| Vorname: | Joachim |
| Nachname: | Löw |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Deutschland |

"Die Mannschaft ist jung und entwicklungsfähig. Ich sehe keinen Grund für einen großen Einschnitt", sagte Bundestrainer Joachim Löw unmittelbar nach der Halbfinal-Niederlage gegen die Squadra Azzurra (1:2).
Und tatsächlich dürften auch in den kommenden beiden Jahren die EURO-Fahrer das Gerüst der Nationalmannschaft bilden. Etliche Spieler aus der "goldenen Generation" sind im besten Fußballalter, so Kapitän Philipp Lahm (28 Jahre) und der "emotionale Leader" Bastian Schweinsteiger (27). Sami Khedira, der sich in Polen und der Ukraine in den Vordergrund spielte und Verantwortung übernahm, ist erst 25, sein Madrider Vereinskollege und Spielmacher Mesut Özil sogar noch ein Jahr jünger.
Und mit Mats Hummels hat sich ein 23-Jähriger in der Innenverteidigung etabliert. Der BVB-Profi verdrängte eine langjährige Stammkraft wie Per Mertesacker, der auch erst 27 Jahre jung ist, aus der Startelf. Hinzu kommen noch jüngere Spieler wie das Dortmunder "Jahrhunderttalent" Mario Götze (20) und dessen Vereinskollege Ilkay Gündogan (21). Marco Reus (23) und Andre Schürrle (21), die beim 4:2 gegen Griechenland auf sich aufmerksam machten, sind bereits mehr als nur Alternativen.
Von der Altersstruktur her steht die deutsche Nationalmannschaft also glänzend da. Gleich 14 Spieler im Aufgebot waren nicht älter als 24 Jahre. Und von hinten rückt bereits die nächste Generation nach. Schalkes Julian Draxler drückt mit seinen 18 Lenzen noch die Schulbank und schnupperte in der EM-Vorbereitung bereits in die A-Nationalmannschaft hinein. Sven Bender (23), der im Gegensatz zu seinem Zwillingsbruder Lars wie Draxler aus dem vorläufigen Kader flog, dürfte ebenfalls wieder eine Alternative sein.
Für die Routiniers wird es also schwer. Torhüter Tim Wiese muss sich mit seinen 30 Jahren gegen die weit jüngeren Konkurrenten Bernd Leno und Marc-André ter Stegen (beide 20) erwehren. Für Stuttgarts Cacau (31) steht eine Rückkehr in den Kader in den Sternen, und ob Miroslav Klose noch eine Rolle spielen wird, ist noch nicht sicher. Der mit 34 Jahren älteste deutsche Spieler bei der EURO 2012 hat die Fortsetzung seiner internationalen Karriere bis zur WM in Aussicht gestellt.
"Es hat sich einiges entwickelt bei uns. Für unsere Zukunft sieht es sehr gut aus, weil sehr viele junge Spieler nachrücken und darauf warten, solche Turniere zu spielen", zog Kapitän Lahm eine Bilanz.
Und auch auf der Brücke wird sich personell nichts ändern. Obwohl sich nach dem Aus Kritik am Bundestrainer und dessen Team entzündete, steht der Erfüllung seines Vertrags bis 2014 nichts im Weg. Die Verantwortlichen beim DFB übten mit ihren prominentesten Angestellten den Schulterschluss, trotz aller teils berechtigten Einwände bestehen an der Zusammenarbeit grundsätzlichen keine Zweifel.
Und bereits in 48 Tagen könnte Löw einen ersten Fingerzeig für seine Planungen für die WM 2014 geben. Denn dann steht in Frankfurt das Duell mit Argentinien um Superstar Lionel Messi an. Zu Löws Programm während seiner sechsjährigen Amtszeit gehört es stets, für personelle Überraschungen zu sorgen. "Es ist auch wichtig, dass eine Mannschaft immer wieder einen gewissen Durchlauf hat. Es war ein bewusster Plan von uns, nach der EM 2008 und auch nach der WM 2010 junge Spieler einzubauen. Und das wird auch wieder nach 2012 so sein", hatte Löw schon vor dem Aus gegen Italien betont. Insgesamt 30 Turnierspieler hat er seit 2006 ausgemustert, neun Turnierneulinge waren bei der EM 2012 dabei. "Natürlich mache ich mir Gedanken, welche neuen Ansätze zu finden sind, was man korrigieren kann", erklärte Löw.
Gegen Argentinien könnten also "neue Reize" gesetzt werden, Spieler wie Lukas Podolski (27) dürfen sich nicht mehr auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen. Der Konkurrenzkampf dürfte nochmals erhöht werden, was im allgemeinen Verständnis zu einer Erhöhung der Qualität führen sollte. Keine schlechten Aussichten für die WM-Qualifikation, aber auch nicht mehr. Mit dem Auftakt der WM-Quali am 7. September in Hannover gegen Färöer nimmt die deutsche Nationalelf den nächsten Titeltraum in Angriff. Weitere Gegner in der Gruppe C sind die beiden EM-Starter Irland und Schweden sowie Kasachstan und Nachbar Österreich.
| Mannsch. I | Mannsch. II | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Kasachstan | - | Irland | 1:2 (1:0) | |
Deutschland | - | Färöer | 3:0 (1:0) | |