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15.10.2012, 16:00

Klose müde von Hoeneß-Kritik

Löw lobt Klose und entschuldigt sich bei Schmelzer

Miroslav Klose wird am Dienstagabend im WM-Qualifikationsspiel in Berlin gegen Schweden (20.45 Uhr, LIVE! auf kicker.de) sein 126. Länderspiel bestreiten. Nur noch drei Tore fehlen dem Italien-Legionär auf den Rekord von "Bomber" Gerd Müller. Kein Wunder, dass der 34-Jährige am Montag auf der DFB-Presskonferenz im Mittelpunkt stand. Bundestrainer Joachim Löw beschäftigte sich aber auch noch einmal von sich aus mit Marcel Schmelzer.

Joachim Löw und Miroslav Klose
Bundestrainer Joachim Löw (li.) lobte Miroslav Kloses Karriere als "unvergleichlich".
© Getty ImagesZoomansicht

Am Ende der Fragerunde, als Miroslav Klose bereits neben ihm Platz genommen hatte, musste der Bundestrainer dann doch noch etwas loswerden. Und zwar nahm er von sich heraus noch einmal Stellung zu seiner harschen Kritik an Marcel Schmelzer.

Zur Erinnerung: Auf der Pressekonferenz des DFB am vergangenen Donnerstag in Dublin konnte der Eindruck gewonnen werden, Löw sehe den Dortmunder Außenverteidiger nicht als Idealbesetzung: "Er hat gegen Österreich kein gutes Spiel gemacht. Viele Alternativen gibt es jetzt aber auch nicht, also müssen wir mit Marcel Schmelzer die nächsten zwei, drei, vier, fünf Monate weiterarbeiten", sagte Löw im Stadion an der Lansdowne Road und führte weiter aus: "Wir werden mit ihm weiterarbeiten - und Alternativen schaffen."

"Da hat die Wortwahl nicht gepasst. Im Nachhinein war das nicht in Ordnung, das habe ich Schmelzer auch so mitgeteilt."Bundestrainer Joachim Löw über seine Kritik an Marcel Schmelzer

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Alles andere als Rückendeckung für den 24-Jährigen, nicht nur BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke empfand die Aussagen als "kontraproduktiv". Löw ruderte in den letzten Tagen denn auch zurück und entschuldigte sich nun nochmals für seine Worte: "Ich wollte am Donnerstag eigentlich zum Ausdruck bringen, dass ich dem Spieler Marcel Schmelzer auch vertraue, wegen der Fähigkeiten, die er hat", betonte er am Montag. Als er sich dann die Aufzeichnungen am Samstag nochmals angesehen habe, sei ihm bewusst geworden, dass er sich "sehr, sehr unglücklich ausgedrückt" habe: "Da hat die Wortwahl nicht gepasst. Wer mich kennt, weiß, dass ich Spieler in der Öffentlichkeit nicht kritisiere. Im Nachhinein war das nicht in Ordnung, das habe ich Schmelzer auch so mitgeteilt", sagte der Bundestrainer.

Dann aber stand Miroslav Klose im Mittelpunkt. Löw nahm seinen einzigen Stürmer gegen Angriffe, zum Beispiel von Uli Hoeneß, in Schutz. Der Bayern-Präsident hatte zuletzt angemerkt, dass "Klose 80 Prozent seiner Tore gegen Liechtenstein & Co." erziele.

Löw bezeichnet Kloses Leistung als "unvergleichlich"

"Also letztendlich kann jeder Trainer froh sein, wenn er einen Miroslav Klose in der Mannschaft hat. Er hat bei drei Weltmeisterschaften 14 Tore erzielt. Das ist eine unvergleichliche Leistung, das spricht Bände", sagte Löw über seinen Torjäger, der damit gleichauf mit "Bomber" Gerd Müller und nur noch einen Treffer hinter dem WM-Rekord des Brasilianers Ronaldo liegt.

Zudem treffe der Lazio-Angreifer nicht nur gegen die sogenannten "Kleinen", sondern auch gegen die "Großen", wie Löw betonte. Klose sei nicht nur ein herausragender Stürmer, sondern erfülle im Team auch eine Führungs- und Vorbildfunktion.

Letzterer wurde Klose erst kürzlich wieder gerecht, als er im Trikot seines Vereins Lazio Rom in der Partie beim SSC Neapel (0:3) ein Handtor gegenüber dem Schiedsrichter zugegeben hatte. "Mit dieser Situation in Italien hat er dies nochmals untermauert. Er ist ein absolutes Vorbild in der Mannschaft und ein ganz wichtiger Führungsspieler auch für mich", unterstrich Löw. Klose wird vor dem Anpfiff im Olympiastadion mit der DFB-Medaille "Fair ist mehr" ausgezeichnet.

