
"Alle Spieler sind einsatzfähig", berichtete Löw nur wenige Minuten, nachdem der Flieger aus Frankfurt um 12.28 Uhr in Wien aufsetzte, auf der Pressekonferenz des DFB. "Marcel Schmelzer konnte gestern trainieren, heute hatte er keinerlei Probleme." Genau wie der zuletzt ebenfalls angeschlagene Toni Kroos nahm der Dortmunder am Abend am Abschlusstraining im Ernst-Happel-Stadion teil.
Löw ließ sich allerdings die Alternative offen, auch mit der Abwehrformation zu beginnen, die gegen die Färöer (3:0) spielte. Dann würde Bayern-Verteidiger Holger Badstuber wieder auf links verteidigen. Allerdings dürfte die erste Option Schmelzer sein.
Im Gegensatz zum einseitigen Duell gegen die Färöer in Hannover erwartet Löw am Dienstagabend in Wien ein komplett anderes Duell. Der Bundestrainer hat selbstverständlich registriert, dass sich die Alpenkicker im Vorfeld selbstbewusst präsentierten.
Zu Recht, wie Löw konstatierte. "Ich erwarte morgen hier in Wien ein Duell auf Augenhöhe. Wir haben ja schon öfters hier gespielt und hatten eigentlich immer unsere Probleme", so der 52-Jährige.
Zumal sich Österreich in den vergangenen Jahren stetig gesteigert habe. Österreich sei eine Mannschaft, "die in ihrer Organisation und ihrer Struktur zugelegt hat, die mutig und offensiv spielt". Für Löw sind mehrere Gründe für den Aufschwung des österreichischen Fußballs verantwortlich. Einmal Marcel Koller, der seit November 2011 Nationalcoach ist. Zum Zweiten haben die Erfolge, die Österreich in den U-Mannschaften feiern konnte, das Selbstbewusstsein besonders der jungen Spieler gesteigert. Und der dritte Punkt sei die Tatsache, dass anders als in früheren Jahren nicht nur viele österreichische Profis im Ausland spielen, sondern dort bei ihren Vereinen auch Stammplätze hätten.
So rechnet Löw für Dienstagabend mit etlichen bekannten Gesichtern in der Startelf. Keeper Almer (Fortuna Düsseldorf), das Bremen-Trio Prödl, Junuzovic und Arnautovic, Wolfsburgs Pogatetz, der Schalker Fuchs, die beiden Mainzer Baumgartlinger und Ivanschitz sowie Stuttgarts Angreifer Harnik sind alle aus der Bundesliga bekannt. Sollten auch noch Bologna-Legionär Garics sowie Kaviak (Besiktas) auflaufen, würde kein Spieler beginnen, der in der heimischen Liga aktiv ist.
Die Spieler, die sich im Ausland behaupten, treten natürlich ganz anders auf. Österreich hat heute "viel mehr Direktheit zum gegnerischen Tor, die Mannschaft zeigt Kombinationsfußball und modernes Pressing", lobte Löw den Gegner.
Gegen Österreich sind also andere Aufgaben zu erledigen als gegen die Färöer. Löw kündigte deshalb personelle Umstellungen an. Allerdings erklärte er einer "Doppelsechs" die Absage. Er halte nichts von "starren Mustern", vielmehr forderte er von allen zentralen Mittelfeldspielern, dass diese sowohl in Angriff als auch in der Abwehr die jeweiligen Aufgaben übernehmen können. Hier sei fußballerische Flexibilität gefordert.
Einer der vier offensiven Mittelfeldspieler, die gegen die Färöer begannen, wird aber weichen müssen. Erster Kandidat für die freie Stelle ist Toni Kroos. Der Bayern-Profi konnte bereits am Samstag nach auskurierter Beckenprellung wieder das Training aufnehmen. An der grundsätzlichen Spielphilosophie ändere dies aber nichts. "Unsere Ausrichtung ist es, nach vorne zu spielen", betonte Löw, der nochmals wiederholte, "in Wien auf Sieg zu spielen".
Um am Ende mit den drei Punkten heimzukehren, müsse die deutsche Elf die zuletzt zu Tage getretene Abschlussschwäche überwinden. "Wir brauchen zu viele Chancen. Wir müssen die Konzentration hoch halten und unsere Aktionen konsequenter zu Ende spielen. Da müssen wir uns verbessern", sagte Löw, der einen "starken und aggressiven Abnutzungskampf in einer hitzigen Atmosphäre" erwartet. Sein Team müsse "Kaltschnäuzigkeit lernen", ergänzte der 52-Jährige. Dies sei allerdings im Training nur bedingt möglich.
| Mannsch. I | Mannsch. II | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Österreich | - | Deutschland | 1:2 (0:1) | |
Schweden | - | Kasachstan | 2:0 (1:0) | |
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Deutschland | 5:1 | 6 |
| 2 | ![]() | Schweden | 2:0 | 3 |
| 3 | ![]() | Irland | 2:1 | 3 |
| 4 | ![]() | Österreich | 1:2 | 0 |
| 5 | ![]() | Kasachstan | 1:4 | 0 |
| 6 | ![]() | Färöer | 0:3 | 0 |