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11.09.2012, 08:57

Interview mit Mats Hummels

"Ich habe an Ansehen gewonnen"

Der Dortmunder Innenverteidiger Mats Hummels (23) schaut trotz der Niederlage im EM-Halbfinale gegen Italien zufrieden auf das vergangene Länderspieljahr zurück, warnt im Interview mit dem kicker aber auch vor der heutigen Aufgabe in Wien gegen Österreich (Anstoß 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de).

Einsatzfreudig und robust gegen Färöer: Mats Hummels geht mit breiter Brust ins Duell mit Österreich.
Einsatzfreudig und robust gegen Färöer: Mats Hummels geht mit breiter Brust ins Duell mit Österreich.
© imagoZoomansicht

kicker: Mit Österreich müssten Sie sehr angenehme Erinnerungen verbinden, Herr Hummels.

Mats Hummels: Auf jeden Fall: Zweimal gespielt, beide Male gewonnen.

kicker: Vor allem war das 2:1 vor 15 Monaten in Wien Ihr Pflichtspieldebüt in der Nationalelf.

Hummels: Tatsächlich? Das hatte ich nicht in Erinnerung. Seitdem hat sich für mich vieles zum Positiven entwickelt. Ich bin in vielen Spielen zum Einsatz gekommen, in der EM-Qualifikation, vor allem bei der EURO. Es ist so gelaufen, wie ich mir das erhofft hatte.

kicker: War die EM, was Ihren Stellenwert in der Nationalmannschaft betrifft, eine Trendwende?

Hummels: Von Trendwende würde ich nicht sprechen, ich habe davor auch schon wichtige Spiele gemacht. Allerdings konnte ich mir bis zur EM nie sicher sein, dass ich zum Einsatz komme.

kicker: Und jetzt?

Hummels: Zumindest weiß ich jetzt, dass der Bundestrainer sehr viel von mir hält und mir vertraut. Ich habe in den zwei Jahren meine Leistungen gesteigert und deshalb beim Bundestrainer an Ansehen gewonnen.

kicker: Hätten Sie gegen die Färöer auch gespielt, wenn sich Ihr Teamkollege Marcel Schmelzer nicht verletzt hätte?

Hummels: Ich hatte es gehofft und auch ein bisschen damit gerechnet, aber ich wusste es nicht. In Dortmund sieht man im Training schon, wer dann spielt. In der Nationalmannschaft ist es deutlich schwerer, daraus etwas heraus zu lesen. Die klassischen Spielchen A gegen B gibt’s da nicht.

kicker: Hat Löw mit
Ihnen die EURO intensiv aufgearbeitet?

Hummels: Das war nicht notwendig. Es gab ein kurzes Feedback, wo es hieß, dass bis auf zwei Ausnahmen größtenteils alles in Ordnung war. Der Fehler gegen Holland war nicht so schlimm, weil wir das Spiel trotzdem gewonnen haben. Der Fehler gegen Cassano war sehr ärgerlich, aber auch nicht der einzige Grund für das Aus. Sonst hätten wir gegen Italien 0:1 und nicht 1:2 verloren.

kicker: Welche Bedeutung hat die Partie gegen Österreich?

Hummels: Das kann man schon eine Standortbestimmung nennen, es ist mit unser schwerstes Gruppenspiel. Die Österreicher haben auch ohne Alaba eine Supermannschaft, das sieht man schon an den ganzen Bundesligaspielern in ihren Reihen. Das wird ein Spiel auf Augenhöhe.

kicker: Ist es eine Prüfung, wie gefestigt die Elf nach der EURO ist?

Hummels: Das glaube ich schon. Es ist ein richtungweisender Fingerzeig. Aber selbst bei einem Unentschieden oder gar einer Niederlage ist noch nichts entschieden.

kicker: Worauf kommt es an?

Hummels: Das Wichtigste auswärts ist die Null. Wir sollten nicht viel zulassen, sonst kommt Euphorie auf. Wenn die Österreicher in Führung gehen, würden sie getragen werden von der Stimmung im Stadion.

kicker: Ist die Zehn-Siege-Qualifikation zur EURO 2012 eine Hypothek?

Hummels: Wir bleiben realistisch. Die Gruppe ist gegenüber der letzten Qualifikationsgruppe deutlich schwerer, da kann es sehr gut sein, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen. Und wenn wir uns mit zwei Unentschieden für die WM qualifizieren, ist es auch egal. Wichtig ist der Gruppensieg.

kicker: Joachim Löw will künftig offensiveres Pressing. Fühlen Sie sich in Ihrer Kritik bestätigt, die Sie nach der EM im kicker-Interview am Spielstil geübt hatten?

Hummels: Ich glaube zumindest, dass das ein Faktor ist, der uns noch besser machen kann. Mit Italien und vor allem Spanien standen die beiden Mannschaften im Finale, die das beste Gegenpressing gespielt haben.

kicker: Sie persönlich fanden schwer in die Saison. Warum?

Hummels: Ich hatte nur elf Tage Urlaub nach einer Saison, in der ich in der Bundesliga bis auf ein Spiel pausenlos im Einsatz war und danach noch ein Turnier spielte. Das war eine ganz neue Erfahrung und auch der Grund, warum ich in den ersten beiden Saisonspielen gegen Bremen und Nürnberg noch nicht so gespielt habe, wie ich es mir vorstelle. Aber jetzt bin ich wieder bei hundert Prozent.

Interview: Oliver Hartmann

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kicker.tv Hintergrund- 10.09., 18:01 Uhr
Abflug zum Prestigeduell - "Österreich ist selbstbewusster geworden"
Die deutsche Nationalmannschaft absolvierte morgen in Wien ihren zweiten Auftritt in der Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien. Joachim Löw spürt, dass die Österreicher selbstbewusster geworden sind - und es diesmal auch ernst meinen. So hat das DFB-Team Respekt vor dem Gegner, Angst aber keine. Zumal alle Mann an Bord sind.
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11.09.12
 
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Vorname:Joachim
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