Klose betonte, dass die Geste für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen sei: "Ich weiß, wieviele junge Zuschauer wir haben. Wir haben eine Vorbildfunktion. Die ging verloren. Wir müssen wieder Vorbilder werden und die Fairness im Sport bewahren." Bereits am Vormittag bekommen Fürths Trainer Mike Büskens sowie St.-Pauli-Angreifer Marius Ebbers im Festsaal des Berliner Abgeordnetenhaus ebenfalls die DFB-Medaille überreicht.

Klose weist Müller-Vergleich von sich

Angesprochen auf die Hoeneß-Kritik wollte Klose eigentlich nichts mehr sagen: "Ich habe schon des Öfteren gesagt, es macht mich auch ein bisschen müde. Es wird so viel geschrieben, ich möchte mich dazu eigentlich nicht mehr äußern. Sie können mich was über Schweden fragen, aber dieses Thema möchte ich nicht mehr hochkochen", so Klose, als er auf die Hoeneß-Aussagen angesprochen wurde.

Auch einen immer wieder getroffenen Vergleich mit Gerd Müller weist er von sich. "Ich kann es nochmals sagen, ich würde mich nie mit Gerd Müller vergleichen. Man darf Gerd Müller gar nicht mit anderen Stürmern vergleichen. Das habe ich Gerd auch persönlich gesagt", sagte Klose. Aus Rekorde mache er sich eh nichts, erst nach dem Ende seiner Karriere werde er wohl "ein bisschen stolz auf das Erreichte" sein.

"Warum sollte ich verzweifelt sein? Wir sind die Nummer zwei der Welt!"Bundestrainer Joachim Löw auf die Frage, ob die Kritik der vergangenen Monate ihn verändert habe

Aber die Schuhe an den Nagel hängen wolle er erst nach der WM 2014. "Wenn ich fit bin und von Verletzungen verschont bleibe, möchte ich die WM in Brasilien gerne spielen, das ist mein großes Ziel", bekräftigte der Angreifer. Um seine WM-Chancen nicht zu gefährden, wird Klose weiterhin auf seinen Salto verzichten, da das Verletzungsrisiko zu groß sei.

Doch zunächst muss die Qualifikation geschafft werden. Und ein Sieg gegen die Schweden wäre ein riesengroßer Schritt, denn anschließend stehen die beiden Partien gegen Kasachstan an. Gegen die Skandinavier erwartet Klose aber viel mehr Widerstand, als ihn zuletzt die Iren beim 1:6 geboten hatten.

Löw: Schweden mehr als nur Ibrahimovic

Auch Löw erwartet gegen die Schweden ein anderes Spiel. Die "Blagult" sei besonders in der Defensive sehr hervorragend organisiert: "Schweden funktioniert als Mannschaft besonders gut", lobte Löw: "Ihre Abwehr arbeitet schulbuchmäßig, es ist extrem schwierig, gegen sie Tore zu erzielen", warnte der Bundestrainer.

Und da wäre dann auch noch Zlatan Ibrahimovic. Der in der Summe teuerste Fußballer der Welt sei als Schlüsselspieler "völlig unberechenbar" und könne Spiele alleine entscheiden. Doch der Fokus liege nicht nur auf Ibrahimovic, Schweden sei immerhin eine Mannschaft, die sich fast nur aus Legionären zusammensetzt: "Die Spieler spielen alle im Ausland, sie spielen in den großen Ligen Europas", so Löw.

Personell kann Löw nahezu aus dem Vollen schöpfen, lediglich hinter Sami Khedira steht weiterhin ein Fragezeichen. Kapitän Philipp Lahm wird wieder in die Startelf zurückkehren.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 16.10., 10:43 Uhr
Kein Salto mehr - Klose will die WM nicht riskieren
Miroslav Klose ist mit seinen 34 Jahren immer noch ausgesprochen ehrgeizig. Der Mittelstürmer der Nationalelf hat die WM 2014 in Brasilien fest im Blick. "Wenn ich von Verletzungen verschont bleibe, will ich die Weltmeisterschaft gerne spielen", sagt der Italien-Legionär vor dem Duell am Abend gegen die Schweden.
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15.10.12
 

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Nation: Deutschland
Verein:Borussia Dortmund
Geboren am:22.01.1988

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