| Vorname: | Joachim |
| Nachname: | Löw |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Deutschland |
Kein Zweifel: Mit dem Gegner Frankreich hat sich das deutsche Team einen echten Hochkaräter ausgesucht. Und für die DFB-Auswahl einen äußerst unangenehmen: Seit 1987 konnte Deutschland nicht mehr gegen die Equipe Tricolore gewinnen. Damals schoss in Berlin Rudi Völler beide Tore zum 2:1-Sieg. Löw bezeichnete das Spiel als einen "echten Härtetest, weil die Franzosen in den letzten Monaten zu alter Stärke gefunden haben". Und das auch gegen Spitzenteams, wie Löw zu bedenken gab. "Sie haben gegen Italien gewonnen und gegen Spanien unentschieden gespielt." Der Bundestrainer lobte die gute Mischung zwischen technisch überragenden Spielern wie Ribery und Benzema sowie physisch starken Spielern. "Sie sind wahnsinnig gut organisiert und haben ein schnelles Kombinationsspiel", erklärte Löw.
Auch Lahm geht mit einer gehörigen Portion Respekt vor dem Weltmeister von 1998 in die Partie. "Man weiß, wie stark die Franzosen sind, dass sie eine richtige Einheit sind. Es wird eine schwierige Aufgabe." Auf den Rechtsverteidiger kommt eine besonders heikle Begegnung zu. Löw verriet, dass Lahm auf der rechten Seite eingesetzt werde, für links werde man eine andere Lösung finden. Das bedeutet: Ein rein bayerisches Duell gegen Franck Ribery ist beinahe unausweichlich. Das weiß auch Lahm. "Er ist ein sensationeller Fußballer. Ich freue mich drauf, er freut sich auch drauf. Wenn es so kommt, wird es ein interessantes Duell", versprach der DFB-Kapitän.
„Es hätte mich gewundert, wenn er sich anders geäußert hätte.“Joachim Löw über die Enttäuschung von Bankdrücker Manuel Neuer
Und die linke Seite? Dort wäre wohl im Normalfall Marcel Schmelzer aufgelaufen, doch der Dortmunder musste wie so viele andere auch für das Länderspiel absagen. Löw trug's mit Fassung: "Natürlich plant man mit dem einen oder anderen Spieler. Wir haben aber trotzdem einen guten Kader beisammen." Die Absagen seien kein Rückschlag, gerade zu Jahresanfang sei das normal. "Die Problematik gibt es schon lange, ein Bundestrainer muss damit leben. Das gibt mir die Möglichkeit, wieder das eine oder andere zu sehen."
So dürfte also mancher die Gelegenheit bekommen, sich ins Rampenlich zu spielen. Dazu gehört auch René Adler, obwohl die Nummer eins, Manuel Neuer, mit von der Partie ist. Der Bayern-Keeper hatte sich nicht allzu glücklich über seinen Bankplatz gegen die Franzosen geäußert. Löw war bemüht, die Geschichte nicht zu hochkochen zu lassen. "Ich habe mit Manuel gesprochen. Unsere Aufgabe ist es auch, für den Fall, wenn mal etwas passieren sollte, Alternativen zu schaffen. So ein Spiel gibt uns die Möglichkeit, mal einen Wechsel vorzunehmen. Es hätte mich gewundert, wenn er sich anders geäußert hätte", sagte Löw. Neuer habe die Entscheidung aber akzeptiert, was auch Lahm bestätigte: "Es wäre schlimm, wenn ein Spieler nicht spielen wollen würde, gerade bei so einem Klassiker. Manuel hat das akzeptiert. Er unterstützt diejenigen, die spielen."
Personell rechnet der Bundestrainer damit, aus dem Vollen schöpfen zu können, auch wenn am Vormittag noch kein Training anstand. Alle Spieler seien einsatzfähig, auch die angeschlagenen Mats Hummels, Lukas Podolski, Lars Bender und Sami Khedira. Löw sagte aber auch: "Wir müssen bis heute Abend abwarten, wer hundertprozentig einsatzfähig ist." Dann steht eine weitere Trainingseinheit auf dem Programm.