| Vorname: | Joachim |
| Nachname: | Löw |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Deutschland |
Es ist das schon gewohnte Szenario vor einem Freundschaftsländerspiel: Der Nationaltrainer beruft seinen Kader, sieht sich dann aber zahlreichen Absagen ausgesetzt. So läuft es nun auch vor dem Spiel gegen die Franzosen in Paris. Bastian Schweinsteiger meldete sich bereits am Sonntag aufgrund einer im Liga-Spiel gegen Mainz (3:0) erlittenen Sprunggelenksverletzung ab, am Montag folgten drei Absagen aus Dortmund: Schmelzer, Götze und Reus sagten aufgrund von Blessuren ab, die sie im Bundesliga-Topspiel am Sonntag gegen Bayer 04 Leverkusen (3:2) erlitten hatten.
Später folgte das Aus für Miroslav Klose, der sich gemäß einer Diagnose von Nationalmannschafts-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt einen höhergradigen Außenband-Teilabriss im rechen Knie zugezogen hatte, der aber wohl keine Operation nötig macht. Lars Bender hatte sich ebenfalls wegen Kniebeschwerden von Müller-Wohlfarth in München untersuchen lassen, reiste anschließend aber weiter zum Treff der Nationalspieler in Frankfurt. Dort wird er auch auf seinen Zwillingsbruder Sven stoßen: Löw nominierte den Dortmunder aufgrund der Vielzahl der Absagen nach.Ganz gesichert ist auch noch nicht die Spielfähigkeit von Ilkay Gündogan, der sich angeschlagen auf den Weg nach Frankfurt gemacht hatte.
Doch egal, welches Gesicht die DFB-Auswahl letztlich haben wird, Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff peilt einen Sieg an. Den letzten Erfolg gegen die Equipe Tricolore gab es vor über 25 Jahren, exakt am 12. August 1987, mit einem 2:1-Sieg im Berliner Olympiastadion. Rudi Völler erzielte beide Tore für das deutsche Team, Eric Cantona gelang der Anschlusstreffer. "Statistiken sind dazu da, gebrochen zu werden", erklärte Bierhoff angesichts der langen, sechs Spiele währenden Durststrecke: "Wenn uns ein Sieg gelingen würde, wäre das ein guter moralischer Aspekt des Spiels für die Mannschaft."
„Es ist ein sensationelles Erlebnis.“René Adler
In der Pressekonferenz in Frankfurt stellten sich auch René Adler und Mario Gomez den Fragen der Journalisten. Adler freut sich auf die Rückkehr ins Nationaltor. Bereits im letzten Länderspiel 2012 stand der HSV-Schlussmann im DFB-Kader, nun kündigte Löw bereits an, Adler von Beginn an einsetzen zu wollen. Die kritischen Worte des Stammtorhüters Manuel Neuer ("Ich denke, dass es für uns ein wichtiges Spiel ist, da hätte ich sehr gerne gespielt. Ich würde mich auch gerne auf die Bank setzen, aber zum richtigen Zeitpunkt.") wollte Adler nicht überbewerten. Der 28-Jährige freute sich ganz einfach, wieder dabei zu sein: "Es ist ein sensationelles Erlebnis, weil ich weiß, wie schnell sich wieder alles drehen kann."
Mario Gomez sah sich vor allem Nachfragen zu seiner Situation beim FC Bayern ausgesetzt. Ebenso wie Arjen Robben ist Gomez' Stammplatz bei den Münchnern derzeit die Bank. Doch der Angreifer wies deutlich zurück, deshalb eventuell Ärger zu machen. "Ich will Meister werden", hob er mehrfach hervor, um darauf hinzuweisen, dass ein öffentlichkeitswirksames Aufbegehren in dieser Situation nur Unruhe verbreiten und das selbst ausgegebene Ziel gefährden würde.
"Ich weiß auch, dass die Mannschaft momentan hervorragend spielt. Was soll der Trainer tun? Soll er riskieren, dass es nicht so gut läuft, weil Spieler, die lange weg waren, wie ich, wieder in die Mannschaft kommen?", sagte der 27-Jährige. Die Reise zur Nationalmannschaft sei schließlich auch keine Flucht, bei der er jetzt bei der DFB-Auswahl in "eine Wohlfühloase" komme: "Ich fühle mich im Verein sehr, sehr wohl. Ich habe die letzten drei Spiele nicht gespielt, wir haben aber noch einige Spiele in der Rückrunde. Ich kann das ganz gut einschätzen." So bezog sich Gomez vor allem auf die Grundlagen des Fußballs: "Es ist schön, wieder schmerzfrei zu sein, ich freue mich auf das Spiel."