgal ins leere Tor einschoss.

Fortan musste sich Neuer, der am Mittwoch seinen 27. Geburtstag feierte, von Teilen des Publikums Pfiffe sowie hämischen Applaus gefallen lassen. Bundestrainer Joachim Löw konnte für diese Reaktion keinerlei Verständnis aufbringen: "Jetzt hat er mal einen Fehler gemacht, ganz klar. Aber deswegen muss man nicht alles mit Häme begleiten" kritisierte Löw.

Ich werde jetzt nicht ein Kopfkino fahren und versuchen, da ständig zu sagen: 'Warum hast Du das gemacht?'Nationalkeeper Manuel Neuer über seinen Patzer gegen Kasachstan

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Statt eines Geburtstagsständchen musste sich Neuer also Pfiffe gefallen lassen, er selbst maß den Reaktionen aber keine große Bedeutung bei: "Da möchte ich gar nichts zu sagen. Das bleibt jedem selbst überlassen. Gehört habe ich es, abstellen kann ich es nicht", sagte er, wohlwissend, dass die Antipathie auch andere Ursachen als sein Fauxpas hat. Denn als Bayern-Profi hat ein Spieler auch im Nationaldress in Nürnberg einen schweren Stand.

Neuer, der im Anschluss unumwunden seinen Fehler zugab, wird deswegen weder in Zweifel versinken, noch seinen Spielstil ändern. "Ich werde jetzt nicht ein Kopfkino fahren und versuchen, da ständig zu sagen: 'Warum hast Du das gemacht?' Es gibt andere Lösungen für diese Situationen, und das weiß ich auch, und entsprechend gehe ich meinen Weg weiter", sagte er.

Damit befindet er sich auf Wellenlänge mit Löw, der von seinen Keepern eine schnelle und mutige Spieleröffnung verlangt. "Manuel Neuer soll, wenn er Anspielmöglichkeiten hat, versuchen, den Ball herauszuspielen", bestätigte Löw. Seinen Stil solle er "auf keinen Fall ändern".

Zweitschlechtester Rasen der Bundesliga?

Auch der Rasen in der Nürnberger Arena sorgte für Diskussionen. Eher ungewöhnlich, galt dieser doch stets als einer der besseren in Deutschland. Doch nach dem DEL-Wintergame zwischen den heimischen Thomas Sabo Ice Tigers und den Eisbären Berlin musste der ramponierte Rasen ausgetauscht werden. Seitdem häufen sich die Klagen über den Untergrund.

Club-Profi Markus Feulner bezeichnete den Rasen in den "Nürnberger Nachrichten" (Mittwoch-Ausgabe) als "den zweitschlechtesten in der ganzen Bundesliga nach Augsburg", Kapitän Raphael Schäfer sah gar keine Gemeinsamkeiten mehr "mit einem richtigen Platz". Zwar wehren sich die Verantwortlichen gegen die Vorwürfe und verweisen darauf, dass der Rasen "für diese Jahreszeit optimal sei", doch auch die Nationalmannschaft war mit der Qualität nicht zufrieden.

So wurde das Abschlusstraining kurzerhand in den Ronhof nach Fürth verlegt. Ein in der 113-jährigen Geschichte der Nationalelf eher ungewöhnlicher Vorgang. Und auch die Kasachen durften ihre letzte Einheit nicht im Stadion absolvieren, sondern mussten mit einem Nebenplatz am Sportpark Valznerweiher vorlieb nehmen.

Platzwart Konrad Vestner hofft nun auf "deutlich wärmere Temperaturen", die aber ähnlich wie für ganz Deutschland auch für Nürnberg zumindest über Ostern nicht in Sicht sind. Woanders sorgen Infrarot-Heizungen für die nötige Wärme, diese stellt die verantwortliche Stadion Nürnberg Betriebs-GmbH aber nicht zur Verfügung. "In anderen Stadion wird für den Rasen ein höherer Aufwand betrieben" stellte deshalb Club-Sportvorstand Martin Bader fest.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 27.03., 09:28 Uhr
DFB-Sieg gegen Kasachstan - Neuer patzt, Löw schimpft
Mit dem 4:1 erfüllte die deutsche Nationalelf auch Teil 2 der Pflichtaufgabe gegen Kasachstan. Da die Verfolger sich die Punkte gegenseitig wegnahmen, könnte eigentlich eitel Sonnenschein herrschen. Doch die Pfiffe von Teilen des Publikums in Nürnberg gegen Nationalkeeper Manuel Neuer trübten die Stimmung, Bundestrainer Joachim Löw reagierte verärgert.
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27.03.13
 

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