"Darauf wollen wir uns nicht verlassen", meinte Trainer Rainer Adrion vor dem wegweisenden Duell gegen die Schweiz am Dienstag in der Swisspoarena in Luzern (17.30 Uhr) und meinte damit die Play-offs 2008, als Deutschland nach einem 1:1-Heimremis gegen Frankreich bis zur Schlussminute warten musste, ehe Benedikt Höwedes mit seinem Treffer zum 1:0 doch noch das Ticket für die Endrunde löste.
Anstatt in der Geschichte zu kramen, übt sich Adrion lieber in Optimismus: "Die Enttäuschung ist verflogen. Wir werden eine gute Leistung auf hohem Niveau abliefern müssen. Das wird ein heißer Tanz", sagte er kurz vor dem Abflug in die Schweiz am Montag. Maximilian Beister sieht derweil noch alle Chancen: "Es ist noch alles drin. Wenn wir ein Auswärtstor erzielen, kommen die Schweizer ins Grübeln", sagte der Hamburger und betonte: "Wir wollen zur EM."
Die Partie ist für die derzeitige U 21 enorm wichtig, denn für zahlreiche Spieler könnte es die letzte sein. "Wir wissen, dass es für einige das letzte Länderspiel sein kann. Darum wollen wir uns die Chance erhalten, bis nächsten Sommer noch einige Spiele zu machen", gibt sich Kapitän Lewis Holtby kämpferisch.
Ob der Schalker auch in der mit mehr als 10.000 Zuschauern gefüllten Swisspoarena auflaufen wird, bleibt jedoch abzuwarten. DFB-Coach Adrion, der bereits 2011 die Endrunde verpasst hatte, konnte mit seinem zentralen Mittelfeld kaum zufrieden gewesen sein. Weder Moritz Leitner noch Holtby wurden in Leverkusen den in sie gesteckten Erwartungen gerecht, sodass es vielleicht eine Änderung geben könnte. Im Mittelfeld darf sich Adrion entscheiden, in der Abwehr muss er jedoch wechseln - Abwehrchef Jan Kirchhoff fehlt wegen einer Gelb-Sperre. Sebastian Neumann (VfL Osnabrück) und der Dortmunder Marc Hornschuh gelten als erste Alternativen, Stefan Thesker aus Hoffenheim könnte ebenfalls im Zentrum auflaufen.
Eins scheint allerdings klar, die Eidgenossen werden vor allem auf ihre Defensive achten. "Wenn wir zu Null spielen, sind wir qualifiziert, deshalb wird ein stabiles Defensiverhalten wieder entscheidend sein", sagte Josip Drmic, der am Freitag den aus Schweizer Sicht so eminent wichtigen Ausgleichstreffer erzielt hatte. Zu guter Letzt wird es aber auch auf den derzeit so formstarken Schlussmann Roman Bürki ankommen, der trotz der besseren Ausgangsposition Deutschland vorne sieht: "Wir sind sicher nicht die Favoriten", so der 21-Jährige.