| Vorname: | Joachim |
| Nachname: | Löw |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Deutschland |
Khedira stellte zu Beginn klar, dass sich die die Spieler natürlich sportliche Kritik gefallen lassen müssten. Aber: "Da sind Dinge passiert, die bei vielen Spielern auf Unverständnis gestoßen sind", fuhr Khedira fort, "Dinge, die teilweise beleidigend waren."
Wie schon Bundestrainer Joachim Löw in seiner Wutrede am Vortag äußerte auch Khedira sein Unverständnis zu der Diskussion um das Singen der Hymne, diese sei "künstlich aufgebauscht" worden. Noch 2009 beim Gewinn der U-21-Europameisterschaft und bei der WM 2010 habe sich der Kern der Mannschaft in gleicher Form verhalten, sei gelobt worden als Beispiel für gelungene Integration. Nach dem verlorenen Halbfinale dann die plötzliche Kehrtwende. Khedira erklärte, aus seiner Sicht mache nicht das Singen der Hymne "einen guten Deutschen" aus, sondern "wenn man die Sprache perfekt spricht, wenn man die Sitten und Werte annimmt".
„ "Was die Spanier mit den Italienern gemacht haben, war ganz schön böse." “ Sami Khedira über das EM-Finale Spanien - Italien (4:0)
Dass die italienische Auswahl aufgrund des inbrünstigen Mitsingens als positives Beispiel für Einsatz und Hingabe angeführt wurde, relativierte Khedira. Er verwies auf den Auftritt der Squadra Azzurra im Endspiel (0:4): "Was die Spanier mit den Italienern gemacht haben, war ganz schön böse." Der Ex-Stuttgarter betonte, die ganze Diskussion sei für ihn nicht relevant - entsprechend fühle er sich vor dem Abspielen der Hymnen am Mittwoch auch nicht unter Druck gesetzt.
Reus warnte davor, nun alles schlechtzumachen. Der Neu-Dortmunder gestand aber auch ein: "Italien war geiler auf den Sieg, das hat uns im Halbfinale gefehlt." Die (Selbst-) Kritik verband der 23-Jährige direkt mit einer Aufforderung: "Da müssen wir wieder hinkommen: Geiler werden auf ein Tor, auf einen Sieg." Es fehlten schließlich nur Kleinigkeiten, die in so einem Spiel entscheidend seien. "Wir haben oft genug bewiesen, dass wir es auch können."
Mit Blick auf das Duell mit den Argentiniern geht Khedira davon aus, dass die Mannschaft eine sehr gute Leistung abrufen werde. Er selbst werde gerade in der jungen Mannschaft, die beispielsweise ohne die Stammkräfte Neuer, Lahm und Schweinsteiger auskommen muss, vorangehen: "Ich fühle mich in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen."
„ "Italien war geiler auf den Sieg, das hat uns im Halbfinale gefehlt." “ Marco Reus
Der Offensive der Argentinier gab der 32-malige Nationalspieler das Prädikat "Weltklasse", hob neben Lionel Messi seine Teamkollegen von Real Madrid Angel di Maria und Gonzalo Higuain hervor. Auf die Frage, ob unter den Umständen des Ausscheidens bei der EM das Vertrauen in die Fähigkeiten von Joachim Löw gelitten habe, reagiert Khedira mit Unverständnis: "Wir vertrauen dem Trainer zu 100 Prozent."
Tatendurstig zeigt sich Reus, für den die jüngst nach einer vom kicker sportmagazin unter Journalisten durchgeführten Wahl erhaltenen Auszeichnung "Fußballer des Jahres" ein riesiger Ansporn für die nächsten Jahre sei, "jeden Tag an den eigenen Schwächen zu arbeiten". Einseitige Einsetzbarkeit gehört zu diesen Schwächen nicht, wie Reus betonte: "Ich bin flexibel einsetzbar, fühle mich auf allen offensiven Positionen sehr wohl." Entsprechend nehme er jede Aufstellung des Trainers ohne Murren an. Auch am Mittwoch gegen Argentinien.


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